Allgemeine Berichte | 01.04.2016, 09:21 Uhr

Die Woche von Montag, 4. bis Sonntag, 10. April

Vor 280 Jahren brannte ein Dorf nieder

Das ehemalige Empfangsgebäude des Ahrweiler Bahnhof und der Landrat-Joachim-Weiler-Platz mit dem Winzerbrunnen von Otto Kley. privat
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Montag, 4. April

Das im neugotischen Stil errichtete ehemalige Empfangsgebäude des Ahrweiler Bahnhofs zählt zu den schönsten erhaltenen Bahnhofsgebäuden im Rheinland. Deshalb wurde es am 4. April 1991, also vor 25 Jahren, unter Denkmalschutz gestellt. Das Gebäude, das heute von der Caritas und dem Dekanat Ahr-Eifel genutzt wird, verblüfft durch eine Vielzahl architektonischer und bildhauerischer Gestaltungselemente. Die Gestaltung als Prachtbau zeugt von dem hohen Stellenwert, der dem Eisenbahnverkehr damals beigemessen wurde: Er war im 19. Jahrhundert der Inbegriff von Fortschrittlichkeit und Modernität. Und der Anschluss einer Stadt an das Gleisnetz der Eisenbahn bewirkte einen gewerblichen Aufschwung, eine Zunahme des Fremdenverkehrs und dokumentierte die Fortschrittlichkeit der Stadt selbst.

Dienstag, 5. April

Vor 80 Jahren, am 5. April 1936, starb Christoph Strauck. Er war ab 1890 Lehrer und von 1912 bis 1931 Rektor der Katholischen Volksschule Ahrweiler. Daneben setzte er sich als Kreisjugendpfleger für die Turn- und Sportvereine an Rhein und Ahr ein. Auch um das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) machte sich Strauck verdient. Das DJH zeichnete ihn dafür mit einer Treuenadel aus. Darüber hinaus wurde im Jahr 1953, 17 Jahre nach seinem Tod, die Christoph-Strauck-Jugendherberge an der Peter-Friedhofen-Straße nach ihm benannt.

Außerdem jährt sich heute der Todestag des am 12. März 1926 an der Barbarossastraße in Sinzig geborenen, späteren Wirtschaftswissenschaftlers, Norbert Kloten zum zehnten Mal. Nach Studium und Assistententätigkeit an der Universität Bonn erhielt er einen Ruf an die Uni Tübingen, wurde Präsident der Landeszentralbank Baden-Württemberg sowie Mitglied des Zentralbankrats der Deutschen Bundesbank und der „fünf Wirtschaftsweisen“, des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Donnerstag, 7. April

Vor 90 Jahren, am 7. April 1926, wurde die „Marienburg“ in Kempenich eingeweiht. Eine kleine Abordnung der Schwestern vom Heiligen Geist aus Koblenz, die bereits im Jahr 1903 ein kleines „Klösterchen“ an der Enggasse bezogen hatten, gab dort fortan Näh- und Handarbeitsunterricht und eröffnete in dem Gebäude, das ursprünglich als Krankenhaus gedacht war, eine Kinderverwahrschule. Ab 1936 wurde das Haus zunächst als Müttererholungsheim, dann als Erholungsheim für selbstzahlende Kurgäste genutzt. 1972 ist dort das heutige Alten- und Pflegeheim eröffnet worden.

Freitag, 8. April

Dieser Freitag ist der 70. Geburtstag des aus Bad Godesberg stammenden Sinzigers Karl-Friedrich Amendt. Bis 2006 Mitarbeiter der Forschungsgesellschaft für angewandte Naturwissenschaften e.V. (FGAN) in Werthhoven, wurde Amendt im Januar 2013 zum Vorsitzenden des Vereins zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums in Sinzig gewählt. Zu seinen Spezialgebieten zählen die Aachen-Frankfurter Heerstraße und die Stadtwerdung Sinzigs sowie Wegkreuze und Bildstöcke.

Samstag, 9. April

Der 9. April 1736 war der wohl finsterste Tag in der Geschichte des Höhenorts Ramersbach: Vor genau 280 Jahren brannte nämlich nahezu der gesamte Ort nieder; 35 Häuser, dazu Kirche und Pfarrhaus fielen den Flammen zum Opfer. Lediglich zwei Wohnhäuser überstanden die Katastrophe. Auch das Pfarrarchiv wurde vernichtet. Für die Zeit vor dem Brand kann sich die geschichtliche Forschung zu Ramersbach deshalb heute - zum Leidwesen der Heimatforscher - nur auf gelegentliche Erwähnungen in fremden Dokumenten stützen.

Sonntag, 10. April

Dieser Sonntag ist der 150. Geburtstag des aus dem Kreis Ahrweiler stammenden Abenteurers, Journalisten und Polarforschers Theodor Lerner. Er kam am 10. April 1866 als Sohn von Julius Lerner, dem damaligen Bürgermeister von Antweiler, und seiner Frau Maria Magdalena, geborene Mengelbier, zur Welt. Unter den Männern, die um 1900 die Arktis erforschten, war Lerner einer der schillerndsten. Zwischen 1896 und 1914 nahm er an sieben Arktis-Expeditionen teil, darunter die erste Überwinterung von Menschen auf Spitzbergen. 1898/1899 scheiterte die von Lerner geplante Annexion der zwischen Nordkap und Spitzbergen gelegenen Bäreninsel für das Deutsche Reich. Lerner hatte diese Insel aufgrund ihrer Kohlevorkommen und als geeigneten Stützpunkt für die deutsche Hochseefischerei auserkoren. Weil Russland jedoch ebenfalls Ansprüche auf diese Insel erhob, versagte das Deutsche Reich Lerner 1899 die Unterstützung. In Norwegen verspottete man den verhinderten Kolonialherrn daraufhin als „Nebelfürst“. Von Lerners Spitzbergen-Fahrten zeugen noch heute seine Tagebücher, Fotos, präparierten Tiere - und seine erst im Jahr 2005 veröffentlichten erstaunlichen Memoiren.

Im Rahmen einer ökumenischen Messfeier während des Adenauer Frühlingsmarktes wurde auf den Tag genau vor fünf Jahren vor großem Publikum der Adenauer Zunftbrunnen eingeweiht. Er war zuvor von den drei Zünften der Johanniterstadt - der Gerber-, der Hammer- und der Wollweberzunft - in Rekordzeit und ohne öffentliche Mittel errichtet worden.

Anton Simons

Vor 280 Jahren brannte ein Dorf nieder

Vor 280 Jahren brannte ein Dorf nieder

Vor 280 Jahren brannte ein Dorf nieder

Das ehemalige Empfangsgebäude des Ahrweiler Bahnhof und der Landrat-Joachim-Weiler-Platz mit dem Winzerbrunnen von Otto Kley. privat

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