Für mehr Frauen in der Kommunalpolitik – Abschlussveranstaltung macht Mut auf politisches Engagement
Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Ehrenamt ist zentrales Thema
Kreis Mayen-Koblenz. Bei der Abschlussveranstaltung der Initiative „Für mehr Frauen in der Kommunalpolitik“ auf Schloss Burg Namedy in Andernach nutzten Frauen mit Interesse an Kommunalpolitik die Chance, sich über die Kombinierbarkeit von Beruf, Familie und ehrenamtlichem Engagement zu informieren. Die Referentinnen Christiane Laudwein, Elvira Gügel, Petra Koch und Ulrike Linhsen teilten ihre Erfahrungen über die Herausforderungen, die diese Dreifachbelastung mit sich bringt. Unter der Moderation von Sabine Michel, einer erfahrenen Kommunikationstrainerin, wurde die Bedeutung von Mut und aktiver Teilnahme in der Kommunalpolitik hervorgehoben.
Christiane Laudwein, Leiterin der Bosch Thermotechnik Niederlassung in Bassenheim, berichtete von den Anfangsschwierigkeiten in einem männlich dominierten Arbeitsumfeld und dem Ausbalancieren von Berufs- und Familienleben. Trotz dieser Herausforderungen hat sie ein starkes Netzwerk aufgebaut und ihr Unternehmen wurde für seine Familienfreundlichkeit ausgezeichnet.
Elvira Gügel, Vorsitzende der Jungen Union Vordereifel, sprach über die Notwendigkeit eines guten Netzwerks und Organisationstalents, um Beruf, Mutterschaft und Ehrenämter zu vereinen. Sie betonte die Wichtigkeit, bestehende Rechte wie beispielsweise die Möglichkeit, bei Krankheit eines Kindes zu Hause zu bleiben, ohne sich rechtfertigen zu müssen, zu nutzen.
Petra Koch, Ortsvorsteherin von Kell und Mitglied des Andernacher Stadtrats für die SPD, schilderte, wie sich die Rahmenbedingungen für ehrenamtliche Tätigkeiten im Laufe der Zeit verbessert haben. Die Unterstützung ihres Ehemannes ermöglicht ihr das Engagement neben einer Teilzeitbeschäftigung.
Ulrike Linhsen, langjähriges Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen, betonte die persönliche Bereicherung durch ehrenamtliche Arbeit und die Wichtigkeit des Einsatzes für eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt.
Die Teilnehmerinnen der Veranstaltung äußerten den Wunsch nach flexibleren Sitzungszeiten und der Möglichkeit zu Hybrid-Sitzungen, um den Bedürfnissen von Frauen mit Kindern besser gerecht zu werden. Der Landtag hat kürzlich beschlossen, dass Kommunen Hybrid-Sitzungen durchführen können. Zudem gibt es Unterstützungsangebote für die Betreuung von Kindern und Pflegebedürftigen während ehrenamtlicher Tätigkeiten. Die Vorteile des Homeoffices für die Vereinbarkeit wurden ebenfalls hervorgehoben, mit dem Hinweis, dass auch dabei eine Kinderbetreuung sichergestellt sein muss.
Die Veranstaltungsreihe wurde in Zusammenarbeit mit dem LandFrauenkreisverband Mayen-Koblenz und den Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis durchgeführt. Lea Bales, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, dankte dem Organisationsteam bestehend aus Iris Betzing, Andrea Kohlhaas und Melissa Brang für ihr Engagement.BA
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