Tennisklub Am Stadtwald Rheinbach
Wanderung zu geschichtsträchtigen Orten
Rheinbach. Die traditionelle Winterwanderung hatte als Ausgangs- und Zielpunkt das Rheinbacher Waldhotel, ein Ensemble mit wechselvoller Geschichte. Jörg und Karin Salewski waren die Wanderführer, die immer wieder reizvolle Strecken für ihre Tennisfreunde erkunden.
Das Waldhotel liegt zwei Kilometer südlich von Rheinbach unmittelbar am Rheinbacher Stadtwald, am Fuße der Eifel, dort, wo sich der Ölmühlenweg in die Landstraßen nach Merzbach und nach Todendorf gabelt. Zu Kaisers Zeiten im Jahre 1890 eröffnet, als sich Rheinbach mit seinem Bahnanschluss zur Sommerfrische für die Bonner Bürger empfehlen wollte, hat das Waldhotel äußerst wechselvolle Zeiten erlebt: Schon kurz nach der Eröffnung verkaufte die Stadt Rheinbach nach mehreren Pächterwechseln das Anwesen. Nutzer wurden nacheinander unter anderem eine Bonner Zigarrenfabrik und der Deutsche Caritasverband, der bedürftige Kinder aus Köln und später Schüler der Rheinbacher Glasfachschule bis 1997 dort unterbrachte, aber die teils gründerzeitliche und teils klassizistische Struktur des Gebäudekomplexes baulich zerstörte und letztendlich das Waldhotel verwahrlosen ließ. 1997 kaufte die Stadt Rheinbach das Waldhotel und verhinderte damit, dass daraus ein Freudenhaus wurde. Aber, das Waldhotel hat auch große Stunden von historischer Bedeutung erlebt: Konrad Adenauer hatte am 26. Oktober 1950 Theodor Blank zum „Beauftragten des Bundeskanzlers für die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen“ berufen. Dieses „Amt Blank“ wurde Keimzelle des späteren Bundesministeriums der Verteidigung. Die höchst bedeutsamen Verhandlungen des „Amt Blank“ mit den westlichen Alliierten zur Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland fanden unter strenger Geheimhaltung im Waldhotel Rheinbach statt. Damit kann man das Waldhotel mit Fug und Recht die „Wiege der Bundeswehr“ nennen.
Die Wanderung berührte den historischen Rheinbacher Bergbau am Forsthaus, dem Ort der alten Betriebsstätte. Die Rheinbacher Erzgewinnung war letztlich daran gescheitert, dass die Eisenbahnanbindung von Rheinbach zu spät erfolgte und der Betrieb nicht mehr wirtschaftlich war.
Die Wanderung führte am Steinbruch vorbei, früher Schießstand für Übungen der Rheinbacher Schützen, aber dem Vernehmen nach auch Schauplatz von Exekutionen im Zweiten Weltkrieg.
Vorbei ging´s am Schwarzen Kreuz von 1875, das an der Kreuzung Eselsweg/Steinstraße an den Tod des Neukirchener Pfarrers Johannes Rosenbaum am 29. Juni 1803 erinnert, in Richtung Todenfeld zum Meisenberg. Bei einer Höhe von 359 Metern über NN überblickt man von hier das Rheintal bis hin zum Siebengebirge.
Nach einer kurzen Aufwärmpause mit Selbstgebackenem und Schnäpschen ging es nun nur noch bergab bis zum Schwarzen Kreuz und zum Waldhotel, wo dann die Wanderung mit einer Einkehr und einem herzlichen Dank an die „Wanderführer“ endete.
