Allgemeine Berichte | 01.03.2021

Der neue Hausrektor in Vallendar, Pater Björn Schacknies, will ein Lernender sein

„Wir müssen Fragen stellen“

Björn Schacknies in seinem Büro als Hausrektor in Vallendar. Hinter ihm ein modernes Gemälde, das Papst Benedikt XVI. zeigt. Foto: Pallottiner

Der Schritt vom Lehrer am St. Joseph-Gymnasium in Rheinbach zum Hausrektor an der Pallottiner Hochschule Vallendar ist für Pater Björn Schacknies eine Umstellung. Aber eine Erfahrung will er mitnehmen: Nämlich, dass ein Lehrender immer auch ein Lernender ist. Für die Hausgemeinschaft in Vallendar wünscht er sich daher, dass sie Fragen stellt und die Welt ins Gespräch bringt.

Die Hausgemeinschaft in Vallendar ist Pater Björn Schacknies schon vertraut. 2002 bis 2004 hat er hier immer am Wochenende gewohnt und von 2004 bis 2008 hatte er seinen Wohnsitz dort. „Das Haus ist mir also vertraut“, sagt er. Doch der Sprung vom Religionslehrer und Schulseelsorger in Rheinbach war für ihn nun groß. Denn das Schöne an der Schule sei gewesen zu sehen, wie sich Kinder entwickeln, einen eigenen Stil ausprägen, einen eigenen Standpunkt vertreten, und auch zu spüren, dass es dabei als Lehrender ein Lernender war.

Aus der Tatsache, dass viele ehemalige Schüler nach Rheinbach zurückkamen und ihr Kinder bei ihm in der Pallotti-Kirche taufen ließen oder sich trauen ließen, sah er auch, wie vieles aus der Schulzeit erst Jahre später aufgehe. Insofern sei die Kirche der Pallottiner, die vor kurzem profaniert wurde, ein Ort gewesen, an dem regelmäßig Gottesdienst und damit Gottesbegegnung stattgefunden habe.

Das Schulgebet würde fehlen

Pater Schacknies fragt sich daher: „Wo sind die Orte heute in unserem Alltag?“ Eine Schülerin habe ihn einmal gefragt, warum an enem städtischen Gymnasium nicht genauso gebetet werde wie an einem kirchlichen? „Da würde mir ja etwas fehlen“, habe sie - für ihn überraschend - gesagt.

Jetzt ist Schacknies kein Lehrer mehr, sondern Hausrektor. Dennoch will der 43-Jährige das Fragen nicht sein lassen. Er findet, dass die Pallottiner-Gemeinschaft in Vallendar Impulse geben solle, damit Menschen miteinander in Kommunikation treten und sich auseinandersetzen.

„Wir gehen in unserer Gesellschaft ja vielen entscheidenden Fragen aus dem Weg“, sagt Schacknies. „Die großen Fragen stellt niemand.“

Aber gerade eine Kommunität, die zusammen mit einer Hochschule und einem Bildungshaus, dem Forum Vinzenz-Pallotti unter einem Dach lebt, könne sich hier ins Gespräch bringen, hofft der Rektor, der deshalb das Haus auch bekannter machen möchte. Sein ganz persönlicher Zugang zum Gespräch mit der Welt sei dabei die moderne Kunst, erzählt er.

Die Kunst des Brückenschlagens

Natürlich ist Schacknies nicht nur für die Außenwirkung, sondern vor allem dafür verantwortlich, dass die Mitbrüder in seiner Kommunität leben und arbeiten können. Zusammen mit dem Hochschulrektor, der Hochschul-Geschäftsführerin und der Forumsleitung arbeitet er am Gesamtklima des Standorts Vallendar.

Da ist die Kunst des Brückenschlagens nötig.

Er wünscht sich, dass sein Haus nach außen geht und die Vielfalt der Pallottiner als Chance zu dieser Begegnung mit der Welt nutzt. „Wir sind Beziehungswesen“, sagt der Pater. Und die Aufgabe der Pastoral sei es daher, Begegnungsräume zu schaffen und den Menschen zu helfen, Widersprüchliches auch auszuhalten. „Und das zu begleiten ist schön“, sagt Pater Björn Schacknies.

Björn Schacknies in seinem Büro als Hausrektor in Vallendar. Hinter ihm ein modernes Gemälde, das Papst Benedikt XVI. zeigt. Foto: Pallottiner

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