Bundesweite EKD-Ausstellung regt zur Erforschung der eigenen Identität an
„Welche Geschichte(n) stecken hinter meinem Namen?“
Oberfell. . „Mit dem eigenen Vornamen ist es so eine Sache: Meistens tragen mehrere Menschen diesen Namen und er gehört einem nicht allein. Aber ich bin doch eng mit meinem Namen verbunden, werde mit ihm geliebt und gehänselt – aber höre auf ihn als meine eigene Identität.“
Diese Erkenntnis wird dem Besucher einer bundesweiten Ausstellung des Kulturbüros der EKD (Evangelische Kirche Deutschland) bewusst. Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier macht sie derzeit auch in Oberfel/Untermosel als einzigem Ort in Rheinland Pfalz Station in der Pfarrkirche St. Nikolaus, Görgengasse. Gemeinsam mit 15 weiteren „Nikolaus“-Kirchen in Deutschland ist Oberfell „mit dabei“ als Ausstellungs-Standort neben größeren Städten wie Flensburg, Potsdam, Stralsund, Bremen, Hamburg Frankfurt, Leipzig und Dortmund sowie 16 Marienkirchen als weitere Ausstellungs-Stationen. Ziel ist es, Impulsgeber zu sein als Anreiz für weitere spannende Aktionen zur eigenen Identitätsfindung, insbesondere auch für jüngere „Forscher“.
Anreiz zur „Forschungsarbeit“ in Schüler-Gruppen
Die Evangelische Kirche Deutschlands als Träger der bundesweiten Ausstellungsreihe „Bei Deinem Namen genannt“ im Kulturerbe-Jahr 2018 „Sharing Heritage“ erfährt hiebei „dankbare Unterstützung als vor Ort erlebbare Ökumene“. Dies stellte Angelika Beer (EKD-Öffentlichkeitsarbeit) bei der Ausstellungseröffnung dankend fest. In Vertretung für den Leiter der Projektentwicklung Klaus Martin Bresgott begrüßte sie „ein volles Haus“ zur Ausstellungseröffnung in der Oberfeller Nikolauskirche. „Dieser große Interessenbeweis kann sich jetzt gerne fortsetzen in weiteren Ausstellungsbesuchen bis zum 7. Dezember. Sehr gerne sind auch Kinder und Jugendliche eingeladen zur Begegnung zu ihren eigenen (Vor-) Namen“, luden auch die Vorsitzenden vom örtlichen Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat Marlies Thelen und Thomas Steffes ein, „mitzumachen bei gemeinsamer Forschungsarbeit“. Hierzu steht sehr spannendes EKD – „Forschungs“ - Material, auch als Schulungsunterlagen für Schulen und Kindergärten zur Verfügung. Diese zum großen Teil bereits an Einrichtungen der Region verteilten Ideen-Anreize sind eine gut nutzbare Grundlage für Gruppenarbeiten und (nicht nur, aber auch) im Reli-Unterricht.
„Bei Deinem Namen genannt“ und Geschichte(n) hierzu
„Interessant ist es, zu wissen, was mein Name bedeutet, wo er herkommt und warum ich ihn trage“, konnte man bereits am Eröffnungstag der Ausstellung ein Entdeckungsinteresse erkennen. „Aber auch die Frage, warum meine Eltern mir meinen Namen ausgesucht haben und welche Geschichte(n) sonst noch dahinter stecken, ist sicher spannend, zu erfahren“, wurde die Forschungsmotivation mit noch vorhandenen Fragezeichen begründet. Keine Fragezeichen müssen bestehen bleiben für die Nachfrage nach den oben erwähnten „Forschungs-Unterlagen“. Infos hierzu sind abrufbar z.B. unter facebook.com/EKDkultur und bei-deinem-namen-genannt.eu
Fazit: Die absolut gelungene Idee der Ausstellung „Bei Deinem Namen genannt“ macht dem Besucher bewusst, dass es nicht nur gilt, etwa den Namen einer Sportkleidung an „ihren drei Streifen“ zu erkennen oder Tatoo-Zeichen zu deuten. Der Vorname des Menschen kann eine eigene Identität mit Verbindung zum eigenen Leben und Charakter unterstützen. Und da sich die Herkunft unserer Vornamen häufig auf historische Persönlichkeiten bezieht, kann das Wirken von St. Nikolaus sowie die Frage „Wer war die Großmutter vom Christkind?“ sicherlich ein aktuelles Forschungsgebiet sein, das dem „Weihnachtsmann“ seine Existenz aus einer amerikanischen Cola-Werbung nachweist. Auch die Verbindung von Elvis Presley zum Bruder von Moses kann eine spannende Nachforschung begründen.
Entsprechende persönliche „Forschungsversuche“ gilt es zu nutzen, unterstützt durch die Oberfeller Ausstellung und begleitende „Mitmach-Aktivitäten“, die vielleicht ja auch wieder die Bedeutung des „Namenstages“ dem heute eher praktizierten Geburtstagsgedenken wieder näher bringt. PRESS
Julia und Viktoria werben zum Mitmachen bei der Namensforschung, die sich auch in Redewendungen widerspiegelt.
Impulse zur Eigenwirksamkeit werden in ungewöhnlichen Modulen vermittelt. Davon überzeugten sich die Eröffnungsbesucher, darunter auch Dechant Jörg Schuh (2.v.r.) und die Pfarr-Räte Thomas Steffens (r.) und Marlies Thelen (3.v.r.) Foto: Dieter Preß
