In Jammelshofen wurde der Backesplatz eingeweiht und gesegnet
Wahres Schmuckstück im Dorfmittelpunkt
Jammelshofen. In einer großen Gemeinschaftsleistung wurde im zentralen Mittelpunkt von Jammelshofen eine Dorfanlage mit Backes, Festwiese und einem überdachten offenen Gebäude geschaffen, die durch ihre kunstvollen Bruchsteinmauern nicht nur ein Blickfang ist, sondern sich geradezu zum Feiern für Jung und Alt anbietet. Jetzt wurde der neue Backesplatz in Jammelshofen offiziell eingeweiht.
Dazu konnte Ortsbürgermeister Manfred Hoffmann Landrat Dr. Jürgen Pföhler, den Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Adenau, Jürgen de Temple, sowie den Gemeindereferenten Matthias Beer von der Pfarreiengemeinschaft Adenau am Sonntagmorgen begrüßen. Aber auch die Mitglieder vom Backesverein um den Vorsitzenden Udo Heimer, die Gemeinderatsmitglieder und all die Helfer und Mitbürger der Gemeinde Kaltenborn mit den Ortsteilen Jammelshofen, Herschbach und Hochacht sowie die „Original Hohe Acht Musikanten“ unter der Leitung von Hans Pohl waren vertreten.
Die Idee, das alte Backeshäuschen wieder zum Leben zu erwecken, stammt noch aus der Zeit des vorherigen Gemeinderats unter dem Vorsitz des damaligen Ortsbürgermeisters Wilfried Börder, der auch die Planung mit dem Architekten Alois Pauly in Gang setzte. Im Jahr 2015 wurde es dann konkret, die Arbeiten begannen. So wie auch jetzt bei der Einweihung und Segnung war Landrat Dr. Pföhler auch am 26. März 2015 beim Spatenstich dieses ambitionierten Bauprojekts anwesend. Mit dem Architekten wurde eine gelungene Symbiose zwischen älteren und modernen Stilelementen gefunden und geschaffen, was sich heute als wahres Schmuckstück im Dorfmittelpunkt präsentiert. Allerdings wäre all dies nicht ohne die enormen ehrenamtlichen Arbeitsleistungen vieler Bürger zu schaffen gewesen, es kamen so rund 7000 ehrenamtliche Arbeitsstunden zusammen, so Ortsbürgermeister Hoffmann bei seinem Dank an alle Helfer für das besondere Beispiel gelebter Dorfgemeinschaft, aber besonders an die rund 30 Mitglieder im Backesverein, der sich auch der Tradition des Brotbackens annimmt.
Neben all der ehrenamtlich geleisteten Arbeit musste das Projekt aber auch finanziert werden. Bei rund 92.000 Euro Gesamtkosten bedankte sich Ortsbürgermeister Hoffmann bei Landrat Dr. Pföhler für 10.000 Euro Kreiszuwendung sowie bei der Jagdgenossenschaft und dem RWE für die finanzielle Unterstützung, wobei die Ortsgemeinde den Löwenanteil gestemmt hat. Allerdings wurde hier jeder Euro sehr gut angelegt. „Die Dorfgemeinschaft rückte noch enger zusammen“, lobte der Ortsbürgermeister.
Landrat Dr. Pföhler zeigte sich beeindruckt von der Gemeinschaftsleistung. Solch ein aktives ehrenamtliches Engagement zeichne ein lebendiges und zukunftsfähiges Dorf aus. Das Geld aus dem Förderprogramm „Ländlicher Raum“ sei hervorragend angelegt worden, zum Nutzen für die Bürger und die Gäste, die den Ort besuchen. Dass der alte Backes auch funktioniert, zeigte sich bei der Einweihungsfeier: Es gab eine Kostprobe mit duftendem und ofenfrischem Brot.
Mit Blick in die Zukunft hatte sich der Backesverein bereits im Jahr 2011 gegründet. „Verbunden mit dem Ziel, die Ortsgemeinde bei der Sanierung des Backes und des Backesplatzes zu unterstützen“, so der Vorsitzende Heimer. Da haben sich die Mitglieder außer an die Fachgewerke wie Elektrik oder Dachdeckerarbeiten an alles selbst herangetraut und unter dem wachen Auge des fast 80-jährigen Schachtmeisters Heinrich auch die kunstvolle Gestaltung der Bruchsteinarbeiten ausgeführt. Während die Männer unermüdlich auf der Baustelle weilten, waren es die Ehefrauen, die „Backes-Girls“, die für die Verpflegung zuständig waren, ließ Heimer wissen.
Der Backesverein will jetzt nicht aufhören, sondern neue Ideen entwickeln. So soll der Reinerlös dieser Einweihungsfeier für die Unterhaltung des Backesplatzes verwendet werden. Bevor das Fest gefeiert werden konnte, segnete Gemeindereferent Beer den Platz und den Backes. Für eine Überraschung sorgte der evangelische Pfarrer i. R., Joachim Keden, als Nachbar des Grundstücks, indem er Heimer als Vorsitzenden sowie die beiden Bäcker Uli Wagner und Alfons Schneider mit dem Backesorden, einem großen Hefebretzel, auszeichnete.
Da die Orden in Kempenich in alter Handwerkstradition gebacken waren, hatte er für die beiden Hobbybäcker aus dem Backes noch eine Ausbildungsstunde beim Bäckermeister in Kempenich im Angebot. Danach durfte dann aber gefeiert werden, wo zur kräftigen Suppe das ofenfrische Brot gereicht wurde und zudem die „Hohe Acht Musikanten“ aufspielten.
UM
Vom Nachbarn und ehemaligen evangelischen Pfarrer Joachim Keden mit dem Bäckerorden ausgezeichnet (von links): Backesverein-Vorsitzender Udo Heimer sowie die Bäcker Alfons Schneider und Ulrich Wagner.
Der Platz ist zu einem echten Schmuckstück geworden.
Im Backes loderten die Flammen.
