Der närrische Adel traf sich zum Mittelrheinischen Prinzentreffen in der Linzer Stadthalle
Weit mehr als 30 Gesellschaften erwiesen Yvonne I. ihre Reverenz
Linz. Vom großen Rittersaal der alten Zollburg in die Stadthalle zum mittelrheinischen Prinzentreffen umgezogen war die Große Linzer KG schon in der vorigen Session. Zu groß war die Zahl der närrischen Blaublüter, Gesellschaften und Komitees und damit das Gedränge in den Vorjahren gewesen, so dass Paul III. „vun de Fanfaren“ seine adligen Kollegen erstmals in der ehemaligen Kapuzinerkirche empfangen hatte. Am Sonntag unterstützte der Ex-Prinz die Vizepräsidentin Heike Paffhausen als Moderator der Traditionsveranstaltung, die allerdings sehr schleppend begann. Das Rheinhochwasser mit Sperrung der B 42 zwischen Ariendorf und Unkel zwang zu enormen Umwegen über die Westerwald-Höhen und führte so zu nicht unbeträchtlichen Verzögerungen bei der Anreise, zumal die Jecken bis in die frühen Mittagsstunden auch noch auf dichte Nebelschwaden stießen, bevor sie in die „Stadt mit L“ kamen. Denn nicht Kölle, sondern Linz war der Nabel der jecken Welt, zumindest der vom Mittelrhein.
„Es haben sich zwar nur 16 Gesellschaften angemeldet, dieses Mal mit dabei zu sein, aber schon jetzt sind es mindestens so viele wie im Vorjahr, die unserer Prinzessin ihre Reverenz erweisen wollen“, stöhnte der gestresster Elferrats-Geschäftsführer Jürgen Pappendorf am Eingang zur ehemalige Kapuziner-Hallenkirche. Die hatte die Gastgeberin Yvonne I. „vom Rennenberger Tal“ zusammen mit ihren Adjutanten Oliver Brockhaus und Thilo Henze nach einem dreifach donnernden „Alaaf!“ mit ihrem Sessionslied: „Woho, woho, mir Strünzer jevven Jaas, woho, mir fiere Karneval!“, mächtig gerockt, bevor sie ihre kleinen und großen blaublütigen Kollegen empfing wie die Schöneberger Rolli I. „de Schwaadschnüss vom Elferrat“ und Mary I. „d’r Sonnesching mit janz vill Hätz“ oder das Damen-Dreigestirn vom Alt Höhenberger Adel aus Köln, „Prinzen“ Uschi I., „Jungfrau“ Jessy und „Bauer“ Conny.
Aus der anderen Himmelsrichtung über Kathringe waren nicht nur die Ariendorfer Tollitäten, Chrissi I. und Thomas I., sondern auch der Hünnijer Prinz, Christoph I. mit seinen vier Köbessen nur wenige Stunden nach der Prunksitzung seiner KG angereist, um all den Jecken zu verraten: „Mir sin all Hünnijer Jecke!“ Da wartete die Unkeler Kinderprinzessin Marie aus dem Hause Laschefski mit ihren Paginnen Melina Berg und Jenny Schulz noch geduldig auf ihren Auftritt, ebenso wie ihre junge Kollegin Pia I. „aus dem Hause Schmidtchen“ mit ihren Pagen, Chiara Aci und Alicia Barczewski von den Breitbacher „Ushaalern“. Aushalten musste et Yvönnche die ständig zunehmende Ordensflut, die sich um ihren Hals legte. Als Last empfand sie die aber nicht, bestätigte ein Blick in die proppenvolle Stadthalle doch ihr Sessionsmotto: „Rut, Blau, Jeel Jrön un Wiess, alle Farwe sin dabei. Mir stohn zesamme“ und in Ausweitung über die Große Linzer KG hinaus ergänzte sie: „Mir Fastelvonde-Jecke vom Mittelrhein sin en richtich buntes, raderdolles Völkche, dat weiß, wie mer Fastelovend fiere dät!“ DL
