Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel weist Vorwürfe des Vorsitzenden von Pro Mendig entschieden zurück
Was ist los im Haus am Lindenbaum?
Mendig. Die u.a. in den sozialen Medien immer wiederkehrenden Vorwürfe des Vorsitzenden von Pro Mendig e.V., Karl Gunkel, dass die Stadt Mendig den gemeinnützigen Verein zerstören wolle, verunsichern inzwischen viele Mendiger Bürgerinnen und Bürger.
Blick aktuell sprach darüber mit Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel sowie mit Silvia Bömerich-Mintgen, einer der drei Vorsitzenden des SPD-Stadtverbandes, die mit dem Gründer und Vorsitzenden von Pro Mendig seit einiger Zeit über Social Media kommuniziert.
Blick aktuell: „Was hat es mit den seit Langem schwelenden Unstimmigkeiten zwischen der Stadt Mendig und dem Vorsitzenden von Pro Mendig, Karl Gunkel auf sich?“
H.P. Ammel: „Um dies zu erklären, muss ich etwas weiter ausholen: Bei dem Haus am Lindenbaum handelt es sich um die ehemalige Schule in Obermendig, die Mitte der 1970er Jahre umgebaut wurde, damit das Haus von diversen Vereinen genutzt werden kann. So gibt es zum Beispiel in der ersten Etage die so genannte „gute Stube“ und eine Küche, die von den Mendiger Bürgern für Familienfeste angemietet werden können.
Von Beginn an zählen zu den Mietern des Hauses die Schützenkapelle Mendig, die DLRG, der Schachclub und damals noch die Arbeiterwohlfahrt, die sich jedoch ca. 2010 aufgelöst hat. Bis vor etwa fünf Jahren gab es noch einen Raum, der von der „Lernhilfe e.V.“ angemietet worden war. Außerdem befindet sich in der zweiten Etage eine kleine Mietwohnung, die auch heute noch bewohnt wird.
Seit ungefähr fünf Jahren ist auch Pro Mendig dabei und damals habe ich Herrn Gunkel per Mail bestätigt, dass der Verein alle 14 Tage Mittwochsnachmittags einen Seniorenkaffee in der guten Stube (plus Küche) veranstalten darf. Die Stadt hat bei dieser Gelegenheit noch eine Kaffeemaschine angeschafft. Im Verlauf der folgenden Jahre kamen seitens Herrn Gunkel weitere Anfragen, zum Beispiel bezüglich der Veranstaltung einer Smartphone-Schulung für Senioren, eines Computer-Kurses für Senioren sowie Gymnastik für Senioren (Aktion des Kreises: „Bewegung in den Dörfern“), wobei letzteres einmal wöchentlich stattfinden sollte. Hinzu kam der Wunsch von Herrn Gunkel, einen Film- bzw. Vortragsabend zu veranstalten, was von der Stadt nicht nur genehmigt-, sondern sogar durch den Kauf eines besonders lichtstarken Beamers unterstützt wurde. Eine weitere widerrechtliche Aktion unternahm Herr Gunkel, als die Stadt während der Corona-Zeit im Jahr 2021 eine Zentralheizung im Haus am Lindenbaum installieren ließ. Gegenüber der ausführenden Heizungsfirma bemängelte er ohne jegliche Berechtigung, dass es in den Räumen nicht warm genug sei. Meiner Aufforderung, die Räumlichkeiten nicht zu betreten, da ich mir selbst ein Bild von der Situation machen wollte, kam er nicht nach. Im Nachhinein stellte sich jedoch heraus, dass die Heizung bewusst auf 15 Grad eingestellt worden war, da wegen Corona keine Veranstaltungen im Haus am Lindenbaum stattfinden durften. Aufgrund dieser Aktion sah ich mich dann gezwungen, Herrn Gunkel Hausverbot zu erteilen, jedoch mit der Einschränkung, dass er bei Veranstaltungen von Pro Mendig als Vorsitzender anwesend sein darf!
Ein Sprachkurs für die Flüchtlinge aus der Ukraine war jedoch ebenso wenig mit der Stadt abgesprochen, bzw. von mir genehmigt worden, wie ein Zumba-Kurs oder ein Mittagessen für Senioren in der „guten Stube“.
