Kath. Kita St. Medard, Bendorf
War St. Martin auch ein Bienenfreund?
Bendorf. Noch vor ein paar Wochen summte und brummte es im hinteren Garten der Kath. Kita St. Medard in Bendorf. Mittlerweile wurden die Schaukasten-Bienen vom Imkermeister Siegfried Gäthke wieder abgeholt, damit sie sich für die Wintermonate vorbereiten können. Benjamin und Cecilia wollten es genauer wissen und fragten den Bienenfachmann: „Was machen die Bienen denn im Winter? Schlafen die, wie andere Tiere auch? Oder sterben sie, wenn es kalt draußen ist? Müssen die Bienen mit ins Haus genommen werden? Was essen sie denn, wenn keine Blumen da sind?“ Der Bienenfachmann stellt den Schaukasten noch einmal ab und beginnt zu erzählen, während weitere Kinder dazu kommen: „Wisst ihr, Kinder, wenn es draußen kalt wird, sieht man keine Bienen mehr, trotzdem halten sie keinen Winterschlaf. Was macht ihr denn zu Hause, wenn es kälter wird?“ Tom ruft von hinten: „Wir machen unseren gemütlichen Kamin an. Das mag ich so“. „Seht ihr, die Bienen brauchen es auch warm“, erklärt der Imker, „sie rücken im Bienenkasten ganz dicht zusammen, so dass sie eine Kugel bilden. Das nennt man Wintertraube. Innen drinnen ist es so warm, wie die Bienen es brauchen, ca. 25 Grad. Das ist so warm, wie für Euch der Sommer.“ Staunende Kinderaugen. „Wie machen die Bienen es so warm, die haben doch keine Heizung wie die Menschenhäuser?“ „Bienen sind sehr klug. Sie zittern am Rand der Traube, das erzeugt Wärme. Wenn ihr Euch schnell bewegt, dann wird euch doch auch warm. Die Bienen wechseln sich ab mit dem Zittern, damit keine Biene erfrieren muss. Die Bienenkönigin ist eingekuschelt in der warmen Mitte, weil sie ja besonders wichtig ist,“ lautet die Antwort. „Und zu Essen haben sie auch in ihrem Winterquartier. Sie ernähren sich von dem Honig, den sie im Sommer gesammelt haben“, beantwortet Siegfried Gäthke die vielen Fragen. Zudem gibt er noch ein kleines Geheimnis preis: „Wisst ihr, wenn es mal nicht so kalt ist im Winter, so um 12 Grad, dann fliegen die Bienen kurz nach draußen, weil sie drinnen keine Toilette haben.“ Lachende und kichernde Kindergesichter wissen nun noch mehr über die Wunderwelt der Bienen. „Herr Gäthke, guck mal, wir basteln für das Martinsfest Bienenlaternen, die tragen wir nicht an einem Stock, sondern auf dem Kopf. Wir sind St.-Martins-Bienen.“ Mit diesen Worten kommt Julia fröhlich aus der Mäusegruppe angelaufen. Die Bienen-Kopflaterne ist mit einer kleinen Lichterkette geschmückt. „Das sieht ja richtig ‚bienig‘ aus“, staunt der Imker. „Ich weiß aus einem sehr alten Buch, dass St. Martin die Natur liebte und ganz besonders die Bienen und Käfer“. Nach der Verabschiedung halten die Kinder dem Imker noch die Tür auf, damit der Bienentransport keinen Schaden nimmt: „Auf Wiedersehen, ihr Bienen. Kommt bald wieder. Ich vermisse Euch“, ruft Benjamin noch hinterher. „Ja, ich auch“, klingt Cecilias Stimme nach. Die kleinsten Haustiere sind den Kindern mittlerweile ans Herz gewachsen. Yannie geht mit ihrem neuen Wissen zur Erzieherin: „Weißt Du, das St. Martin die Bienen ganz besonders mochte?“.
Auch zu St. Martin war die Biene ein wichtiges Thema in der Kita. Foto: Anwender