Auch beim 30. „Ebernacher Wandertag“ lag die Teilnehmerzahl wieder bei rund 1300
Von seiner Anziehungskraft nichts verloren
Cochem. Der Ebernacher Wandertag hat auch im 30. Jahr nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Wieder machten sich rund 1300 Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Beeinträchtigung auf, um einen entspannten und ereignisreichen Tag auf den Wegen quer durch die Mosel-Weinberge rund ums Kloster zu erleben. 1986 hatte Jupp Vallendar, der im Kloster Ebernach als Sportlehrer arbeitete, die Idee mit seinen Schützlingen auf eine Wandertour zu gehen. In seiner Kollegin Marita Goebel aus der Verwaltung der Behinderteneinrichtung fand er schnell eine engagierte Mitstreiterin - und im heutigen Behinderten- und Rehabilitationssportverband Rheinland-Pfalz (BSV) einen verlässlichen und starken Partner bei der Ausrichtung. Diese fruchtbare Kooperation läuft bis heute, wobei seit vielen Jahren auch Special Olympics zu den Unterstützern gehört. Und die Veranstalter können stolz darauf sein, dass der „Ebernacher Wandertag“ nicht nur das erste, sondern auch immer noch das größte Event dieser Art in ganz Deutschland ist.
Schon vor 30 Jahren gab es auch Teilnehmer aus anderen Behinderteneinrichtungen. Die Zahl der Häuser aus ganz Rheinland-Pfalz, für deren Bewohner der Ebernacher Wandertag ein echter Höhepunkt in jedem Jahr ist, wuchs ständig. In diesem Jahr kamen die Wanderer und ihre Betreuer aus 45 Institutionen.
Eine besondere Herausforderung
Das Konzept mit drei unterschiedlichen Strecken ist ein Markenzeichen des Wandertages. Die Veranstaltung soll den unterschiedlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten der einzelnen Teilnehmer entsprechen. Für Rollstuhlfahrer muss ebenso etwas dabei sein, wie für körperlich sehr leistungsfähige und sportlich ambitionierte Wanderer. In diesem Jahr gab es zusätzlich eine „Mammutstrecke“, die von rund einem Dutzend Wanderern als besondere Herausforderung angenommen wurde.
In den Tagen zuvor hatte es noch viel geregnet, doch pünktlich zum Wandertag wurden die Teilnehmer mit Nass von oben verschont. Das gab es stattdessen an zahlreichen Verpflegungsstationen in Form von Wasser und Tee. Selbstverständlich sind alljährlich auch die kräftige Mittagssuppe und Kaffee und Kuchen zum Ende der Veranstaltung. Damit die Versorgung perfekt organisiert werden konnte, waren natürlich wieder zahlreiche Helfer von Feuerwehr, DRK und THW im Einsatz.
Gelegenheit zum Austausch wurde rege genutzt
Noch wichtiger als die körperliche Ertüchtigung war vielen Teilnehmern auch in diesem Jahr wieder die Gelegenheit, mit anderen Wanderern zu plaudern. Jupp Vallendar hatte diese Komponente schon 1986 im Blick: „Der kommunikative Aspekt war mir immer genauso wichtig wie der motorische. Die Behinderten profitieren enorm davon, dass sie sich am Wandertag auch mit anderen austauschen können.“
So war es wieder wie in den Jahren zuvor: Die Teilnehmer verbrachten gemeinsam schöne Stunden und fast alle von ihnen werden 2017 bestimmt wieder dabei sein.
Unterwegs wurden die Möglichkeiten zur Rast und für Gespräche genutzt.
Marita Goebel und Jupp Vallendar riefen den Wandertag vor drei Jahrzehnten ins Leben. Foto: Picasa
