Landesamt warnt vor Gefahr in der rheinland-pfälzischen Mosel
Warnstufe erreicht: Blaualgen breiten sich weiter aus
Mosel. Wie bereits in den Jahren 2017 und 2018 treten auch in diesem Sommer wieder Blaualgen (Cyanobakterien) in der gesamten rheinland-pfälzischen Mosel auf. Aktuell beobachtet das Landesamt für Umwelt einen steilen Anstieg in der Entwicklung. In einzelnen Gewässer- und Uferabschnitten sind deutliche „Blaualgenansammlungen“ in Form von Schlieren erkennbar. Es gilt ab sofort die Warnstufe.
Gefährdung durch Blaualgen
Im biologischen Sinne sind „Blaualgen“ eigentlich Cyanobakterien. In der Mosel tritt die Gattung Microcystis auf, die schädliche Stoffe für die menschliche Gesundheit bilden kann. Vorsorglich sollten daher Gewässer- und Uferbereiche mit deutlich grüner Färbung gemieden werden. Dies gilt insbesondere für Kleinkinder, aber auch für Badende und Wassersportler. Das Trinken oder Verschlucken von Wasser ist zu vermeiden, auch Haustiere sind vom den Gewässern fernzuhalten. Kommen die Algen mit den Schleimhäuten in Berührung, kann es bei empfindlichen Personen zu Reizungen, Bindehautentzündungen der Augen oder Quaddeln auf der Haut kommen.
Verlauf der Blaualgenentwicklung
Im französischen Teil der Mosel wurden erste Massenvermehrungen von Cyanobakterien bereits am 23. Juli beobachtet. Der Verlauf der Entwicklung in der rheinland-pfälzischen Mosel blieb dagegen lange gemäßigt mit kurzzeitigen Schwankungen, wie Messungen des Landesamtes für Umwelt Rheinland-Pfalz zeigen (s. Grafik). Dabei orientiert sich die Behörde an dem Überwachungsschema für Freizeitgewässer - konkret an der Konzentration des sogenannten Cyanobakterien-Chlorophyll-a. Steigt diese auf einen Wert über 15 µg/Liter an, erfolgt eine offizielle Warnung. Am 28. August wurde diese Meldeschwelle mit einer Konzentration von 18,5 µg/Liter Blaualgen-Chlorophyll-a erstmals in diesem Jahr überschritten.
Die weitere Entwicklung ist vom Verlauf der Witterung in den nächsten Wochen abhängig. Im Jahr 2018 wurden Spitzenwerte über 80 µg/Liter Cyanobakterien-Chlorophyll a gemessen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt Rheinland-Pfalz sowie der Bundesanstalt für Gewässerkunde führen derzeit verstärkt Messungen in verschiedenen Bereichen der Mosel durch und verfolgen die Entwicklung weiter.
Mosel ist kein Badegewässer
Baden in Fließgewässern birgt vielfältige Gefahren. So wird z. B. nur in offiziellen Badegewässern auch die Keimbelastung durch die Behörden (Gesundheitsämter) überwacht. Auch die Strömungen und der Schiffsverkehr sind lebensbedrohliche Gefahren.
Ursachen für die Massenentwicklung
Blaualgen entwickeln sich nur in stehenden oder sehr langsam fließenden Gewässern. In staugeregelten Fließgewässern wie der Mosel sind diese Verhältnisse daher grundsätzlich gegeben. Es spielen aber weitere Faktoren eine Rolle. Vor allem die lang anhaltenden, niedrigen Abflüsse und die dadurch bedingte lange Aufenthaltszeiten des Wassers in den einzelnen Staustufen begünstigen die Massenentwicklung von Blaualgen. Deutlich verschärft wird diese Entwicklung durch die gegenwärtig hohen Temperaturen und die lange Sonneneinstrahlung. Auch die Nährstoffbelastung des Wassers hat einen entscheidenden Einfluss.
Messverfahren
Aktuell werden Teilbereiche der Obermosel, der rheinland-pfälzischen Saar und der Mittel- und Untermosel von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landesamtes für Umwelt auf optisch auffällige Cyanobakterien-Ansammlungen geprüft und Wasserproben entnommen. An diesen werden fluorometrische Chlorophyllmessungen durchgeführt, die eine differenzierte Darstellung der Algengruppen einschließlich der Cyanobakterien ermöglichen.
Weitere Informationen zum Thema Blaualgen (Entstehung, Vorkommen, Ursachen) bietet das CyanoCenter des Umweltbundesamtes.
Pressemitteilung Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz
