Digitalisierung bringt lokale Einzelhändler und Dienstleister voran
Virtuelles Höhr-Grenzhausen schreibt Erfolgsgeschichte
Die Macher von www.onlinestadt-hg.de werden mittlerweile von anderen Kommunen als Vorbild genutzt – Stadt und Gewerbeverein unterstützen die Initiative
Höhr-Grenzhausen. Die schöne Kannenbäckerstadt Höhr-Grenzhausen mit ihren knapp 10.000 Einwohnern im Westerwald wird aufgrund ihrer Attraktionen und ihres Status als Fremdenverkehrsort jährlich von vielen Menschen besucht. Mittlerweile gibt es den Ort noch ein zweites Mal, nämlich im Internet als „Onlinestadt Höhr-Grenzhausen“. Jetzt sind dem Besucheraufkommen der Onlinestadt faktisch überhaupt keine Grenzen mehr gesetzt. „Wir bekommen Anfragen aus ganz Deutschland“, freut sich Christian Heller vom Quartiersmanagement Höhr-Grenzhausen. Heller hat zusammen mit Werner Bayer sozusagen das Fundament für die Onlinestadt Höhr-Grenzhausen gelegt. Am 3. Dezember 2016 drückten sie auf den Startknopf. Von dem Moment an war ein Großteil der Geschäfte in der Kannenbäckerstadt weltweit online erreichbar. 45 Gewerbetreibende nutzen mittlerweile den Service der Internetseite www.onlinestadt-hg.de.
Nachmachen erwünscht
Logisch, dass diese Initiative nicht unbemerkt ihre Erfolgsspuren im Internet hinterließ. In der ganzen Republik stieß die Aktion der Höhr-Grenzhäuser Einzelhändler und Dienstleistungsanbieter auf Interesse. Jüngst hat die Ortsgemeinde Kirchspiel Anhausen die Westerwälder zum Vorbild genommen, um nach deren Vorbild ebenfalls eine Online-Vermarktung heimischer Produkte und Dienstleistungen zu forcieren („BLICK aktuell“ berichtete). Dabei konnten die Anhausener auf die Erfahrungen und Kenntnisse der Internet-Pioniere in Höhr-Grenzhausen zurückgreifen. Christian Heller: „Wir helfen anderen Gemeinden gerne, die Interesse an einem solchen Projekt haben und freuen uns über das Interesse an unserer Arbeit. Wir haben die Kollegen aus Anhausen zu einem Informationsaustausch zu uns nach Höhr-Grenzhausen eingeladen. Vielleicht ergeben sich aus der Kooperation später ja auch einmal Synergieeffekte.“ So konnte Anhausen von der Kannenbäckerstadt das Grundgerüst für seine eigene Internetplattform übernehmen, was Entwicklungszeit und -kosten sparte.
Auch in anderen Orten interessiert man sich für die Internet-Aktivitäten in Höhr-Grenzhausen. Jüngst wurden die Macher der Onlinestadt sogar zu einer Fachtagung des Gemeinde- und Städtebunds Rheinland-Pfalz in Worms eingeladen, um über ihre Erfolge zu berichten.
Hinter dem Projekt in Höhr-Grenzhausen stehen der Gewerbeverein „Pro Höhr-Grenzhausen“ sowie Christian Heller und Werner Bayer vom Quartiersmanagement Höhr. Unterstützt wird die Initiative auch von Stadtbürgermeister Michael Thiesen. Marco Göbenich von der Firma needful unterstützte die technische Umsetzung des Online-Shops.
Unternehmer und Bürger profitieren
Die Onlinestadt Höhr-Grenzhausen kombiniert den stationären Einzelhandel mit dem Online-Handel und hilft Höhr-Grenzhausen, weiterhin eine attraktive und lebendige Einkaufsstadt zu bleiben. Die Plattform will den lokalen Einzelhandel stärken und ein neues Bewusstsein für dessen Qualität schaffen.
Die Vorteile für Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen werden so beschrieben: Darstellung der Produktvielfalt des lokalen Einzelhandels, Möglichkeit zur Online-Bestellung mit Abholung vor Ort oder Lieferung am gleichen Tag, Beratung und Sicherheit des lokalen Einzelhandels, Serviceleistung des lokalen Einzelhandels, der Dienstleister und der Gastronomie.
Das gesamte Projekt ist für die Teilnehmer kostenlos und wird vom Quartiersmanagement Höhr in Kooperation mit dem Gewerbeverein Pro Höhr-Grenzhausen betreut. Den Gewerbetreibenden entstehen keine Kosten. Sie haben lediglich die Aufgabe, ihre Produkte nach Wahl online zu stellen. Dabei wird ihnen im Vorfeld mit einer Schulung geholfen. Und sie müssen gewährleisten, dass sie ihre Emails täglich überprüfen, um eingehende Bestellungen bearbeiten zu können. Aber welcher Geschäftsmann tut das nicht gerne.
Bei einer Fachtagung wurde die onlinestadt-hg.de vorgestellt. Foto: Bernd Düsterdiek, Deutscher Städte und Gemeindebund
