Wahl-O-Mat zur Landtagswahl entstand in Haus Wasserburg, Vallendar
Vallendar. „So tief bin ich noch nie in politische Themen eingestiegen, aber es macht Spaß sich so einzubringen“, erzählt Bogdan – einer von 21 Erst- und Zweitwähler:innen, die am dritten Adventswochenende in Haus Wasserburg zusammengekommen sind.
Zusammen mit Expert:innen aus Wissenschaft, Journalismus und Bildung sowie den Organisator:innen von Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (LpB)- und Bundeszentrale für politische Bildung haben sie in knapp drei Tagen 80 Thesen für den Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz entwickelt, die am 22. März 2026 stattfindet.
Der Wahl-O-Mat ist ein Frage-und-Antwort-Tool zur politischen Orientierung vor Wahlen. Nutzerinnen und Nutzer bewerten 38 Thesen und vergleichen ihre Positionen mit denen aller zugelassenen Parteien.
Das Ergebnis zeigt, mit welchen Parteien die größte inhaltliche Übereinstimmung besteht.
Auf die Redaktion wartete eine Menge Arbeit, aber auch viel Spaß: Nach einem kurzen Warm-Up ging es direkt Kleingruppen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten, in denen erstmal gesammelt wurde, was das Land politisch bewegt. Insgesamt gab es fünf Themengruppen unter anderem zu Bildung, Wirtschaft, Umwelt oder Demokratie. Nach dem ersten Brainstorming wurden die Themen dann mit den Parteiprogrammen abgeglichen. Denn am Ende des Wochenendes sollten 80 Thesen stehen, zu denen die Parteien sich positionieren können – und das auch möglichst unterschiedlich tun, damit Unterschiede sichtbar werden. Damit das gelingt gab es am Freitagabend auch noch einen Input zum Thema „Gute Thesen, schlechte Thesen“ von Stefan Marschall, Professor für Politikwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
Was dabei im Detail herausgekommen ist, darf die Redaktion nicht direkt verraten. Denn: „In einem zweiten Schritt gingen die erarbeiteten Thesen an die Parteien, die sich dann dazu positionieren sollen“, erklärt Lea Schrenk von der Bundeszentrale für politische Bildung, die das Projekt leitet. Auf dieser Basis wählten die Redaktion aus Jungwähler:innen und Expert:innen dann im Februar die 38 endgültigen Thesen für den Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz aus. Der Wahl-O-Mat wird am 19 Februar 2026 um 10:30 Uhr online gestellt unter www.wahl-o-mat.de.
Dass die lpb sich für Haus Wasserburg als Tagungsort für die Wahl-O-Mat-Redaktion ausgesucht hat, freut die Verantwortlichen: „Es ist schön, wenn sich so viele politische interessierte und motivierte junge Menschen treffen, um gemeinsam nach Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu suchen“, so Mathias Birsens, Referent politische Bildung in Haus Wasserburg.
Kurz vor der Landtagswahl können junge Menschen auf Augenhöhe mit Politiker:innen diskutieren
Im Landtagswahljahr 2026 organisiert das Bildungshaus gemeinsam mit der Fachstelle Jugend im VB Koblenz die Veranstaltungsreihe „Wir müssen reden“. Bei der Abschlussdiskussion am 14. März 2026 um 14:30 Uhr in der Pallottikirche in Vallendar (direkt neben Haus Wasserburg) haben junge Menschen die Chance, ihre Anliegen und Fragen direkt und auf Augenhöhe an Nicolas Cordes (SPD), Sandra Krämer (FDP), Rebecca Stallbaumer (Grüne) und Maximilian Rumpf (CDU) zu stellen. Dabei sitzen die Politiker:innen nicht auf einem Podium, sondern direkt mit den jungen Menschen an einem Tisch. Kein Podium, kein Abstand, kein „Wir da oben, ihr da unten“. Die Jugendlichen können sich frei zwischen den Tischen bewegen und selbst entscheiden, mit wem sie länger oder kürzer diskutieren möchten.
Die Teilnehmenden haben außerdem die Möglichkeit, sich als Moderator:innen zu engagieren: Sie begleiten eine Politiker:innen-Runde, unterstützen die Diskussion und achten darauf, dass alle Anliegen Gehör finden und Diskussionen fair verlaufen.
Das Handwerkszeug dafür können die jungen Menschen schon vorab beim „Kurz-Wahlprogrammcheck“ am 2. März um 18:00 Uhr sammeln. Sie lernen, wie sie Wahlprogramme mit den Werkzeugen von Journalisten checken können. Dabei stehen die Interessen der Teilnehmenden im Mittelpunkt, nicht die der Parteien. Sie lernen zu überprüfen, ob und wie realistisch die Wahlversprechen der Parteien sind – nicht nur im Hinblick auf finanzielle Machbarkeit, sondern auch rechtliche Hürden und Co. Damit die Teilnehmenden im Anschluss eine informierte Wahlentscheidung treffen können!
Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenfrei, weitere Informationen und Anmeldung (zum Kurz-Wahlprogrammcheck) online unter: www.haus-wasserburg.de/veranstaltungen
Pressemitteilung Haus Wasserburg
