Wirtschaftsforum Rengsdorf will bei VG-Fusion mitreden
Verjüngung des Vorstands auf der Jahreshauptversammlung
Unternehmer Herbert Doll (Monte Mare) mit Pokal ausgezeichnet
Bonefeld. Mit einem deutlich verjüngten Vorstand geht das Gewerbeforum Rengsdorf in die kommenden Jahre. In der Jahreshauptversammlung haben die Mitglieder einige neue Köpfe in die Führungspositionen des Vereins gewählt. Michael Sterr wurde für weitere zwei Jahre in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt. In der Versammlung wurde Herbert Doll, Gründer und Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Monte Mare, für „herausragende unternehmerische Leistungen weit über die Grenzen von Rengsdorf und Rheinland-Pfalz hinaus“ mit dem Pokal des Wirtschaftsforums geehrt.
In der gut besuchten Versammlung, an der auch Rengsdorfs Verbandsgemeinde-Bürgermeister Hans-Werner Breithausen teilnahm, ging Vorsitzender Michael Sterr zunächst auf die aktuelle Situation und die Arbeit im Jahr 2016 ein. Noch nicht ganz gelöst ist das Problem der vom Wirtschaftsforum auf den Tennisterrassen in Rengsdorf installierten Webcam. Das Gerät ist veraltet und der Standort erwies sich als ungünstig. Deshalb hat man jetzt gemeinsam mit Bürgermeister Breithausen den ehemaligen Förderturm der Grube Georg in Willroth ins Auge gefasst. Von der zuständigen Verbandsgemeinde Flammersfeld wurde schon Zustimmung signalisiert.
Die Homepage des Wirtschaftsforums wird neu gestaltet und inhaltlich überarbeitet. Die Freischaltung der neuen Seite soll in Kürze erfolgen. Der Vorstand hat sich für die Verschiebung der Verbandsgemeindetage ausgesprochen, die eigentlich 2017 in Kurtscheid stattfinden sollten. Da dort jedoch ein umfangreicher Straßenausbau ansteht und die Straße durch das Gewerbegebiet als Umleitung ausgewiesen werden soll, macht eine große Veranstaltung dort im kommenden Jahr keinen Sinn. Die Verbandsgemeindetage sollen 2018 stattfinden. Zur Situation der Westerwaldstraße in Rengsdorf hat es in diesem Jahr mehrere Besprechungen gegeben, an denen die Unternehmer Susane Mohr, Uwe Matheis, Andreas Reinhard und vom Wirtschaftsforum Karin Blum und Michael Sterr teilnahmen. Auch mit Ortsbürgermeister Christian Robenek und den Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderates wurde gesprochen. Sterr sagte in der Versammlung: „Aus Sicht des Arbeitskreises sind das zeitlich lange Ausschreibungsverfahren bezüglich dem Projekt „Hotel Hirsch“ für die Gesamtsituation der Rengsdorfer Einzelhändler wenig erfreulich. Es ist festzuhalten, dass ein Ortsbild im Bereich Westerwaldstraße und ein wenig überschaubarer Zeitrahmen bezüglich Hotel Hirsch sowie Straßenausbau, neuen Unternehmern wenig Mut für Investitionen machen.“ Kritik an der Kommunalpolitik schwang mit in dem Satz: „Von Seiten des Wirtschaftsforums würden wir gerne eine intensivere Zusammenarbeit und Bündelung der Rengsdorfer Einzelhändler unterstützen und auch mit der Ortsgemeinde zusammenarbeiten. Jedoch setzt dies auch einen gewissen Willen von Seiten der politischen Vertreter voraus.“
Eine Absage erteilte Michael Sterr dem scheinbar von Mitglieder der Organisation gewünschten Einrichten einer Geschäftsstelle. Der Finanzhaushalt des Vereins würde Personal- und Mietkosten einer Geschäftsstelle nicht ohne Weiteres verkraften, sagte der Vorsitzende.