Aus der Einrichtung eines Bücherschrankes von Pro Mendig vor ca. drei Jahren an der Teichwiese/Steinhauerbrunnen kam es zu weiteren Forderungen von Herrn Gunkel, die er jedoch erst gar nicht thematisierte, sondern eigenmächtig zwei Räume im Haus am Lindenbaum zweckentfremdete und als Lager für eine große Anzahl von Büchern und einen Billardtisch nutzte.
Als die Räumung dieses Bereiches notwendig wurde, da dort eine Sanierung erfolgen musste, stellte die Stadt Herrn Gunkel zeitlich befristet einen Lagerraum zur Verfügung, mit der Zusage, dass der Verein zeitnah nach einer dauerhaften Lösung suchen würde. Nach fast zwei Jahren musste die Stadt die Überlassung zum 30.04.2023 aufkündigen, da die Räume für eine andere Nutzung benötigt werden. Herr Gunkel räumte das Lager zwar in letzter Minute, jedoch nicht ohne die Stadt, bzw. mich in den sozialen Medien in einer polemisch anmutenden Berichterstattung anzugreifen.
In den letzten Jahren gingen die Wünsche und Forderungen von Herrn Gunkel ins Uferlose und da ich als Stadtbürgermeister bekanntlich jeden Tag zahlreiche Aufgaben wahrnehmen muss, sah ich mich gezwungen, die Kommunikation mit dem Verein durch ein anderes Vorstandsmitglied und meine Mitarbeiterinnen wahrnehmen zu lassen, was auch einige Zeit sehr gut funktionierte. Aktuell hat die Stadt dem Vereinsvorstand angeboten, dass Pro Mendig an drei Tagen pro Woche die „gute Stube“ plus Küche gegen ein Energieentgelt (Strom, Heizung, Wasser) von 20 Euro täglich nutzen darf“, so Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel, diese Pauschale wurde in Abstimmung mit den Beigeordneten aller Fraktionen festgelegt und erscheint uns durchaus angemessen, auch gegenüber den anderen Vereinen im Haus am Lindenbaum.
Schon seit geraumer Zeit versucht Silvia Bömerich-Mintgen, eine der drei Vorsitzenden des SPD-Stadtverbands, die von Herrn Gunkel gegen die Stadt Mendig, bzw. den Stadtbürgermeister in der Presse und den sozialen Medien veröffentlichten Vorwürfe auf sachlicher Ebene entgegen zu treten. Gegenüber Blick aktuell sagt sie: „Ich versuche immer wieder klar zu stellen, dass Stadtbürgermeister Ammel als Hausherr dafür verantwortlich ist, dass die mit den Mietern des „Haus am Lindenbaum“ getroffenen Vereinbarungen eingehalten werden. Im Übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass ich mich als Bürgerin von Mendig zu Wort melde und um ein friedliches Miteinander bemüht bin. Die jüngste öffentliche Unterstellung eines Vereinsmitglieds, in der es heißt, die Auseinandersetzung zwischen der Stadt und Pro Mendig würden zur Auflösung des Vereins führen, ist einfach absurd! Hier geht es einzig und allein um ein städtisches Gebäude, das von allen Mendiger Vereinen und auch von Bürgerinnen und Bürgern gemietet und genutzt werden kann. Ohne eine verbindliche Hausordnung, die von allen Mietern rechtsverbindlich eingehalten werden muss, ist die Nutzung einer solchen Immobilie jedoch kaum möglich.
Die begrüßenswerte Arbeit von Pro Mendig wird von der Stadt ebenso geschätzt und anerkannt, wie das Engagement aller Menschen, die in Mendiger Vereinen aktiv sind. So zum Beispiel die Seniorenwerkstatt der Stadt, das DRK, die KFD, der DLRG, die evangelische Kirche, die Kolpingfamilie, die Sportvereine mit ihrer herausragenden Jugendarbeit etc. Warum Herr Gunkel dennoch immer wieder Sonderrechte beansprucht und diese mit diffamierenden Aussagen gegen den Stadtbürgermeister durchzusetzen versucht, kann ich nicht nachvollziehen.“ FRE
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Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel und Silvia Bömerich-Mintgen.
