Allgemeine Berichte | 10.04.2018

Langzeit-Projekt von Jugendbüro und Maternusstift Altenahr

Von „Ach du grüne Neune“ bis „Zesamme em Jaade“

Gruppenbild um eines der fertig aufgebauten Hochbeete am 1. Aktionstag. privat

Altenburg. In der Karwoche war es endlich soweit: Viele engagierte Teilnehmer des generationsübergreifenden Langzeit-Projektes von Jugendbüro und Maternusstift trafen sich zu den ersten „Zesamme em Jaade“-Aktionen in diesem Frühjahr. Zunächst wurden mit vereinten Kräften zwei neue Hochbeete errichtet; vierzehn Kinder hatten sich am Jugendbüro eingefunden, drei wackere Senioren kamen trotz des trüben Wetters begleitet von Marie-Luise Witsch aus dem Seniorencentrum herüber, um sich mit Rat und Tat einzubringen und natürlich waren auch Jugendpfleger Werner Söller und sein Team aus sechs haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern mit von der Partie.

Trotz dieser Vielzahl motivierter Helfer wurde am Ende die Zeit knapp, so dass die beiden Beete zwar errichtet und an ihren Bestimmungsorten platziert, aber noch nicht befüllt waren, als der Aktionstag um 14 Uhr endete. Aus diesem Grund hatte Werner Söller alle, die sich auch für die Gründonnerstags-Aktion angemeldet hatten, gebeten, sich wenn möglich eine Stunde früher zur Kräuterwanderung einzufinden und gemeinsam die Arbeit an den Hochbeeten zu vollenden.

Gestärkt durch heiße Würstchen und ausgestattet mit neuen, leuchtend grünen Kappen, an denen Buttons mit dem „Zesamme em Jaade“-Logo befestigt sind, verabschiedeten sich die zufriedenen Teilnehmer am ersten und äußerst erfolgreichen Projekttag.

Keine Scheu vor Arbeit und starken Gerüchen

Nachdem mit vorbereiteten Brettern, Schrauben und Akkuschraubern gewerkelt wurde, mussten noch Reisig, Grünschnitt, Pferdemist und säckeweise Erde in die nun auch mit Folie ausgekleideten Beete geschichtet werden.

Der von der Firma S&J GaLa-Tiefbau GmbH aus Mayschoß kostenlos angelieferte Hänger voll Pferdemist rief bei den Kindern teils Abscheu, aber auch begeisterte Ausrufe wie „Ich liebe diesen Geruch!“ hervor.

Es fanden sich etliche fleißige Hände, die den kostbaren Dünger Eimer für Eimer in die Hochbeete schütteten und dann Schubkarren mit Pflanzerde heranfuhren, die mit viel Elan verteilt und zwischendurch jubelnd festgestampft wurde.

Unter der Kindern fühlten sich einige so stark mit ihrem Werk verbunden, dass sie lieber weiterschafften, anstatt die Kräuter-Pädagogin Tanja Fusenig-Hoffmann auf der Wanderung und der Suche nach den „magischen Neun“ zu begleiten.

Also zogen von den sechzehn Kindern nur zehn mit ihren Betreuern los, um Gänseblümchen, Giersch, Wiesenlabkraut, behaartes Schaumkraut, Knoblauchrauke, Scharbockskraut, Löwenzahn, Vogelmiere und gewöhnlichen Feldsalat zu sammeln.

Wissenswertes zu den „Magischen Neun“

Während der Suche erfuhren sie von Tanja Fusenig-Hoffmann, dass ihre Vorfahren, die von dem lebten, was Acker und Garten einbrachten, nach dem Winter oft an Mangelerscheinungen wie Skorbut litten und mit dem ersten frischen Grün im Frühling der Müdigkeit und Anfälligkeit für Infektionen entgegenwirkten.

„Ach du grüne Neune!“ hat bestimmt jeder schon einmal vor Überraschung oder Verwunderung ausgerufen und die Neun ist seit alters her eine magische Zahl: Neun Monate wird ein Kind ausgetragen, neun Planeten hat unser Sonnensystem, unsere Vorfahren teilten das Jahr sogar in die neun Jahreszeiten Vorfrühling, Frühling, Osterzeit, Frühsommer, Hochsommer, Altweibersommer, Früherbst, Herbst und Winter ein.

Die bei den Germanen heilige Zahl Neun steht für Bewegung und Dynamik, die Farbe Grün drückt dazu noch Lebenskraft und Wachstum aus, beides unübersehbare Zeichen des Frühlings.

Wen wundert es da, dass traditionell an Gründonnerstag eine grüne Speise, meist eine Suppe, gereicht wurde, die neun regional unterschiedliche Kräuter enthielt und das Ende der Fastenzeit, sowie den Beginn des Frühlings symbolisierte.

Auch die Brennnessel gehörte oft zu den „grünen Neune“ und wurde von den Kindern nach ihrer Wanderung unter dem Mikroskop betrachtet; nicht nur die Brennhaare wurden so entdeckt, nach dem Zerreiben alter Stängel vom Vorjahr konnten auch die Nesselfasern gut erkannt werden.

Tanja Fusenig-Hoffmann erzählte dabei vom Märchen der sieben Schwäne, in dem eine Schwester für ihre Prinzenbrüder Nesselhemden weben muss, damit diese wieder menschliche Gestalt annehmen können.

Gemeinsam arbeiten, gemeinsam genießen

Während die Hochbeete fertiggestellt und die grüne Neune kennengelernt wurde, waren im Jugendbüro fleißige Hände am Werk: Ofenkartoffeln und Quark wurden von vier Senioren vorbereitet, so dass die gesammelten Kräuter nur noch von den Kindern zerkleinert und unter den Quark gerührt werden mussten.

Mit großem Appetit ließen sich zum Abschluss Jung und Alt die Gründonnerstags-Speise bei schönstem Sonnenschein schmecken. Weitere spannende und interessante „Zesamme em Jaade“-Aktionen werden in den nächsten Wochen stattfinden und selbstverständlich noch bekannt gegeben.

Gruppenbild um eines der fertig aufgebauten Hochbeete am 1. Aktionstag. Fotos: privat

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