Allgemeine Berichte | 29.04.2022, 16:15 Uhr

Forschungsprojekt zum Insektenschutz auf Neuwieder Grünflächen

Was Insekten brauchen und mögen

Rina Sophie Mehta und Mine Yilmazer platzieren die Käferfallen im Schlosspark. Werden sie dort mehr Insekten zählen, wo seltener gemäht wird? Foto: Stadt Neuwied
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Neuwied. Die Grünflächen der Stadt Neuwied beherbergen eine Vielzahl nützlicher Insekten. Um diese besser zu schützen, hat der Stadtrat vergangenes Jahr einen Maßnahmenkatalog zur Förderung der biologischen Vielfalt beschlossen. Darin geht es insbesondere um Wild- und Honigbienen, doch auch andere Spezies sollen von den Maßnahmen profitieren. Inwiefern dies bereits der Fall ist, untersucht nun ein Forschungsprojekt der Universität Koblenz-Landau. Dabei wird im Rahmen von Abschlussarbeiten im Fach Biologie untersucht, wie viele Insekten auf den jeweils unterschiedlich bewirtschafteten Grünflächen des Schlossparks leben.

Wer durch den Schlosspark spaziert, sieht zwischen den Wegen kürzlich gemähte neben hochgewachsenen Wiesen, blühende neben verblühten Flecken und Stellen, an denen Totholz und Gebüsch einen Rückzugsort für kleine Tiere bieten. Diese Vielfalt entsteht durch die gezielt unterschiedliche Pflege der Flächen durch die Servicebetriebe Neuwied (SBN). „Was auf den ersten Blick bisweilen ungepflegt wirken mag, sind sorgfältig geplante Biotope für mehr Artenvielfalt“, erklärt SBN-Mitarbeiter Thomas Riehl. Verblühte Blütenstände und hohes Gras bieten beispielsweise kleinen Insekten eine Heimat zum Überwintern, bestätigt Biologieprofessor Dr. Thomas Wagner. Er betreut das Forschungsprojekt, das dieses Frühjahr im Schlosspark die Wirksamkeit von Insektenschutzflächen untersucht. „Der Schlosspark ist nicht nur für uns Menschen ein wichtiger Erholungsraum in der Stadt. Er sollte auch dem Naturschutz dienen. Denn wir benötigen mehr naturnahe Flächen. Das sichert das Überleben der Arten und fördert gleichzeitig naturnahe Stadtentwicklung, um die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern“, sagt Klimaschutzmanagerin Dr. Zuhal Gültekin.

Um die Wirksamkeit der Schutzflächen für die Förderung der Insektenpopulation zu messen, haben die Studierenden Rina Sophie Mehta und Fabian Heimig mit der käferbegeisterten Absolventin Mine Yilmazer an unterschiedlich bewirtschafteten Stellen des Schlossparks Insektenfallen aufgestellt. Die im Boden versenkten Gläser werden regelmäßig ausgetauscht, die gefangenen Tiere gezählt. Am Ende des Erhebungszeitraumes wird ausgewertet, wie viele Tiere auf den jeweiligen Flächen in die Fallen gingen. Je mehr Käfer in einem bestimmten Bereich gefangen werden, desto größer ist dort offenbar die Population. Das Projekt der Abteilung Biologie des Instituts für Integrierte Naturwissenschaften untersucht also, ob und wie sehr selteneres Mähen den Insekten zugutekommt.

Armin Bärz, Mitarbeiter des Stadtbauamtes, begrüßt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Biodiversität auf städtischen Grünflächen. Das Forschungsprojekt werde zeigen, ob die Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität den gewünschten Effekt bereits erzielten. „Optimal wäre für uns, wenn die Ergebnisse regelmäßig überprüft würden“, ergänzt die städtische Umweltwissenschaftlerin Alena Linke, „sodass wir die langfristige Entwicklung der Insektenschutzflächen auswerten können.“ Dem pflichtet Beigeordneter Ralf Seemann bei, der bereits ankündigt, bei entsprechendem Erfolg die Schutzflächen ausweiten zu wollen.

Pressemitteilung

Stadt Neuwied

Rina Sophie Mehta und Mine Yilmazer platzieren die Käferfallen im Schlosspark. Werden sie dort mehr Insekten zählen, wo seltener gemäht wird? Foto: Stadt Neuwied

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