Schokoladenfestival „chocolART“ gastiert Anfang April in Neuwied
Veranstalter verspricht Glücksgefühle
Neuwied. 100.000 gefällt mir Klicks und noch über fünf Wochen Zeit. Zur Pressekonferenz zu „chocolART“ hatten Oberbürgermeister Jan Einig und Veranstalter Hans-Peter Schwarz keinen Zweifel, dass das neue Schokoladenfestival zu einem großen Erfolg werden wird.
Von Freitag, 5. bis Sonntag, 7. April werden rund 34 Aussteller Köstlichkeiten rund um die Schokolade anbieten. Neuwieds Stadtchef geht von einem „gigantischen Festival“ aus, das Besucher aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz und den Süden Nordrhein-Westfalens anziehen wird.
„Für unsere Themenmärkte sind wir bekannt“, unterstrich Jan Einig. Petra Neuendorf vom Stadtmarketing stellte dabei das spezielle Angebot heraus. In diesem Sinne wird man nach namhaften Süßwarenhersteller auf der „chocolART“ vergeblich suchen. Vielmehr handelt es sich bei den Ausstellern um kleine Manufakturen, Schokokünstler und Chocolatiers, die Besonderheiten produzieren, die es im Handel nicht gibt. „Je digitaler unsere Welt wird, desto beliebter sind solche authentischen Märkte“, weiß Hans-Peter Schwarz. Er hat beobachtet, dass die Menschen schätzen, wenn sie den Produzenten persönlich begegnen. Das schaffe Vertrauen und Transparenz. Der Vater des Festivals muss es wissen. Seit 14 Jahren veranstaltet er „chocolART“ in Tübingen. Rund 100 Aussteller locken mittlerweile 250.000 Besucher, teils aus dem Ausland, an.
Neuer Schokotyp in Neuwied
Die Besucher erwartet in Neuwied allerhand neues rund um die Schokolade. Angefangen von Pralinen mit Käsefüllung aus Litauen über Schokobier und Schoko-Secco, bis hin zu veganer und zuckerfreier Schokolade. „Seit 80 Jahren gibt es wieder einen neuen Schokoladentyp“, erklärte Hans-Peter Schwarz. Zu Vollmilch, Zartbitter und weißer Schokolade hat sich nun „Ruby“ gesellt. Die rosafarbene Schokolade wird aus einer speziellen Kakaobohne gewonnen, ist frei von Zusatzstoffen und Aromen und im Gegensatz zur Erwartung gar nicht mal so süß.
Überhaupt setzen die meisten der Aussteller auf natürliche Rohstoffe, zumeist aus fairen Handel. Zehn Aussteller kommen aus sechs unterschiedlichen Regionen in Italien und präsentieren Einzigartigkeit. Einige von ihnen führen den Besuchern ihr Handwerk vor. Bei Schoko-Foto kann man sich Bilder auf die Schokolade drucken lassen.
Im Workshop Zelt zeigt das Bernsteinzimmer – Die Genussmanufaktur aus Wuppertal, wie Konfekt hergestellt wird.
Für große Aufmerksamkeit wird sicher auch die Schokoladen-Malerei sorgen.
Positive Wahrnehmung des Handels
„Ich bin eigentlich gar kein übermäßiger Schokoladen-Fan gewesen“, überraschte Hans-Peter Schwarz die Presse. Alles hatte damit begonnen, dass er als Vorstand des Handels- und Gewerbeverein Tübingen den Auftrag bekam, dafür zu sorgen, dass die Menschen den Handel vor Ort mit einem guten und glücklichen Gefühl wahrnehmen. Beim Stichwort Gefühl kam Peter Schwarz auf die Schokolade. Hinzu kam das Wissen, um ein Schokoladenfestival in Perugia/Italien.
Aus Tübingen hat der Veranstalter „chocolART“ bereits in andere handverlesene deutsche Städte exportiert. „In gewisser Weise fühlen wir uns geadelt, dabei sein zu dürfen“, verriet Petra Neuendorf. Und in der Tat hatte sich Hans-Peter Schwarz ausführlich mit Neuwied beschäftigt und besuchte zwei Themenmärkte. „Es ist unheimlich wichtig, dass die Leute vor Ort mit Liebe und Herzblut dabei sind“, erklärte der Schwarzwälder. Petra Neuendorf stellte klar, dass das Thema Schokolade mit drei Tagen „chocolART“ nicht gegessen ist. Vielmehr werde versucht, einen Schokoladenpfad über das Festival hinaus zu etablieren. Zur Einstimmung gibt es am Vorwochenende ein Schokoladen Matinee mit dem Film „Anonyme Romantika“. Zu sehen im Metropol Kino. Geplant sind außerdem Workshops, eine Ausstellung, spezielle Menüs, Schokoladenbrunch und vieles mehr. Alle Beteiligten gehen davon aus, dass sich das Schokoladenfestival in Neuwied fest etablieren wird. „chocolART“ in Tübingen haben mittlerweile sogar Reiseveranstalter im Programm. Bleibt abschließend noch zu hoffen, dass das Wetter keine Kapriolen schießt.
Im Gegensatz zu den anderen Schokoladenfestivals findet Neuwied nämlich verhältnismäßig spät im Jahr statt. „Wärmer als zwanzig Grad sollte es keinesfalls werden“, hofft Hans-Peter Schwarz.
FF
