Nürburgring freut sich auf ein interessantes Jahr 2016
Weiterentwicklung zum Dienstleister für spannende Veranstaltungen
Geschäftsführer Mirco Markfort: „Der Nürburgring befindet sich im Aufwind“
Nürburgring. Von der Rennstrecke zum Dienstleister will sich der Nürburgring in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Das erklärte Geschäftsführer Mirco Markfort jetzt bei einer Pressekonferenz. Schließlich sei der Nürburgring mehr als nur eine Rennstrecke, sondern eine weltweit bekannte Location, die für viele Veranstaltungen der unterschiedlichsten Art geeignet sei. So könne man auch im Jahr 2016 den Nürburgring zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Motorrad, dem Auto oder dem Truck erleben, denn der Veranstaltungskalender weist nicht weniger als 32 Events zwischen März und Oktober aus.
„Der Nürburgring befindet sich im Aufwind“, erklärte Markfort, seit 14. März Geschäftsführer der capricorn Nürburgring GmbH (CNG). Mit einer Auslastung von nahezu 100 Prozent bilde die 1927 eröffnete Nordschleife mit der Dreifach-Nutzung für Motorsport-Veranstaltungen, Industrie-Testfahrten und Touristenfahrten die Säule des Kerngeschäftes, doch auch der 1984 eröffnete Grand-Prix-Kurs sei mit gut 90 Prozent bestens gebucht. Nachdem sich die Besitzverhältnisse geklärt hätten, denke man nicht mehr von Jahr zu Jahr, sondern sei dabei, eine Strategie zur mittelfristigen Ausrichtung zu entwickeln. Deshalb könne man viele Ideen in die Tat umsetzen, die schon seit Langem in der Schublade lägen. Auch von den beiden anhängigen Klagen gegen die Entscheidung der EU-Kommission lasse man sich nicht beeindrucken, sonst würde möglicherweise die Arbeit für Jahre stillstehen.
Auf neue vertragliche Basis gestellt
Darüber hinaus habe der Nürburgring in jüngster Zeit einige neue Verträge mit namhaften Firmen aus der Automobil-Branche geschlossen, die in den kommenden Wochen veröffentlicht werden sollen. Dabei gehe es sowohl um einen neuen Auto-Partner für das beliebte „Ring-Taxi“ als auch um die Belegung von Werbeflächen entlang der Strecke. Auf eine neue vertragliche Basis gestellt worden seien auch die Vermietung von Loungen und die Durchführung von Fahrzeug-Präsentationen, wie Michael Dürbaum als Vertriebsleiter für den Rennstrecken-Bereich ergänzte. Der „Industrie-Pool“, ein Verbund von knapp 40 Firmen der Automobil-Industrie inklusive aller namhaften Autohersteller, nutze nicht nur die Nordschleife exklusiv für 16 Wochen im Jahr, sondern künftig auch regelmäßig den GP-Kurs und den Offroad-Park.
Die weltberühmte Rennstrecke in der Eifel biete ein breitgefächertes Veranstaltungsangebot für ein unterschiedliches Publikum. Die ersten beiden Großveranstaltungen stehen unmittelbar bevor: der Langstrecken-Klassiker auf der legendären Nordschleife, das Int. ADAC Zurich 24h-Rennen vom 20. bis 29. Mai und die Radsport-Veranstaltung „Rad am Ring“ vom 29. bis 31. Juli, bei der erstmals seit 1978, wieder ein Profi-Radrennen ausgetragen wird. Es handelt sich um ein UCI-Eintagesrennen der ersten Kategorie, das nach Rudi Altig, der genau vor 50 Jahren in der „Grünen Hölle“ Weltmeister wurde, benannt wird.
Mehr als nur eine Rennstrecke
„Der Nürburgring ist mehr als nur eine Rennstrecke, er ist vielmehr eine Multifunktionsanlage“, so der neue Geschäftsführer. Wachstumspotenzial sieht er vor allem im Tagungs-Geschäft. „Der Nürburgring bietet ein breites Spektrum für vielschichtige Veranstaltungsformate und bedient dementsprechend kleine, mittlere und auch große Gruppen“, so Christine Brunner, die neue Vertriebsleiterin für das Tagungs- und Veranstaltungs-Segment. „Die besondere Kombination als Tagungsstätte mit außergewöhnlichen Fahrerlebnissen und mit den erforderlichen Hotelkapazitäten kann nur der Nürburgring bieten.“ Die zum Nürburgring gehörenden Vier- und Drei-Sterne-Hotels, die von der Lindner Hotels AG betrieben werden, erfreuten sich ebenso stetiger Zuwachsraten wie der Ferienpark im sechs Kilometer entfernten Drees, der zu Jahresbeginn zum dritten Mal in Folge als bester Ferienpark Deutschlands ausgezeichnet worden war.
