Allgemeine Berichte | 13.03.2025

80. Jahrestag der Sprengung der Kronprinz-Wilhelm-Brücke

Würdige Gedenkfeier auf Engerser Seite

Die Teilnehmenden versammelten sich zu einer würdigen Gedenkfeier.  Foto: Stefan Linder

Engers. Werner Johann Keßler und Peter Hünermann begrüßten die unerwartet vielen Teilnehmer, u.a. Oberbürgermeister Jan Einig, den Engerser Ortsvorsteher Dieter Neckenig und Zeitzeugen, vor allem Jürgen Friedrich Donecker, der als 15-jähriger Hitlerjunge die Sprengung vor Ort und „live“ erlebte. Sichtlich gerührt erzählte er, was er gesehen hatte und dass er fast von einem SS-Mann als „Fahnenflüchtling“ erschossen worden wäre. Ein besonderer Willkommensgruß galt den kirchlichen Vertretern, Frau Wilke für die evangelische und Pfarrer Dörrenbecher für die katholische Gemeinde. Ebenso der örtlichen Polizei, die aus guten Gründen und zum erstenmal vor Ort war.

So läuteten am vergangenen Sonntag, 9. März, die Glocken von St. Georg, Urmitz und von St. Martin Engers zum 7.30 Uhr zur ungewohnten Zeit. Es war der genaue Zeitpunkt der Sprengung vor 80 Jahren. An diesem Morgen wurde die Brücke gesprengt. Zahlreiche Menschen, Tiere und Materialien wurden in die Luft geschleudert und fielen in den Rhein. Dies wurde von überlebenden Soldaten und von General Albin F. Irzyk bezeugt. Keßler besuchte den General zweimal in Florida und interviewte ihn mit Bild und Ton. „I saw it - I was there“ betonte General Irzyk mehrmals. Er sah die Sprengung der Urmitzer Brücke weitaus tragischer als die Sprengung der „Remagen Bridge“. Hier fand bei der vergeblichen Sprengung niemand den Tod, während die Urmitzer Brücke in Kenntnis der vielen Menschen, die nach der mit Waffengewalt beseitigten Sperren noch über die Brücke wollten, gesprengt worden war .General Irzyk war es wichtig zu erinnern, dass in der Ardennenschlacht vom 6. Dezember 1944 bis 25. Januar 1945 etwa 19.000 amerikanische Soldaten gefallen sind. Es war die größte Landschlacht in der Geschichte Amerikas. Im Ergebnis beschleunigte diese Schlacht die Niederlage des Nazi-Regimes.

Keßler: "Wir stehen hier, weil wir nichts verdrängen wollen, weil wir erinnern wollen und wie es auf der Gedenktafel am Brückenpfeiler zu lesen ist: Als Mahnung und Verpflichtung zum Frieden.".

Oberbürgermeister Jan Einig betonte die Wichtigkeit der Erinnerungskultur und bedankte sich bei den Initiatoren des Gedenkens, welches seit 15 Jahren stattfindet. Die kirchlichen Vertreter wiesen mit entsprechen Bibelstellen auf notwendigen Frieden hier und überall hin. Gemeinsan wurde das Kyrie gesungen und das Vater unser gebetet.

Anschließend konnte jeder seine Meinung sagen. Herr Linder von der Polizei Neuwied sprach von seinen Bemühungen. die vier Skelette zu identifizieren, die beim Deichumbau gefunden wurden und Claus Rämer wies auf ein „Befreiungsfest“ (80 Jahre Befreiung von Gladbach und Engers) im Vorhof des Engerser Schlosses hin, voraussichtlich am 25. März mit Vertretern der US-Armee und einem Musikzug, der Bundeswehr und Vertretern des öffentlichen Lebens.

Die Teilnehmenden versammelten sich zu einer würdigen Gedenkfeier. Foto: Stefan Linder

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