Allgemeine Berichte | 05.10.2016

Bürger-Schützen betreiben seit 1694 eigenen Weinbau

Vier Fuder Trauben liefern rund 3.800 Liter Schützen-Wein

Traditionelle Traubenlese der Ahrweiler St. Sebastianus Bürger-Schützen-Gesellschaft

Waren mit viel Spaß bei der Traubenlese der Bürger-Schützen dabei: König Willi Busch (links)und Hauptmann Jürgen Knieps.DU

Ahrweiler. Die Ahrweiler St. Sebastianus Bürger-Schützen-Gesellschaft kann nicht nur auf eine weit mehr als 610-jährige Schützentradition, sondern auch auf jahrhundertelangen Weinanbau zurückblicken. Und „zurückblicken“ heißt hier nicht, dass es sich um längst vergangene Geschichten handelt – im Gegenteil. Bis zum heutigen Tag pflegt die Gesellschaft das althergebrachte Schützenwesen ebenso, wie den Anbau eigener „Schützen-Weine“. Nachweislich seit dem Jahr 1694 betreibt die Ahrweiler St. Sebastianus Bürger-Schützen-Gesellschaft eigenen Weinbau. Das dürfte weltweit wohl einmalig sein. Die eigenen Schützen-Weinberge gingen ursprünglich auf Schenkungen zurück. Heute bewirtschaften die Bürger-Schützen sowohl Weinberge am Ahrweiler „Forstberg“ oberhalb der Ellig, als auch auf dem Bachemer „Karlskopf“. Der Höhepunkt des Weinjahres ist natürlich die Traubenlese, die am Tag der Deutschen Einheit von den Schützenbrüdern zelebriert wurde. So bestand auch für berufstätige Bürger-Schützen die Möglichkeit, einmal an der Lese teilzunehmen. Schon morgens früh hatten sich 28 Mitglieder der Gesellschaft in der Ellig eingefungen – weit mehr als im Vorfeld erwartet. Durch die starke „Manpower“ waren die Weinberge im „Forstberg“ schnell abgeerntet, so dass man schnell gen „Karlskopf“ wechseln konnte. Und auch hier, hoch oben über Bachem, lief die Lese rasch von der Hand. Auch die zwischenzeitlichen Regenschauer taten der Freude an der Traubenlese keinen Abbruch. Schnell füllten sich die Erntekörbe mit reifen Trauben, die später im Weingut von Marc Adeneuer, der selbst Zugführer des Oberleutnantsglieds der St. Sebastianus Bürger-Schützen ist, zu köstlichen Schützen-Weinen verarbeitet werden.

75 Prozent Spätburgunder, 25 Prozent „Blanc de Noir“

Dabei wird zu 75 Prozent roter Spätburgunder trocken sowie zu 25 Prozent „Blanc de Noir“ produziert. Der Wein wird bei den Veranstaltungen der St. Sebastianus Bürger-Schützen-Gesellschaft, wie beispielsweise Schützenfest oder Patronatsfest ausgeschenkt, bei besonderen Anlässen als Präsent vergeben oder an die Schützenbrüder veräußert. Im Handel ist der Schützen-Wein traditionell nicht erhältlich. Sichtlich zufrieden zeigten sich Bürger-Schützen-König Willi Busch und Hauptmann Jürgen Knieps über das Ergebnis der diesjährigen Ernte: Auf insgesamt einem halben Hektar Anbaufläche konnten vier Fuder Trauben gelesen werden, das rund 3.800 Litern Wein entspricht. Das Lesegut beider Lagen brachte es dabei auf satte 92 Grad Oechsle. Die 2016er Ernte wird voraussichtlich im März/April 2017 („Blanc de Noir“), beziehungsweise im September 2017 (Spätburgunder) ihren Weg in die Weinflaschen finden. Den 2015er Jahrgang verkosteten die Bürger-Schützen bei der anschließenden „Maateljaß“, einem geselligen Erntedankfest als Abschluss der Traubenlese.

Zahlreiche Bürger-Schützen beteiligten sich an der Traubenlese.

Zahlreiche Bürger-Schützen beteiligten sich an der Traubenlese.

Aus diesen fruchtigen Trauben entsteht köstlicher Spätburgunder.

Aus diesen fruchtigen Trauben entsteht köstlicher Spätburgunder.

Waren mit viel Spaß bei der Traubenlese der Bürger-Schützen dabei: König Willi Busch (links) und Hauptmann Jürgen Knieps.Fotos: DU

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag
Imageanzeige
Regionales aus Ihrem Hofladen
Stellenanzeige Reinigungskraft
Innovatives aus Weißenthurm
Anzeigenauftrag #PR111825-2026-0011#
Empfohlene Artikel
So eine Standard-Kapelle ist bei den herkömmlichen Sightseeingtouren nicht unbedingt in den Top 10 mit dabei, schon gar nicht im Westerwald.
374

So eine Standard-Kapelle ist bei den herkömmlichen Sightseeingtouren nicht unbedingt in den Top 10 mit dabei, schon gar nicht im Westerwald. Aber wie gut, dass es die Kapelle am Heilborn gibt. Hier hat sich die Natur ihren Weg gebahnt und ein solider Baum wächst schnurstracks durchs Vordach. Offenbar hat dem Baum niemand erklärt, dass man normalerweise erst baut und dann pflanzt. Egal: Das Ergebnis ist jedenfalls spektakulär.

Weiterlesen

Weitere Artikel
(v.l.) Charlotte Jürgens (linke und rechte Hand) von Annette Bartsch (DSM-Direktorin)
1632

Bad Neuenahr. Ein sportlich erfolgreicher Turniertag fand seinen krönenden Abschluss bei einer besonderen Abendveranstaltung im Steigenberger Hotel Bad Neuenahr. In stilvollem Ambiente kamen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Gäste sowie Organisatoren zusammen, um die besondere Atmosphäre des Turniers auch abseits der Tennisplätze zu genießen. Der Abend stand ganz im Zeichen regionaler Gastfreundschaft, langjähriger Verbundenheit und des gemeinsamen Blicks in eine erfolgreiche Zukunft des Turniers.

Von HTC Bad Neuenahr aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen