Allgemeine Berichte | 28.03.2018

Wenn in Zukunft die Fachkraft fehlt

Fachkräfteforum beschäftigt sich mit jüngsten Ergebnissen einer Befragung von rund 1.000 Unternehmen der Region

Gemeinsam mit Vertretern der Fachkräfteallianz Mayen-Koblenz informiertenLandrat Dr. Alexander Saftig (4.v.l.) und WFG-Geschäftsführer Henning Schröder (2.v.l.)über die Ergebnisse der jüngsten Befragung von rund 1.000 Unternehmen der Region. Ihr Fazit: Fachkräfte dringend gesucht!

KREIS MYK. Vor fünf Jahren befragte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Mayen-Koblenz (WFG) rund 1.000 Unternehmen der Region zu ihrer betrieblichen Fachkräftesituation. Im Januar dieses Jahres wurde die Umfrage wiederholt. Die aktuellen Ergebnisse stellten WFG-Geschäftsführer Henning Schröder und Landrat Dr. Alexander Saftig jetzt auf einem Fachkräfteforum in der Krupp’schen Halle der Sayner Hütte in Bendorf-Sayn vor. Fazit: Bei denjenigen Qualifikationen, bei denen die Betriebe den höchsten Bedarf in Zukunft haben, sind sie am wenigsten zuversichtlich, einen qualifizierten Mitarbeiter finden zu können.

Rund 100 Unternehmen hatten Vertreter zum Fachkräfteforum der WFG entsandt. Sie waren nicht nur auf die Ergebnisse der jüngsten Umfrage zur Fachkräftesituation im Landkreis gespannt, sondern wollten auch einen Blick in die Zukunft werfen. So hatte die WFG mit Dr. René Bantes einen renommierten Gast eingeladen. Der Physiker und Abteilungsleiter am Fraunhofer-Institut für Naturwisschenschaftlich-Technische Trendanalysen, skizzierte in seinem Vortrag „Technologische Zukünfte – was kommt auf uns zu?“ die Anforderungen in der Arbeitswelt von morgen.

Wie wirkt sich Digitalisierung auf die Zukunft der Arbeit aus? Wie setzen wir IT heute und morgen ein? Bantes wählte teils drastische Vergleiche – „Digitalisierung ist wie Sex und Pubertät. Alle sprechen davon. Keiner hat eigene Erfahrungen. Und alle glauben, die anderen sind schon viel weiter als man selbst.“ - um seine Ausführungen anschaulich an den Mann und die Frau zu bringen. Ohne Visionen keine Strategie, so Bantes. Im Fraunhofer-Institut beobachte man umfassend die Gegenwart, um die mögliche Zukunft zu erklären. Seine Prognose in Sachen Digitalisierung: Die Nutzung von IT wird revolutioniert. Während heute in Unternehmen IT automatisiert eingesetzt wird, geschieht dies schon bald mit Hilfe autonomer Systeme. Der intelligente Computer denkt und entscheidet alleine. Und das nicht erst in 20 Jahren. „Wir alle werden das noch im Laufe unseres aktiven Berufslebens miterleben“, ist sich Bantes sicher.

Landrat Dr. Alexander Saftig nutzte die Gelegenheit, den Blick noch einmal zurück zu werfen. Die Ergebnisse der ersten Unternehmensbefragung waren ursächlich für die Gründung der Fachkräfteallianz Mayen-Koblenz. Ihr gehören neben der WFG die Arbeitsagentur Koblenz-Mayen, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Gleichstellungsstelle der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, die Handwerkskammer Koblenz, die Industrie- und Handelskammer Koblenz, das Jobcenter Mayen-Koblenz, die Kreishandwerkerschaft Mittelrhein und der VEM als Arbeitgeberverband an. Ein gutes Netzwerk, das eng zusammenarbeitet und gut funktioniert. So auch in der Vorbereitung des aktuellen Fachkräfteforums. In der Krupp’schen Halle der Sayner Hütte, einem Juwel industriegeschichtlicher Veranstaltungsorte in der Region, lud die Allianz nach den Vorträgen zu drei Praxisforen. Wer wollte, konnte sich mit der Qualifizierung von Mitarbeitern für die Herausforderungen der Digitalisierung, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder dem Thema „Gute Führung“ beschäftigen. „Mit diesen Praxisforen sprechen wir besonders kleine und mittelständige Unternehmen an. Sie erhalten die Möglichkeit, praxisnahe Lösungen für ihren Betrieb kennenzulernen und sich mit anderen auszutauschen“, so WFG-Geschäftsführer Henning Schröder. Gerade die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine gute Führungskultur seien Garanten, um qualifizierte Fachkräfte im Unternehmen zu halten und zu gewinnen. Und diese Bindung ans Unternehmen sei wichtiger denn je. „Unsere Befragung hat in aller Deutlichkeit gezeigt: Dreiviertel aller Arbeitsplätze im technisch-gewerblichen Bereich können bis zum Jahr 2025 nur schwer oder gar nicht besetzt werden.“

Weitere Infos zur Fachkräfteallianz bei der WFG, Annika Dietel, Telefon: 0261/108-447, E-Mail: annika.dietel@wfg-myk.de.

Wenn in Zukunft die Fachkraft fehlt

Gemeinsam mit Vertretern der Fachkräfteallianz Mayen-Koblenz informierten Landrat Dr. Alexander Saftig (4.v.l.) und WFG-Geschäftsführer Henning Schröder (2.v.l.) über die Ergebnisse der jüngsten Befragung von rund 1.000 Unternehmen der Region. Ihr Fazit: Fachkräfte dringend gesucht!

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