Allgemeine Berichte | 14.11.2018

Evangelischer Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel

Wächteramt, Haushalt und Sparen

Kreissynode tagte in Weilerswist

Weilerswist. Mit einer klaren Positionsbestimmung für eine politische Kirche begann Superintendent Mathias Mölleken seinen Bericht auf der Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel. „Wenn wir nicht die Stimme und Initiative gegen Ausgrenzung, Unfrieden und soziale Ungerechtigkeit erheben, was braucht es uns dann?“, so der Meckenheimer Pfarrer. Kirche habe „zur Versöhnung und zum Dialog aufzufordern und die Friedensmühe niemals aufzugeben“. Sie solle sich klar äußern, wo Frieden gefährdet und Gerechtigkeit verweigert werden.

Das gelte in der Flüchtlingsarbeit, wo Kirche ein Wächteramt übernehme und für Verfolgte wie Notleidende eintritt. Das Kirchenasyl müsse als kirchliches Sonderrecht respektiert und geschützt werden. In den zurückliegenden Monaten hatten zwei Kirchengemeinden Flüchtlingen Asyl gewährt, mit positivem Ausgang.

2020 wird Jahr des Gottesdienstes

Die 76 stimmberechtigten Abgeordneten aus den 13 Kirchengemeinden zwischen Bad Godesberg, Zülpich und Bad Münstereifel beschäftigten sich am Vormittag zudem mit dem Thema Gottesdienst. Dieser rückt im Jahr 2020 thematisch noch stärker ins Zentrum des kirchenkreisweiten Engagements.

Eine Arbeitsgruppe hat bereits viele Ideen und Vorschläge gesammelt. Dazu zählen Gottesdienste an ungewöhnlichen Orten, ein Tag des Gottesdienstes und einer der Offenen Kirchen. Das „Jahr des Gottesdienstes“ ersetzt die ursprünglich verabredete Querschnittsvisitation zu diesem Thema. Visitationen wird es aber weiterhin geben. Für 2019 sind entsprechende Besuche in der Kirchengemeinde Euskirchen und bei der Seelsorge in der Justizvollzugsanstalt Rheinbach geplant.

An die Landessynode richteten die Synodalen den Antrag, die Pfarrstelle im Arbeitsbereich Gottesdienst des Zentrums für Gemeinde- und Kirchenentwicklung von 50 auf 100 Prozent aufzustocken.

Wahljahr 2020

Wahlen sind 2020 ein ebenfalls Thema. Zum einen finden am 1. März Presbyteriumswahlen statt, wo alle Protestanten ihre Gemeindeleitungen bestimmen können. Superintendent Mölleken rief die Kirchengemeinden auf, schon jetzt geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu suchen und zu gewinnen. Zum anderen wird der Kreissynodalvorstand zur Hälfte turnusmäßig neu gewählt, darunter auch der Superintendent. Ob Mölleken sich der Wiederwahl stellt, werde er im kommenden Jahr entscheiden.

Ausgeglichener Haushalt

Das Kirchenparlament verabschiedete den Haushalt für das Jahr 2019 mit einem Gesamtvolumen von rund 3,1 Millionen Euro. Unter den insgesamt sieben Handlungsfeldern bilden diakonische und soziale Arbeit mit rund 811.000 Euro den größten Posten. 800.000 Euro fließen in Erziehung und Bildung, 456.000 Euro in Gemeindearbeit und Seelsorge.

Anders als in den Vorjahren ist der Haushalt ausgeglichen. Es wird mit einem leichten Überschuss von knapp 14.000 Euro gerechnet. Vorausgegangen war eine konsequente Haushaltsbereinigung.

Aufgabenkritik zur weiteren Förderung und Finanzierung

Dem sollen weitere Einsparmaßnahmen in Höhe von 150.000 Euro folgen, um das vorhandene strukturelle Defizit zu beseitigen. Dazu hatte die Synode im Vorjahr eine Arbeitsgruppe zur Aufgabenkritik eingerichtet. Sie prüft die Perspektiven aller Arbeitsfelder im Kirchenkreis und auf regionaler Ebene.

