Allgemeine Berichte | 20.06.2018

Tafel Rheinbach-Meckenheim wird 20 Jahre alt

Veranstaltung mit kritischen Tönen

Eingerahmt von den Bürgermeistern Stefan Raetz (li.) und Bert Spilles (re.) begingen Verantwortliche und Ehrengäste das Jubiläum.-StF-

Meckenheim. Die Tafel Rheinbach-Meckenheim wird in diesen Tagen 20 Jahre alt. Aus diesem Grunde hatte der Vorstand rund um den Vorsitzenden Dr. Uwe Petersen am vergangenen Samstag zu einer Festveranstaltung in das Zeughaus der Meckenheimer Stadtsoldaten eingeladen. Ein ganz besonders herzlicher Willkommensgruß galt dabei den beiden Bürgermeistern Bert Spilles und Stefan Raetz sowie dem Vorsitzenden des Landesverbandes der Tafel, Wolfgang Weilerswist. Ebenfalls herzlich willkommen wurde Ilka von Boeselager geheißen, die ehemalige Landtagsabgeordnete der CDU unterstützt die Tafel seit Beginn ihrer Tätigkeit. Den Auftakt machte jedoch der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Meckenheim unter der Leitung von Margret Toyka mit dem Stück „Einzug“ von Traugott Fünfgeld.

Nur wenige Tafelkunden fanden den Weg ins Zeughaus

In seiner Begrüßungsansprache freute sich Dr. Uwe Petersen über den großen Zuspruch zu dieser Veranstaltung, denn die Zahl der Stühle reichte für die vielen Besucher nicht aus. Zugleich bedauerte er es, dass so wenige Kunden der Tafel den Weg ins Zeughaus gefunden hatten.

Als gelebte Nächstenliebe bezeichnete Bürgermeister Bert Spilles das Engagement der Tafel und lobte das hohe ehrenamtliche Engagement, was alles andere als einfach ist. So gilt es im Vorfeld auf Geschäfte und Partner zuzugehen, damit diese als Spender akquiriert werden können. Dies geht nur mit hohem persönlichen Einsatz, wie Bert Spilles betonte.

Er erläuterte, dass man leider in einer Wegwerfgesellschaft mit spitzen Ellenbogen lebe und dass wichtig sei, Menschen zu unterstützen, die diese spitzen Ellenbogen nicht hätten. Dabei betonte er, dass es ebenfalls notwendig sei, auch für Menschen mit niedrigem Einkommen Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Den Gedanken der christlichen Nächstenliebe stellte auch Stefan Raetz in den Mittelpunkt seiner Ausführungen, und er betonte, dass die Helfer „aus manch leererem Tisch eine Tafel“ gemacht hätten.

Bezahlbarer Wohnraum war Thema

Als Unterstützerin der ersten Stunde war Ilka von Boeselager ebenfalls um ein Grußwort gebeten worden. Sie betonte, dass die Bürgermeister und die Kommunen mehr als dankbar sein dürften, dass es die Tafeln in ihrer jetzigen Form gebe. Sie hinterfragte mehr als kritisch, ob es in einem Land wie Deutschland, wo es so viel Wohlstand gebe; sein müsse, dass Bürger zur Tafel gehen müssten. Von Boeselager bemängelte, dass sich die Gesellschaft weiter zerteile, und griff die Bemerkung von Bert Spilles hinsichtlich des Wohnraumes auf. Sie kenne Beispiele aus Berlin und München, wo selbst Doppelverdiener keine Möglichkeit hätten, eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Dass dies nicht aus der Luft gegriffen ist, machten die im folgenden von Wolfgang Weilerswist und Dr. Uwe Petersen ausgeführten Zahlen deutlich. Insgesamt gibt es in Deutschland 940 Tafeln mit 60.000 Menschen, die sich dort ehrenamtlich engagieren und rund zwei Millionen Menschen versorgen. Gleichzeitig werden in Deutschland jedes Jahr 18 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, davon gehen 264.000 Tonnen an die jeweiligen Tafeln.