Mehr Beteiligung durch die VG Rengsdorf und Waldbreitbach
An die Adresse des anwesenden Verbandsgemeinde-Bürgermeister Breithausen gerichtet wünschte sich Sterr mehr Beteiligung an der laufenden Fusion der Verbandsgemeinden Rengsdorf und Waldbreitbach. Ein vereinbartes Gespräch der beiden Gewerbeverbände mit den beiden Bürgermeistern sei nicht zustande gekommen. Sterr: „Hierfür habe ich selbstverständlich Verständnis, erlaube mir aber auch den Hinweis, dass bei einer solchen Fusion von Verwaltungseinheiten, neben den schon vorhandenen leistungsfähigen Verwaltungen auch die Unternehmerseite eine wesentliche Rolle beim Zusammenwachsen der Verbandsgemeinden spielen können und auch werden. Von daher wären wir dankbar, wenn bei solchen intensiven Themen auch die Gewerbeverbände entsprechend mit ins Boot genommen würden.“ Bürgermeister Breithausen antwortete darauf mit dem Hinweis, die beiden Verwaltungs-Chefs hätten vereinbart, zunächst jeweils die relevanten Gespräche in den kommunalen gewählten Gremien zu führen, bevor die Interessenvertreter einbezogen würden.
Ein Zusammenschluss der beiden Unternehmerverbände in Rengsdorf und Waldbreitbach ist nicht geplant. Michael Sterr macht dafür „sehr unterschiedliche inhaltliche Ausrichtungen der beiden Gewerbeverbände“ verantwortlich. Allerdings soll es eine intensive Zusammenarbeit geben und eine gegenseitige Verlinkung der Internetseiten mit jeweiligem Bewerben der Veranstaltungen beider Vereine.
Neuwahlen
Der Vorsitzende bedankte sich bei den bisherigen Vorstandsmitgliedern Karin Blum, Jörg Wagenknecht, Horst Hachenberg, Jürgen Velten, Hermann Mohr, Claus Gördes und Dieter Hoffmann, die für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung standen.
An ihrer Stelle wurden in den Vorstand gewählt: als zweiter Vorsitzender Kai Kuhn (aus der Computerbranche), als Schriftführer Thorsten Forneberg (bei der Verbandsgemeindeverwaltung beschäftigt), seine Stellvertreterin wird Sabine Lenau-Weilberg (Firma Makutec), Pressesprecherin wird Sarah Puderbach (Mediengestalterin bei Berge & Meer). Kassenwartin und Stellvertreterin bleiben unverändert Jutta Henn und Corinna Ewald, als Beisitzer wurden gewählt Thomas Wasem (Sparkasse), Uli Weingarten (Heizungsbau, Energieberatung und Stefanie Ehl (Journalistin).
Hohe Auszeichnung für Herbert Doll
Ex-Bürgermeister Rolf Lück hielt die Laudatio auf den mit seiner Gattin und seinem Sohn angereisten Unternehmer Herbert Doll. Der habe vor 30 Jahren in Rengsdorf die Unternehmensgruppe Monte Mare gegründet mit heute 50 Beschäftigten am Stammsitz des Unternehmens in Rengsdorf und insgesamt 1.000 Beschäftigten deutschlandweit. Mittlerweile habe Herbert Doll 65 weitere Erlebnisbäder geplant und 30 gebaut, zwölf würden von der Unternehmensgruppe Monte Mare betrieben. Für das Jahr 2015 nennt das Unternehmen eine Gesamtbesucherzahl von 3,2 Millionen Gästen. Lück sagte: „Herbert Doll hat mit Fleiß, Mut, wirtschaftlicher Kompetenz und unternehmerischem Know-how etwas Großes geschaffen!“ 2010 wurde Herbert Doll mit dem Preis des Mittelstandes ausgezeichnet, 2016 wurde er für sein soziales und humanitäres Engagement sowie seine Ausbildungsbemühungen geehrt. Ebenfalls seit 2016 ist Doll vom Senat der Wirtschaft, einem Zusammenschluss von führenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, zum Senator berufen worden. Diesem Senat gehören unter anderen an der Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker und der ehemalige deutsche Umweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer. Den Pokal, der Herbert Doll von Rolf Lück und Michael Sterr überreicht wurde, hat ein Lehrling des Steinmetzbetriebs Korth in Bonefeld gemeißelt.