„Wir legen Wert auf eine inhaltliche Diskussion zur Aufgabe und dem Profil unseres Kirchenkreises“, unterstrich Mathias Mölleken. Diese werde sich nicht ausschließlich am Finanzrahmen orientieren. „Was wollen wir in Zukunft bewusst als Kirchenkreis finanzieren und fördern? Was werden wir verändern oder auch aufgeben?“, so der Superintendent. Konkrete Beschlüsse werde es im kommenden Jahr geben.

Antrag zum zukünftigen Finanzausgleich

Sollte die Landessynode im kommenden Jahr Beschlüsse zur Umverteilung der Kirchensteuer und dem übersynodalen Finanzausgleich fassen, muss weiter gespart werden. Die rheinische Kirche stellt bisher sicher, dass 95 Prozent des durchschnittlichen Kirchensteuer-Pro-Kopf-Aufkommens für jeden Kirchenkreis unabhängig von der eigenen Finanzkraft zur Verfügung stehen. Eine von der Kirchenleitung in Auftrag gegebene Modellrechnung sieht eine Erhöhung dieses Satzes auf 100 Prozent vor. Berechnungen gehen dann von mittelfristigen Einbußen in Höhe von mindestens 480.000 Euro für die Gemeinden im Kirchenkreis aus.

Vor diesem Hintergrund sieht die Kreissynode eine Vielzahl von grundlegenden Fragen und Problemen als nicht geklärt. Sie hält es daher für nicht verantwortbar, wenn bereits im Januar eine Grundsatzentscheidung zum Kirchensteuerverteilschlüssel getroffen würde. Die Landessynode wird aufgefordert, eine mögliche Grundsatzentscheidung zu vertagen und besser vorbereitet auf einer Sondersynode oder erst der Landessynode 2020 zu treffen.

Insbesondere stelle sich die Frage der Kirchenordnungsgemäßheit. Zudem wird eine rechtzeitige Vorlage der diesbezüglichen Beschlussvorlage angemahnt, sodass Kreissynoden qualifiziert Stellung nehmen können. Dieser von Pfarrer und Assessor Norbert Waschk (Bad Godesberg) eingebrachte Antrag wurde mit großer Mehrheit verabschiedet.

Wahlergebnisse der Ausschüsse

Zum neuen Vorsitzenden des Fachausschusses für Kinder und Jugend wählte die Synode Daniel Schöneweiß, Jugendleiter der Thomas-Kirchengemeinde Bad Godesberg. Stellvertreterin wird seine Meckenheimer Kollegin Melanie Schmidt. Neu im Ausschuss ist Melanie Schlicher (Euskirchen).

In den Fachausschuss für Kirchenmusik entsandten die Synodalen Karen Gauchel (Swisttal). Dem Nominierungsausschuss gehören die Swisttaler Arno Dornauf und Pfarrer Ernst Edelmann (stellvertretend) an.

Frank Bartholomeyczik und Jürgen Wollowski (stellvertretend) aus Meckenheim wurden in den Finanzausschuss gewählt. Bärbel Bressler, Pfarrerin am Friedrich-List-Berufskolleg Bad Godesberg, übernimmt von Jan Gruzlak die Synodalbeauftragung für den christlich-islamischen Dialog.

Die Synode traf sich im Gemeindezentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Weilerswist. Die öffentliche Tagung begann mit einem Abendmahlsgottesdienst. Die Pfarrerinnen Renate Kalteis und Franziska Hageloch sowie Siglinde Ostrzinski-Sachs hielten die Predigt. Grußworte sprachen Landeskirchenrätin Iris Döring, Superintendent Eckart Wüster aus Bonn und die Weilerswister Bürgermeisterin Anna-Katharina Horst. Sie dankte der Kirchengemeinde für ihre vielfältige und niederschwellige Integrationsarbeit. Pressemit-

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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