Völlig ausgebuchtes Foyer - beeindruckender Neujahrsempfang des Kultur- und Heimatvereins Niederzissen
Niederzissen. Mit 65 Gästen war das Foyer der Niederzissener Bausenberg-Halle am späten Sonntagvormittag bis auf den letzten Platz ausgebucht.
Der neue Vorsitzende des Vereins, Norbert Wagner, war bei seiner Begrüßungs- und Eröffnungsansprache sichtlich beeindruckt.
Neben Ortsbürgermeister Rolf Hans, VG-Chef Johannes Bell und MdL Petra Schneider beehrten gleich fünf weitere Ortsbürgermeister den Verein mit ihrer Anwesenheit, ein spürbares Zeichen für die überörtliche Ausstrahlkraft des Vereins, insbesondere natürlich der ehemaligen Synagoge in der Niederzissener Mittelstraße.
Aber eben auch weit über 50 Mitglieder und Freunde des Vereins sowie Vertreter anderer Ortsvereine waren der Einladung gefolgt und freuten sich über diese langjährige, von Richard Keuler begonnene schöne Tradition.
Rolf Hans betonte in seinem Grußwort im Namen aller anwesenden Bürgermeister die große Bedeutung der Vereinsarbeit für die Ortsgemeinden. Dabei gratulierte er dem Kultur- und Heimatverein für die nach intensiver Projektarbeit im Herbst vergangenen Jahres umgesetzte neue Vereinsstruktur und zum neuen Vorstandsteam.
Im Mittelpunkt der attraktiven Veranstaltung stand das Referat von Prof. Dr. Stefan Sell von der Hochschule Koblenz, Campus Remagen. Der renommierte Hochschullehrer für Volkswirtschaftslehre, Sozialpolitik und Sozialwissenschaften ist ausgewiesener Experte für Fragen unserer gesellschaftlichen Entwicklung und ist über seine Lehrtätigkeit hinaus ein sehr gefragter Interviewpartner von Presse, Rundfunk und Fernsehen.
In seinem anschaulichen und lebhaft vorgetragenen Beitrag fesselte der versierte Referent sämtliche Zuhörerinnen und Zuhörer mit seinen konkret für die nächsten Jahre auf das Brohltal fokussierten Zahlen, Daten und Fakten zur demografischen Entwicklung, also der erheblich alternden Bevölkerung. In seinem Resümee stellte Prof. Sell drei Megathemen und Herausforderungen gerade auch für die Kommunalpolitiker und die Menschen hier vor Ort heraus:
1. Die Pflegesituation und die Ermöglichung, dass die Menschen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden leben können.
2. Die Altersarmut bei einem Teil der älteren Menschen und auf der anderen Seite die finanziell Saturierten.
3. Die schwierige Aufrechterhaltung der Mobilität und der Infrastruktur für den täglichen Bedarf gerade im ländlichen Raum.
Nach dieser gewiss nicht leicht zu verdauenden Kost und dem eindringlichen Appell des Kultur- und Heimatvereins an alle Anwesenden, aktiv in ihren Familien und ihrer Nachbarschaft um Interessierte für die Mitarbeit an der örtlichen Kultur und Geschichte zu werben, stand für alle Gäste ein leckerer und reichlicher Imbiß bereit.
