Abiturfeier am Städtischen Gymnasium in Rheinbach
„Werden Sie Lehrer!“
88 Abiturienten wurde die Allgemeine Hochschulreife bescheinigt
Rheinbach. Für 88 Abiturientinnen und Abiturienten des Städtischen Gymnasiums Rheinbach wird der Freitag, 10. Juni 2016 wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Dieser Tag markiert den Abschluss eines Lebensabschnitts dieser jungen Menschen. Die Sprecherin der Abiturienten brachte es mit einfachen Worten bei der Eröffnung der Abiturfeier in der Aula des Gymnasiums auf den Punkt: „Heute sind wir zum allerletzten Mal hier zusammen in der Schule. Ab heute ist es die freie Entscheidung, ob und wann man nochmal in die Schule geht“. Die Worte machten deutlich, welcher Druck und welche Anspannungen der letzten Tage und Wochen vor dem Abi bei den jungen Leuten vorhanden waren und wie nun, nach der Zeugnisausgabe, die Freude über das Erreichte alles befreiend wegspülte. Nach dem ökumenischen festlichen Gottesdienst in der St. Martin Pfarrkirche versammelten sich die Abiturienten zunächst zum traditionellen Fototermin vor dem Schulgebäude. Zusammen mit Eltern, Verwandten und Freunden fand man sich dann zur Abiturfeier in der Aula ein. Nach der musikalischen Einleitung durch die Schulband mit zwei Gesangstalenten begrüßte Schulleiter OStD Stefan Schwarzer zahlreiche Ehrengäste, u.a. Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz und den Vorsitzenden des Ausschusses Schule, Bildung Sport, Ratsherr Dietmar Danz. Zunächst dankte Schwarzer den Eltern, die nun nicht mehr „den Spagat zwischen Hausaufgabenkontrolle und Freizeit“ vollbringen müssen. Er dankte auch den Lehrkräften, Oberstufenlehrer und Kurslehrern für ihre Arbeit. Der Verwaltung der Stadt dankte Schwarzer für die Ausstattung der Schule. Gleichzeitig beglückwünschte der Schulleiter die Abiturienten zum Erreichten. Sie nahmen an diesem Tag das Dokument entgegen, das ihnen die „Allgemeine Hochschulreife“ bescheinigt. Doch zuvor genoss Stefan Schwarzer noch einmal sein „Recht als Hausherr“ und wies die Abiturienten augenzwinkernd darauf hin, dass sie hierbleiben und die Reden über sich ergehen lassen müssten. Dies wird den Anwesenden angesichts der brillanten und mit Aphorismen und Metaphern geschmückten Rede des Schulleiters sicher auch nicht schwergefallen sein. Logischer Weise kam der Schulleiter nicht umhin, in seiner Rede den jungen Leuten einige Ratschläge für das weitere Leben mitzugeben. Insbesondere bat er, ganz zeitgemäß, um Umsicht und Vorsicht mit Meinungen. „Jeder hat heute eine Meinung, die meisten sind gegen etwas, seien Sie für etwas, treten sie dafür ein“ und weiter: „Oft streiten wir aneinander vorbei, weil wir von völlig verschiedenen Grundannahmen ausgehen, so wie zwei Tennisspieler, die wunderschöne Bälle hin und her spielen, aber leider auf völlig verschiedenen Tennisplätzen“. Schwarzer appellierte, irgendeinen Sport zu treiben, denn: „die meisten von Ihnen werden wohl 100 Jahre und im Alter erhöht sich die Gefahr der Depression. Sport hilft dagegen, also tun Sie etwas“. Auch hinsichtlich der anstehenden Berufswahl hatte der Schulleiter einen guten Ratschlag: „Werden Sie Lehrer…, Sie müssen das ja nicht gleich für immer machen, werden Sie Grundschullehrer, vor allem wenn Sie ein ganzer Kerl sind. Und auch wenn Sie kein Lehrer werden möchten, werden Sie Lehrer, denn Sie haben ganz viel gelernt, dass sie weitergeben können.“ Auch die nachfolgenden Redner, unter ihnen Stefan Raetz, schlossen sich den Glückwünschen an, verbunden mit den besten Wünschen für die Zukunft. Ausgelassen und unbeschwert feierten die jungen Leute am Abend ihren Abi-Ball. STS
Eltern, Verwandte und Freunde waren zur Abiturfeier eingeladen. Foto: Picasa
Die Schulband und zwei Gesangstalente eröffneten die Abiturfeier in der Aula des Städtischen Gymnasiums. Foto: Picasa
