Silvesterkonzert mit dem Kölner Klassik Ensemble im Himmeroder Hof in Rheinbach
Von adagio bis allegro
Rheinbach. Bereits seit dem Jahr 2004 zieht es am Silvestertag zahlreiche Liebhaber der klassischen Musik zum Silvesterkonzert des Kölner Klassik Ensembles in den Himmeroder Hof. Im Kölner Klassik Ensemble finden sich hochbegabte Absolventen der besten Musikhochschulen Europas zusammen. Ihr Ziel ist es, die klassische Musik auch in unsere Zeit hineinzutragen und lebendig zu machen. Jedes Jahr kommt Tobias Kassung, der künstlerische Leiter des Ensembles, mit bekannten und neuen Solisten am Silvestertag nach Rheinbach, um mit kleinen musikalischen Leckerbissen die Besucher im Ratssaal des Himmeroder Hofes auf Silvester einzustimmen. Viele der Gäste an diesem Abend gehören schon zum „Stammpublikum“ und halten dem Ensemble seit Jahren die Treue. In diesem Jahr kam Kassung mit den Spitzensolisten Katja Pietsch, Lena Kravets, Phillip Wenger und Albert Khametov nach Rheinbach. Alles Musiker der Spitzenklasse, ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen und in der Musikwelt sehr bekannt. Kassung begrüßte die Gäste im Ratssaal in seiner bekannten charmanten Art und führte in den ersten Programmteil ein. Aus dem Oratorium „Salomon“ ertönte die schwungvolle Barockmusik zur „Ankunft der Königin von Saba“ von Georg Friedrich Händel und „Largo“ aus der Oper „Xerxes“ von Georg Friedrich Händel. Das Oratorium komponierte Händel 1748 in nur sechs Wochen als Musikerlebnis während der Fastenzeit. Die Oper „Xerxes“ selbst wurde kaum auf die Bühne gebracht, während das sogenannte „Largo“ die Welt eroberte.
Danach stand der nächste große Komponist des Barocks auf dem Spielplan: Johann Sebastian Bach mit „Badinerie“, einem tanzartigen Charakterstück, und „Jesus bleibt meine Freude“, eine Kirchenkantate.
Den Abschluss des ersten Teils des Konzerts bildete das Divertimento in F-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart. Mozart hatte insgesamt drei Divertimento geschrieben. „Die heutigen Musiker staunen immer wieder über die Perfektion dieser Stücke“, betonte Kassung in seiner Einführung zum Silvesterkonzert.
Nach einer kleinen Pause wurde der zweite Teil des Konzerts mit zwei romantischen Liedern von Franz Schubert und Johannes Brahms eröffnet. Mit der „Annen-Polka“ und „Geschichten aus dem Wiener Wald“ wurde der musikalische Reigen weitergeführt. Am Ende des zweiten Teils stand die Pizzicato-Polka, ein „musikalischer Witz“. Danach wurden die Besucher in die Zugabe „entlassen“. Wie nicht anders erwartet, glänzte das Quartett um Kassung mit einem Tango des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla. Nach der zweiten Zugabe konnten sich die Musiker verabschieden und ihre Rückreise antreten, nicht ohne ihr Versprechen, nächstes Jahr wieder nach Rheinbach zu kommen. STS
Die Kölner Solistin Lena Kravets gehört zum Kölner Klassik Ensemble und überzeugte mit dem Violoncello.Fotos: Stein Foto: Picasa
