Allgemeine Berichte | 21.04.2017

Sinziger Denkmalverein ließ sich durch den historischen Ortskern von Oberwinter führen

Viel restaurierte Bausubstanz

Auf dem „Balkönchen“, eine erhabene Stelle des Weges zwischen der Siedlung Oberwinter und der B9, erzählt Ute Metternich vom Ort und seiner Geschichte. -HG-

Oberwinter. Ursprünglich war und lange blieb der Weinbau führend in Oberwinter. Denn die erste Erwähnung spricht 886 von „vinitori“. Auch fingen die Einwohner Fisch, lebten von der Flößerei, unterhielten Herbergen und Pferdeunterstände für die Treidler. „Dazu hatte damals jeder sein Stückchen Holz und Wiese“.

Dies und mehr hatte Ute Metternich vom Rathausverein Oberwinter dem befreundeten Sinziger Förderverein der Denkmalpflege und des Heimatmuseums im alten Rathaus mitzuteilen.

Dort startete der Erkundungsrundgang.

Es war genau genommen ein langes Oval, das die Gruppe über die Hauptstraße, die frühere Landstraße, Richtung Bonn abschritt und zurück am rosa blühenden Kirchbaumweg entlang der B9.

Bei Sonnenschein erblickte man gepflegte Fachwerkhäuser, malerische Winkel, die evangelische und die katholische Kirche sowie ehemalige Weinhandlungen.

Napoleon soll hier genächtigt haben

Entgegenkommend öffnete Christian Schmiedel seine Hälfte des restaurierten figurenreichen Fachgebäudes Haus Schwanen, 1671 vom Ehepaar Cremer erbaut, 200 Jahre später als Gasthaus bekannt, wo sogar Napoleon genächtigt haben soll.

Bewohner Schmiedel, der dort eine Galerie betreibt, führte die Besucher im ersten Stock durch eine Renaissancetür in den größten Raum, wo er erklärte, „wenn Napoleon Gast war, dann hier“. Ein großes Anwesen besaß die erfolgreiche Weinhandelsfamilie Lauffs und gleich mehrere Häuser konnte sich Weinhändler Johann Wilhelm Volk leisten. Der markante gelbe Backsteinbau mit Mansard-Walmdach des Hotels Stein vom Ende des 19. Jahrhunderts aber war einst Produktions- und Ausstellungsgebäude einer Eisschrankfabrik, später Sitz des Winzervereins und ab 1914 auch Hotelbetrieb. Gegenüber steht das Haus eines früheren Möbelfabrikanten und nebenan sind noch die Hallen seiner Fabrik zu sehen. Dahinter folgt wieder ein Ex-Weinhändlerhaus, darauf das Gebäude einer ehemaligen Töpferei.

Der Hafen wurde zum Jachthafen

Metternich lenkte die Gäste in Gegenrichtung, sodass nun linkerhand der Hafen von Oberwinter lag, der 1891 als Schutzhafen gegen Eisgang und Hochwasser erbaut wurde und rechts die Siedlung.

Seit den 1960ern ist der Hafen zum Jachthafen geworden.

Die Gäste hörten, die katholische Kirche gehe auf das 16. Jahrhundert zurück und die nahe situierte evangelische Kirche, ein barocker Saalbau, auf das Jahr 1721. Nachdem Ende 1565 die Reformation in Oberwinter eingezogen war, wurde der katholische Kultus aufgehoben.

Doch wechselte der Kurs wiederholt, je nach dem Glauben des jeweiligen Herrschers.

Man staunte über den dreigeschossigen Fachwerkbau mit Stadtmauertor: Die „Fritzeburg“ vom 17. Jahrhundert genannt nach dem „roten“ Fritz Gütgemann, der um 1900 Eigentümer war.

Sehenswert auch das Wirtzsche Haus mit seinem Torbogen über die Ankergasse.

Dass die Hauptstraße neben Bauten auch einen Brunnen mit Pumpe, die letzte von dreien, zu bieten hat und das Basaltkreuz am Markt, dessen Standort öfter wechselte, fiel den Gästen auf, als sie wieder ortseinwärts schwenkten.

Für viele, die Oberwinter bis dahin nicht kannten, stand fest: „Ich komme wieder“.

HG

Viel restaurierte Bausubstanz

Auf dem „Balkönchen“, eine erhabene Stelle des Weges zwischen der Siedlung Oberwinter und der B9, erzählt Ute Metternich vom Ort und seiner Geschichte. Fotos: -HG-

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
Dauerauftrag 2026
Innovatives rund um Andernach
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Stellenanzeige Kita
125-jähriges Jubiläum der Rosenkranzkirche Bad Neuenahr und offizielle Wiedereröffnung am 12.04.26
Wohnträume
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Anzeige KW 15
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
57

Die Woche vom 20. bis 26. April fällt in eine Phase des spürbaren Übergangs. Der Frühling zeigt sich vielerorts bereits stabil, gleichzeitig wächst die Erwartung auf den Mai. Diese Mischung aus Aufbruch und Ungeduld prägt viele Entscheidungen. In Liebe, Gesundheit und Beruf entstehen Chancen, aber auch Momente der Unsicherheit. Kleine Veränderungen im Alltag können große Wirkung entfalten.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
299

Im Bereich der Ahrtalbahn könnte es nachts etwas lauter werden:

Ab 15.04.: Schleifzüge fahren auf der Ahrstrecke

Kreis Ahrweiler. Seit Dezember 2025 fahren die Züge wieder vollständig auf der gesamten Ahrstrecke zwischen Remagen und Ahrbrück. Seit März 2026 sind beide verkehrenden Linien rein elektrisch und damit umweltfreundlicher unterwegs. Damit die neuen Schienen nun noch einen „letzten Schliff“ erhalten können, wird nachts ein Schleifzug unterwegs sein. Dies betrifft die folgenden Zeiträume und Abschnitte:

Weiterlesen

15

Ausbau der Ladeinfrastruktur am Rathaus

Neuer Schub für die Elektromobilität

Meckenheim. Das regionale Energieunternehmen e-regio erweitert die Ladeinfrastruktur in Meckenheim und schafft am Rathausparkplatz zusätzliche Möglichkeiten zum komfortablen Laden von Elektrofahrzeugen. Aufgrund der hohen Nutzung der bestehenden Ladesäule werden derzeit zwei neue AC-Ladesäulen mit insgesamt vier Ladepunkten installiert. Die neuen Ladepunkte sind so angeordnet, dass sie von jeweils zwei Parkbuchten optimal erreichbar sind.

Weiterlesen

25

Allgemeine Berichte

Ortsübliche Bekanntmachung

Sinzig. Ortsübliche Bekanntmachung über die öffentliche Bekanntgabe der Bestimmung und Abmarkung von Flurstücksgrenzen in der Gemeinde _Sinzig_______ In der Gemarkung __Bodendorf______, Flur __13__, Flurstücke __124/1, 133______ wurden die Flurstücksgrenzen aus Anlass einer Liegenschaftsvermessung auf Antrag bestimmt und abgemarkt. Über diese Maßnahmen wurde am _17.3.2026_ eine Grenzniederschrift angefertigt.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Monatliche Anzeige
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Daueranzeige
Wir helfen im Trauerfall
Alles rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Oster-Anzeige
Tag der offenen Tür
Container Anzeige
First Friday Anzeige März
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Dauerauftrag 2026
Unterstützeranzeige
Wohnträume
  WÄRMEPUMPE ÖL/GASHEIZUNG
Veranstaltung 15.April
Anzeige Tag der offenen Tür am Zeiberberg