Aus allen Teilen der Bevölkerung

Die Tafel in Rheinbach-Meckenheim mit ihren 31 Mitgliedern und 45 ehrenamtlichen Helfern versorgt derzeit 890 Kunden, im Jahre 2000 waren es nur 500. Diese kommen aus allen Teilen der Bevölkerung, 40 Prozent sind ALG II-Bezieher, auch umgangssprachlich als Hartz IV bezeichnet. 30 Prozent erhalten Grundsicherung und weitere 30 Prozent Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Auch über die Herkunft der Kunden gibt es eine klare Statistik. 30 Prozent der Kunden sind Deutsche mit Migrationshintergrund und weitere 30 Prozent Deutsche ohne Migrationshintergrund. Weitere 30 Prozent sind Asylbewerber, und die restlichen zehn Prozent sind meist sonstige Migranten. Leistungen der Tafel erhalten dabei nur Menschen, bei denen die Behörden eine entsprechende Bedürftigkeit festgestellt haben.

Mit einem kleinen Sektempfang und der Möglichkeit zum persönlichen Gespräch klang die Veranstaltung aus. STF

Der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde begleitete die Veranstaltung musikalisch.

Der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde begleitete die Veranstaltung musikalisch. Foto: Stefan Fassbender Pressebuero

Eingerahmt von den Bürgermeistern Stefan Raetz (li.) und Bert Spilles (re.) begingen Verantwortliche und Ehrengäste das Jubiläum.Fotos: -StF- Foto: Stefan Fassbender Pressebuero

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi
AZ_Gelenk 2026
Grünpflegedienst
Biergarteneröffnung
Gebrauchtwagenanzeige
Empfohlene Artikel
Meckenheim geht beim Fußverkehrs-Check mit, von links: Christoph Overs, Leiter der Geschäftsstelle und der Koordinierungsstelle Zukunftsnetz Mobilität NRW Rheinland, die städtische Mobilitätsmanagerin Liena Humke, Umweltplanerin und Mobilitätsmanagerin Nele Allerchen, Bürgermeister Sven Schnieber und der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Oliver Krischer. Foto: go.Rheinland GmbH / Smilla Dankert
67

Meckenheim. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt. Deshalb soll das Gehen in Meckenheim nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Meckenheim vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als teilnehmende Stadt ausgewählt.

Weiterlesen

Die Vierklässler entdecken die Römerwelt.  Fotos: Grundschule Rheinbrohl
39

Rheinbrohl. Ein außergewöhnliches Projekt voller Entdeckungen, Abenteuer und lebendiger Geschichte liegt hinter den vierten Klassen der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl. In den vergangenen Wochen verwandelte sich der Unterricht in eine kleine Römerwelt. Im Rahmen eines umfangreichen Römerprojekts tauchten die Kinder tief in das Leben der alten Römer ein und erfuhren Geschichte nicht nur aus Büchern, sondern mit allen Sinnen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Von links: ehemalige Tolitäten Josephine Müller und Julia Richter, neue Tolitäten Ann-Kathrin Bretz, Carolin Stieffenhofer und Lilli Karbach, erster Vorsitzender der Heimatfreunde Güls Christoph Müller und Ortsvorsteher Hans-Peter Ackermann. Foto: SCH
42

Carolin Stieffenhofer und ihren Prinzessinnen Ann-Kathrin Bretz und Lilli Karbach übernahmen das Zepter

Feierliche Eröffnung des Blütenfestes Güls mit Proklamation der neuen Blüten- und Weinkönigin

Koblenz-Güls. Wenn die Weinberge an der Mosel nach und nach wieder grün werden und im ganzen Umland auf den Höhen die Kirschbäume die Landschaft in ein weiß blühendes Meer verwandeln, ist es wieder so weit: Im Koblenzer Stadtteil Güls, dem Tor zur Mosel, beginnt endlich wieder das Blütenfest, welches rund um den ersten Mai gefeiert wird!

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Haus
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi Bau
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Berufskraftfahrer gesucht
Heizöl/Diesel/Holzpellets
Zukunft trifft Tradition KW 18
Zukunft trifft Tradition KW 18
Innovatives rund um Andernach
Azubispots Bad Neuenahr 2026
First Friday Anzeige Mai
Jubiläum
Anzeige KW 18