„Wohnen für Hilfe“ in Koblenz
Viele gute Erfahrungen
Koblenz. Mit ihren 87 Jahren bleibt Theodore Wenzel am Puls der Zeit. Denn seit vier Jahren vermietet sie ein Zimmer an Studierende. Die bezahlen zwar abgesehen von den Nebenkosten keine Miete, helfen ihr dafür aber im Alltag – und geben ihr Einblick in die Lebenswelt junger Menschen. Inzwischen wohnt bereits der dritte Student im Rahmen des Projekts „Wohnen für Hilfe“ bei ihr. Die Kinder und Enkel von Theodore Wenzel wohnen inzwischen alle weiter weg. „Ich habe also Platz im Haus und weiß, dass Wohnraum knapp und für viele Studierende zu teuer ist“, berichtet die Seniorin. „Gleichzeitig freue ich mich im Alltag über die Gesellschaft eines jungen Menschen. Und natürlich tut die Hilfe bei der Gartenarbeit, bei Problemen mit dem Computer oder Handy oder auch ab und zu im Haushalt gut.“
Mit dem Projekt „Wohnen für Hilfe“ konnte Theodore Wenzel viel Erfahrung sammeln. In den vergangenen vier Jahren wohnten bei ihr bereits zwei Studentinnen und ein Student, die sie als Gegenleistung für ein kostenfreies Zimmer im Alltag unterstützten. „Ich schätze den Kontakt zu jungen Leuten und finde es sehr bereichernd, internationale Studierende kennenzulernen. Dadurch habe ich viel über andere Länder und Kulturen erfahren.“ Aktuell wohnt ein Student mit syrischen Wurzeln bei ihr. „Er hat mir seine Denkweise, Religion und nicht zuletzt die gesunde, schmackhaften syrische Küche nähergebracht.“ Und auch die Studierenden profitieren von diesem Austausch: „Ich erkläre ihnen gerne die Bedeutung von Wörtern, die sie nicht kennen. Und auch dass ich mit ihnen Deutsch spreche, ist für sie hilfreich. Darüber hinaus lernen sie deutsche Gewohnheiten und Lebensweisen besser kennen“, erzählt Wenzel.
Abgesehen von der Unterstützung im Alltag ist Frau Wenzel über die Gesellschaft ihres Mitbewohners froh. „Wir sprechen jeden Tag miteinander, meistens abends. Ab und zu spielen wir auch eine Runde Rummikub oder Mastermind. Aber auch wenn ich einmal nicht da bin, ist es schön, die Sicherheit zu haben, dass das Haus gut gehütet wird.“
Ihr Fazit: „Meine Erfahrungen mit den drei Studierenden sind durchweg positiv! ‚Wohnen für Hilfe“ ist für jeden ein Gewinn, der aufgeschlossen ist für andere Lebensvorstellungen und Gewohnheiten.“
Pressemitteilung des
Studierendenwerkes Koblenz
