Allgemeine Berichte | 20.06.2018

Hocheifel-Realschule plus mit Fachoberschule und Erich-Klausener-Gymnasium waren in Honerath gemeinsam aktiv

Weiterführende Arbeiten am Gewässer

Vieles über die Wasserqualität erfuhren die Pachpaten aus erster HandSES

Honerath. Der dunkle, wolkenverhangene Himmel über der Eifel verwandelte sich an diesem Morgen allmählich in eine Wolkenlandschaft in Blau: Dr. Maria Dommermuth, Referentin der Kreisverwaltung Ahrweiler für das bundesweit bedeutsame Naturschutzgroßprojekt „Obere Ahr-Hocheifel“, konnte am Honerather Bach von oben trocken ihre kurze Einführung in das Projekt geben.

Nach einem gut 30-minütigen Fußweg hatten Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse des Gymnasiums und der neunten Klasse der Hocheifel-Realschule in Adenau ihr Ziel am Bach erreicht. Dagmar Schöttler-Baur und Timo Lichtenthäler von der Realschule sowie Claudia Meise und Werner Rath vom Gymnasium begleiteten sie bei ihrem diesmaligen Einsatz. Winfried Sander aus Leimbach war auch diesmal aktiv für das Landesamt für Umwelt in Mainz dabei. Er initiiert und betreut landesweit schulische Bachpatenschaften. Engagiert dabei war auch Reinhard van Ooyen von der BUND-Kreisgruppe Ahrweiler, die Partner bei dem Projekt „Bachpatenschaft“ ist.

Die Herangehensweise der beiden Klassen ist altersgemäß ganz unterschiedlich, aber mit den gleichen Zielen verbunden: Wie orientiere ich mich im Gelände? Was gibt es an Lebewesen im Bach? Wie sieht es damit im Umfeld des Baches aus? Welchen Verlauf nimmt der Bach? Warum ist das so? Ist das gut so? Oder was können wir ändern? Wie geht das? Wie halte ich die Antworten auf diese Fragen fest? Wie kann ich anderen mitteilen und zeigen, was wir getan haben?

Fachlich heißt das: Die Gewässerstrukturgüte zeigt die Wertigkeit im Lebensraum Bach und die Gewässergüte die Belastung mit (an-)organischen Stoffen des Gewässers. Ziel in den nächsten Jahren: viel rund um das Gewässer arbeiten, damit der Bach die Möglichkeit hat, sich wieder zu einem naturnahen Fließgewässer zu entwickeln.

Neben den Erkenntnissen über die komplexen Zusammenhänge im System „Bach“ und der Maßnahmen im Rahmen des Naturschutzgroßprojekts erlebten die Bachpaten aber auch diesmal „harte“ körperliche Arbeit. Der kleine Bach verläuft bisher und seit Jahrzehnten auf einer Strecke von gut 100 Metern schnurgerade über ein fest gefügtes Bett, eine sogenannte „Steinstickung“, die von Menschenhand vor Jahrzehnten zum schnelleren Abfluss des Gewässers erstellt wurde. Wenn die fest verankerten Steine im Bachbett allmählich abschnittsweise entfernt und einzelne Steine oder Steinreihen bewusst als Strömungslenker im Bachbett belassen beziehungsweise neu eingebracht werden, dann kann sich das Gewässer wieder frei bewegen. Es kann Windungen und Schleifen anlegen, in die Breite gehen und langsamer fließen und damit allmählich wieder naturnahe Form annehmen. Zudem sollen sich damit auch Fauna und Flora im und am Bach sowie im breiten Gewässerrandstreifen wieder passend ansiedeln.

Als weitere Strömungslenker wurden sogenannte „Faschinen“, also ein Bündel aus Ästen von Weiden, hergestellt und in einem flachen Winkel in Strömungsrichtung in das Wasser und tief in das begleitende Ufer eingebaut. Die abgelenkte Strömung prallt auf die andere Bachseite und bringt so die ehemals geradlinige Strömung zum Schwingen und damit zur gewünschten Seitenerosion.

Zugleich bietet das Gebilde Schutz für kleine Fische und andere Lebewesen. Außerdem werden sich die Weiden nach einer gewissen Zeit im Boden mit Wurzeln verankern und Bäumchen entstehen lassen. Allerdings: „Dieser Vorgang braucht Zeit und vor allem etliche Hochwasser“, merkt Sander an. „Ein Projekt, das nicht ein Schuljahr andauert, sondern auf viele weitere Jahre angelegt ist.“

Christoph Frings von der Kreissparkasse Ahrweiler freute sich als Sponsor vor Ort: „Unsere finanzielle Unterstützung ist in dieser wichtigen Maßnahme der beiden Schulen gut aufgehoben.“ Bürgermeister Guido Nisius und Sandra Kämmerling von der Verbandsgemeinde stimmten voll und ganz zu und wünschten weiter gutes Gelingen.

Vieles über die Wasserqualität erfuhren die Pachpaten aus erster HandFotos: SES Foto: HEINZ TONI SESTERHEIM

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