In den Strategie-Planungen für die kommenden sechs bis sieben Jahre spielen auch Musik-Veranstaltungen und die Formel 1 eine zentrale Rolle. „2017 ist der Nürburgring turnusgemäß an der Reihe, den Großen Preis von Deutschland auszutragen“, so Mirco Markfort. „Wir wollen alle Möglichkeiten ausloten, um die Formel 1 an den Nürburgring zurückzuholen. Entscheidend ist wie vor zwei Jahren, ob es finanziell machbar ist.“ Als Veranstaltungsort für Musik-Festivals sei der Nürburgring längst etabliert. Möglichst schon 2017 wolle man deshalb wieder Musik-Veranstaltungen durchführen, bekräftigt Markfort.
Motorsport bleibt nach wie vor das Kerngeschäft
Doch nach wie vor ist der Motorsport das Kerngeschäft der legendären Rennstrecke in der Eifel. Gleich zwei Läufe zu Weltmeisterschaften des Automobil-Weltverbandes FIA sind 2016 auf dem Nürburgring am Start. Im Rahmen des Int. ADAC Zurich 24h-Rennens trägt die FIA Tourenwagen-WM (WTCC) am Samstag, 28. Mai, zwei Läufe in der „Grünen Hölle“ aus. Der Fernsehsender RTL wird darüber 20 Stunden Live berichten, unter anderem mit Nürburgring-Legende und BMW-Werksfahrer Dirk Adorf als Kommentator. Vom 22. bis 24. Juli kommt es dann auf dem Nürburgring-GP-Kurs mit dem vierten Lauf zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) zur prestigeträchtigen Le-Mans-Revanche, die zur Premiere vor einem Jahr 62.000 Zuschauer an den „Ring“ lockte.
Darüber hinaus zählen Truck-Grand-Prix (1. bis 3. Juli), ADAC-GT-Masters (5. bis 7. August), Oldtimer-Grand Prix (12. bis 14. August), und die DTM (9. bis 11. September) zu den Motorsport-Highlights der diesjährigen Nürburgring-Saison. „Früher haben wir die Rennstrecke vermietet, dazu Feuerlöscher und Besen bereitgestellt. Heute sorgen wir mit dem gesamten Team dafür, dass diese riesige Sportstätte betriebsbereit ist und die individuellen Vorbereitungen und Abläufe jeder Veranstaltung berücksichtigt werden. Insofern sind wir mehr denn je auch ein Dienstleister für die Veranstalter“, erklärt Manfred Strack, Leiter Eventmanagement und seit fast 30 Jahren am Nürburgring tätig. Inklusive Hotels und Ferienpark zählt der Nürburgring rund 250 Mitarbeiter, dazu kommen bei Veranstaltungen bis zu 600 Helfer.
Interessantes Wochenende für Radfahrer
Für alle relevanten Großveranstaltungen hat der Nürburgring erstmals seit Jahren wieder längerfristige Verträge geschlossen. „Das gibt dem Nürburgring, den Veranstaltern sowie der gesamten Region eine wertvolle Planungssicherheit“, unterstrich Markfort. Von einem langfristigen Vertrag mit dem Nürburgring profitiert dank eines neuen Sponsors auch die 2003 eingeführte Veranstaltung „Rad am Ring“. Erstmals seit 1978, als nach 1927 und 1966 die dritte und bislang letzte Straßen-Rad-Weltmeisterschaft auf dem Nürburgring stattfand, wird am 31. Juli wieder ein Straßen-Radrennen für Profis auf der herausfordernden Nordschleife ausgetragen. Rudi Altig wird 50 Jahre nach seinem Weltmeisterschafts-Triumph in der „Grünen Hölle“ dem Eintagesrennen der ersten Kategorie seinen Namen geben – „Rudi-Altig-Race“. „Der Nürburgring ist nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt bekannt. Auf dieser schwierigen Strecke ein Rennen zu gewinnen, war und ist etwas Besonderes“, bemerkte Rudi Altig. Neben dem Profi-Radrennen und dem klassischen 24-Stunden-Radrennen wird erstmals auch die Mountainbike-Bundesliga am Nürburgring Station machen.
Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort sieht die legendäre Rennstrecke auf einem guten Weg. Jost Foto: Volker Jost
