Travestie auf der open air bühne der kulturwerkstatt
„Violets and Roses“ können auch draußen
Gesang, Tanz, Slapstick und Travestie- am 5. September Sonderkonzert
Remagen. Werbung überflüssig: Sie sind einfach bekannt in der Region: die Truppe „Violets and Roses“ um den Sinziger Christian Schuldt. Sie haben ihren Weg von Bonn, wo sie seit Jahren im „Annotuback“ auftreten, auch zurück in die Heimat gefunden. Am Samstag nun war besondere Herausforderung angesagt. Coronabedingt hieß es zum ersten Mal: open-air auf einer Freilichtbühne. Gemeinsam mit einer tollen Technik gelang es der Truppe um die Koordinatorin Sabrina, die wohl früher mal einen Flohzirkus geleitet haben muss, bei den liebenswert durchgeknallten Künstlern, eine umwerfende Show hinter der Remagener „Kulturwerkstatt“ auf die Bühne zu zaubern. Und offensichtlich haben „Violets and Roses“ eine breite Fangemeinde erobert, denn es blieb kein einziger der vorbestellten Stühle unbesetzt. Mehr ist nicht zu stellen, die Abstandsregeln müssen gewahrt bleiben – die Maskenpflicht ebenfalls. Ein Lob an das Publikum. Dennoch, Tränen vor Lachen war Standard – nicht nur im Publikum, auch auf der Bühne. Den Künstlern war der Spaß an ihrer Sache und die Freude, endlich wieder auf der Bühne zu stehen, deutlich anzumerken. Wenn auch die Naht am „Kleidchen“ von „Christina Sentiaca“ in diesem Jahr hielt, trotz einer gewissen Zunahme, also nicht am Kleid, so erfuhr man doch den –klassischen Satz: „Es war gar nicht die Naht, es war der Reißverschluss“ - oder war der mit Nachtigall und Lärche? Und das Zusammenspiel von Christina und „Adelheid Van Seidennaht“ war abermals eine wahre Wonne. Gags aus dem eff, eff – spontan. „Adelheid“ brillierte in einer Garderobe, die diesem komischen Tier aus Mischung von Zebra und dem mit dem Horn auf der Nase, alle Ehre gemacht hätte.
Südamerikanischer Tanz und Hulla-Hupp-Reifen
Die schöne „Helena Marina“ brillierte mit südamerikanischem Tanz und dem Hulla-Hupp-Reifen, in einer Perfektion, die dem „Spanischen Torrero David“ aus dem „Kulturwerkstatt-Team“ schon beim Soundcheck die merkwürdigsten Beifallslaute entlockte. Ein Wiedersehen feierte die „Kulturwerkstatt“ mit der Künstlerin Angela Krüll. Die Stimme aus Colonia brachte das Publikum bereits bei „Hauffes Salon“ in Stimmung. Mit ihrer rauchigen Stimme brachte sie einen Hauch von Karneval nach Remagen und machte Erinnerungen lebendig an Zarah Leander und Hildegard Knef. Das Publikum glaubte ihr sofort: „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“. Das Wunder auf der Bühne vollzog sich in der Abwechslung der Kostüme, die dem Publikum schon rasenden Applaus abverlangten. Ob als hochgeschossenes Can-Can-Girl oder als Operntenor, Amalie Mails-Kurz kann jede Rolle überzeugend komisch darstellen. Der Gesang ging förmlich unter im Gelächter der Fangemeinde. Und wenn „Christina“ als Cowgirl auf die Bühne kommt und „Take me home Westvirginia“ schmettert, hält es das Publikum nur noch coronabedingt auf den Stühlen. „Tina Turner“ war diesmal nicht dabei, doch was „Violets and Roses“ boten, war einfach eine Klasse für sich: Travestie vom Feinsten, Comedy, Live-Gesang und natürlich Playback, dass die Mikrofone zu sprengen schien. Darüber waren sich die „Varietéfreunde“ einig und waren als das letzte Lied erklang – „Über den Wolken muss die Freiheit so grenzenlos sein“ – einer Meinung, für gute zwei Stunden war die Freiheit der Kunst und der Künstler in schwierigen Zeiten mit „Violets and Roses“ grenzenlos. Die gute Nachricht kam dann ganz zum Schluss. Am 5. September tritt die Truppe wegen der großen Nachfrage nach ihren Karten, erneut auf der Freilichtbühne auf. Voranmeldungen im Internet unter Kulturwerkstatt-Remagen.de. Zuvor aber ist „Coverstreet“ zu Gast. Rockige Musik, bekannte Lieder gibt es zu „Flammkuchen und Wein“ am Samstag, 29 August, ab 19 Uhr an der „Kulturwerkstatt“. Anmeldungen über vorgenannte Homepage-Adresse. Einlass ab 18 Uhr am Haupteingang Kirchstraße, mit Maske. AB
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