Karneval und Kirche: Seniorengottesdienst im Schwesternhaus Kettig
Wenn die Kirche zu den Menschen kommt
Kettig. Einen besonderen Seniorengottesdienst feierte Andreas Schneider gemeinsam mit den Seniorinnen und Senioren im Schwesternhaus in Kettig.
Neben dem regelmäßigen Angebot von Kaffee und Kuchen, versucht das Organisationsteam bewusst, auch spirituelle Impulse „mit ins Programm“ aufzunehmen.
Hintergrund ist die Erfahrung, dass es vielen älteren Bürgerinnen und Bürgern zunehmend schwerfällt, selbstständig den Weg in die Kirche auf sich zu nehmen.
So wurde aus dem Kreis der Senioren der Wunsch nach einem Wortgottesdienst mit Eucharistieausteilung geäußert. „Dem Wunsch bin ich gerne nachgekommen“, betonte Schneider. „Wenn es Ältere nicht mehr in die Kirche schaffen, dann kommen wir als Kirche zu ihnen.“
Thematisch stand der Gottesdienst ganz im Zeichen der fünften Jahreszeit – des Karnevals. In seiner Ansprache schlug Schneider dabei eine Brücke zwischen christlichem Glauben und rheinischer Lebensfreude. „Jeder Jeck is anders – und das ist zutiefst christlich“, erklärte er. Gott habe keinen Menschen zweimal gemacht und liebe Originale, keine Kopien. Entgegen der verbreiteten Vorstellung, ein guter Christ müsse stets ernst sein, erinnerte Schneider daran, dass Jesus selbst von Freude sprach: „Meine Freude soll in euch sein, und eure Freude soll vollkommen sein.“
„Wenn man über sich selbst lachen kann, lebt es sich leichter“, so Schneider. Das Schwere müsse man nicht allein tragen, denn Gott trage es mit. Gott begegne den Menschen nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern vielleicht auch „mit einem Augenzwinkern“.
Zum Abschluss des Gottesdienstes wurde allen Teilnehmenden noch eine Blasius-Segensbitte zugesprochen – mit dem Wunsch, gesund durch die kommenden Jahreszeiten zu gehen. Der Seniorengottesdienst im Schwesternhaus machte deutlich, wie wichtig niederschwellige Angebote sind, um Glauben, Gemeinschaft und Lebensfreude auch im hohen Alter erfahrbar zu halten.
