Allgemeine Berichte | 30.11.2016

Frauennachmittag der kfd Ohlenberg stand unter dem Thema „Meilensteine“

Von der „Bruderschaft der christlichen Mütter“ zur Frauengemeinschaft

Gerti Kreutz (r.) wird von Waltraud Schäfer für ihr langjähriges Engagement in der kfd Ohlenberg geehrt.  privat

Ohlenberg. Eigentlich unglaublich, was da in einer alten Chronik aus dem Pfarrarchiv Ohlenberg zu finden war und beim Frauennachmittag der kfd Ohlenberg im Pfarrsaal in Ockenfels vorgetragen wurde: Frauen bildeten eine „Bruderschaft“, die „Bruderschaft der christlichen Mütter“. Was heute einen kräftigen Lacher hervorruft, war zur Zeit der Gründung des Vereins in der Pfarrei Ohlenberg im Jahr 1900 bitterer Ernst. Es steckt ein Frauenbild dahinter, das dem heutigen in keiner Weise entspricht.

In ihrer Einführung in das Thema des Nachmittags „Meilensteine“ zeichnete Gemeindereferentin Ursula Monter ein ganz anderes Frauenbild. Sie schilderte Leben und Wirken von Mirjam, einer wichtigen Führungsgestalt in der Befreiungsgeschichte Israels. Mirjam war eine intelligente, eigenwillige und glaubensstarke Frau mit einer eigenständigen religiösen und politischen Meinung; sie ging den Weg, den Gott sie führte.

Damit ließ sich nahtlos an das anknüpfen, was heute die kfd bewegt. Irmgard Wißmann und Hilde Schmitz zeigten in ihrem Vortrag auf, welche beeindruckenden Projekte – „Meilensteine“ – die kfd im Lauf der letzten Jahrzehnte durchgeführt oder vorangetrieben hat und wofür sie sich engagiert.

Wichtige Projekte initiiert

Aus der Fülle von Projekten und Aktionen hier nur ein paar Stichworte: Zum Thema „Schutz der Frau“ gehören zum Beispiel Aktion gegen häusliche Gewalt, Einrichtung einer Notrufnummer für von Gewalt betroffene Frauen, Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe, Hilfen für die Gründung eines Frauenhauses. Auch das Projekt Frauengesundheit und Müttergenesung gehört zum Thema „Schutz der Frau“. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche kfd-Forderungen durch verschiedene Gesetzesreformen im Gesundheits- und Pflegebereich politisch umgesetzt und in einer Reihe von Gesetzen verankert, wie Bundeserziehungsgeldgesetz mit der Einführung des sogenannten „Babyjahres“, Rentenreformgesetz zur Anerkennung von Erziehungszeiten und Anrechnung auf die Rente, Einführung der Pflegeversicherung mit Leistungen für pflegende Angehörige und schließlich die Mütterrente.

Frauen fürs Diakonat zulassen

Unter dem Stichwort „Frauen in der Kirche“ brennt der kfd vor allem die Frage nach dem Diakonat der Frau unter den Nägeln. Diakonische Arbeit wird überwiegend von Frauen geleistet, wie zum Beispiel Krankenbesuchsdienst, Feier von Wortgottesdiensten, Begleitung von Trauernden, Wahrnehmung von Katechetinnen- und Lektorinnen-Diensten und mehr. Für die Zulassung von Frauen zum sakramentalen Diakonat setzt sich die kfd seit vielen Jahren ein.

Pastor Lothar Anhalt drückte in seiner kurzen Ansprache seine Freude über die Entwicklung des Frauenbilds in der Kirche aus und sieht in den Aktivitäten der Frauen eine Bereicherung des kirchlichen Lebens.

Waltraud Schäfer, Sprecherin der kfd Ohlenberg, die fröhlich moderierend durch den Nachmittag führte, hatte noch einige wichtige Botschaften: Sie stellte das kfd-Spendenprojekt „Stiftung der Freien Frau in Rojava“ vor, eine Stiftung, deren Ziel ist es ist, Projekte zu entwickeln und zu fördern, die auf die Bedürfnisse der Frauen in Rojava und Syrien eingehen und den Aufbau einer freien Gesellschaft voranbringen. Mit dem Erlös des Nachmittags unterstützt die kfd Ohlenberg dieses Projekt.

Außerdem ehrte sie Gerti Kreutz, die nach 36 Jahren aktiven Einsatzes für die kfd Ohlenberg nun aus dem Kreis der Helferinnen ausscheidet, mit einem Blumenstrauß und dankte ihr herzlich für ihr Engagement. Und schließlich dankte Schäfer den Kuchenbäckerinnen und allen, die zum Gelingen des Nachmittags beigetragen haben.

Unter den Letzteren wären besonders die fünf Frauen zu erwähnen, die zum Abschluss der Feier drei Sketche zum Besten gaben: Hildegard Sander, Waltraud Schäfer, Hilde Schmitz, Irmgard Wißmann und Hildegard Frömbgen. Da ging es zum einen um die Aufbesserung eines wenig ausgeprägten Selbstbewusstseins. In einem zweiten Sketch erlebte eine gestresste Frau an ihrem wohlverdienten Feierabend, wie sie abwechselnd von ihrem Gewissen und ihrem inneren Schweinehund bedrängt wird. Und zu guter Letzt ging es in der ganz besonderen Modenschau „Es muss ein Rock durch den Dom gehen“ um das Thema Frauen und Kirche: Präsentiert wurden hier fantasievoll und aufwendig gestaltete Röcke. Unter anderem wurde ein Ziegenfellrock vorgeführt, bestimmt für die Frauen, die in der Kirche viel aushalten und auch mal meckern müssen, oder der Franziskus-Rock, dessen Trägerinnen sich mit dem Papst, der alte Zöpfe abschneidet, solidarisch zeigen, und für Schlafmützen gab es die Schlafrockmodelle, gedacht für die, die nach dem Pfarrer bzw. erst zum Evangelium im Gottesdienst erscheinen.

Auch in diesem Jahr hat der Frauennachmittag wieder gezeigt, wie vielfältig und bunt, interessant, informativ und heiter das Leben in und mit der kfd ist. Wer sich für die kfd und weitere Aktivitäten der kfd Ohlenberg interessiert, kann sich gerne an Waltraud Schäfer wenden, Tel. (0 26 44) 67 39.

Gerti Kreutz (r.) wird von Waltraud Schäfer für ihr langjähriges Engagement in der kfd Ohlenberg geehrt. Foto: privat

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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