Allgemeine Berichte | 26.10.2023

Eine weltweite Hommage an Beethoven in Stein gemeißelt

Von Bonn bis Quingdao

Peter Christian Breuer (1856 – 1930), Beethoven-Sitzplastik in der Bonner Rheinaue, 1938.  Foto: Matthias von der Bank, 2017

Koblenz. Die Sonderausstellung im Museum Mutter-Beethoven-Haus, die vom 5. November bis zum 28. April 2024 läuft, widmet sich den Denkmälern von Ludwig van Beethoven, die in verschiedenen Teilen der Welt errichtet wurden. Solche Ehrungen für bedeutende Künstler und Musiker sind in Europa seit dem 18. Jahrhundert populär. Beethoven, der von 1770 bis 1827 lebte, gehört zu den besonders häufig gewürdigten Persönlichkeiten in dieser Hinsicht.

Die erste Ehrung in Form eines Monuments für Beethoven wurde 1845 auf dem Münsterplatz in Bonn enthüllt. Das Denkmal folgt einem schlichten und zurückhaltenden Stil, typisch für bürgerliche Monumente jener Zeit. Beethoven ist in zeitgenössischer Kleidung dargestellt und steht auf einem hohen Sockel, der mit allegorischen Reliefs geschmückt ist. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden aufwendigere Monumente, wie ein großes Ensemble allegorischer Figuren in Wien zeigt.

Im Übergang zum 20. Jahrhundert rückten Darstellungen in den Fokus, die Beethoven als Menschen in seiner Liebe zur Natur zeigen. Diese Entwicklung wird anhand von Skulpturen in Neapel und Wien-Heiligenstatt deutlich. In Nord- und Mittelamerika entstanden ebenfalls Denkmäler, die meist von in Europa ausgebildeten Künstlern geschaffen wurden und daher europäische Konzepte reflektieren.

In Frankreich entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts innovative Beethoven-Plastiken, inspiriert vom Stil Auguste Rodins. Diese Werke sind voller Pathos und Leidenschaft und prägen bis heute die moderne Darstellung des Komponisten. Im Gegensatz dazu zeichnete sich die Mitte des 20. Jahrhunderts durch eine gewisse Zurückhaltung bei der Erstellung neuer Beethoven-Denkmäler aus. Erst seit den 1970er Jahren nimmt das Interesse an dieser Form der Kunst wieder zu, wobei man verstärkt experimentelle und provokative Ansätze verfolgt.

In Asien, besonders seit dem letzten Viertel des 20. Jahrhunderts, gehen Künstler unbefangener mit traditionellen Formen um. Oft wird ein kantiger, zur Abstraktion tendierender Stil gewählt, um die Modernität Beethovens hervorzuheben, wie beispielsweise in den Denkmälern in Naruto und Quingdao. Trotz ihrer Unterschiede zeigen alle Beethoven-Denkmäler das anhaltende weltweite Interesse und die hohe Wertschätzung für den Komponisten.

Die Sonderausstellung bietet durch Modelle und Fotografien einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Denkmäler und die Konzepte, die entwickelt wurden, um an Beethoven und sein Werk zu erinnern. BA

Klaus Kammerichs (*1933), Modell für das Denkmal Beethon in Bonn (1986).  Foto: Beethoven-Haus Bonn (Miriam Fischer)

Klaus Kammerichs (*1933), Modell für das Denkmal Beethon in Bonn (1986). Foto: Beethoven-Haus Bonn (Miriam Fischer)

Peter Christian Breuer (1856 – 1930), Beethoven-Sitzplastik in der Bonner Rheinaue, 1938. Foto: Matthias von der Bank, 2017

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