Bewährte Strukturen stärken: Für den Erhalt der HDG-Schule
Zukunftsweisend und bewährt
Wachtberg. „Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“, sagte bereits Goethe – ein Grundsatz, der auch im Kontext des Schulstandorts Wachtberg von Bedeutung ist. Zwar sollte die Zukunft stets im Blick behalten werden, doch gehört dazu auch der Erhalt und die Verbesserung bewährter Strukturen. Die Hans-Dietrich-Genscher-Schule genießt seit Langem einen hervorragenden Ruf, der über die Grenzen Wachtbergs hinausreicht. Die konstanten Anmeldezahlen sprechen für die Beliebtheit dieser Schule. Durch ihr besonderes Profil, das Basis- und Erweiterungsklassen umfasst, eignet sich die Hans-Dietrich-Genscher-Schule sowohl für Schüler mit Hauptschul- als auch mit Realschulempfehlung. Hier ist es möglich, die Schullaufbahn mit der Fachoberschulreife abzuschließen – genau wie an einer klassischen Realschule. Die hohe Zahl qualitativ guter Abschlüsse ermöglicht es den Absolventen, in die gymnasiale Oberstufe einzutreten oder eine Ausbildung zu beginnen. Insbesondere durch den Robotikunterricht und die regelmäßige Teilnahme an den Hackdays der Ideenwerkstatt „Make your School“ sind Bewerber der Hans-Dietrich-Genscher-Schule bei technischen Ausbildungsbetrieben besonders gefragt. Während einer Diskussionsveranstaltung der Wachtberger SPD wies der Landtagsabgeordnete Jochen Ott (SPD) darauf hin, dass Schulentwicklungsdiskussionen konstruktiv mit allen Beteiligten geführt werden sollten, einschließlich des Kollegiums der Hans-Dietrich-Genscher-Schule. Dies sei besonders wichtig, da Anmeldezahlen in Zukunft möglicherweise sinken könnten – aktuell deuten die Zahlen jedoch nicht darauf hin. Eine Neugründung einer Gesamtschule wirft hingegen zahlreiche Fragen auf. Um eine Gesamtschule zu realisieren, sind mindestens 100 Anmeldungen erforderlich, die „grundsätzlich mit Kindern aus dem eigenen Stadtgebiet zu erreichen“ sind. Sollte diese Zahl nicht erreicht werden, müsste eine „Beschulungsvereinbarung“ mit Nachbarschulträgern geschlossen werden, damit auch auswärtige Schüler berücksichtigt werden können. Laut dem „Leitfaden Schulorganisation“ der Bezirksregierung Düsseldorf aus dem Jahr 2022 müssen die Mindestanmeldezahlen zudem für mindestens fünf Jahre gesichert sein.
Zusätzlich wären für die Errichtung einer neuen Gesamtschule erhebliche Investitionen notwendig. Die vorhandene Bausubstanz reicht nicht aus, um die Anforderungen einer Gesamtschule zu erfüllen, sodass Erweiterungen oder Neubauten erforderlich wären. Dies würde die Gemeinde Wachtberg Millionen von Euro kosten. Bereits 2019 empfahl die Arbeitsgruppe Schulentwicklungsplanung, die aus Mitgliedern des Bildungsausschusses aller Fraktionen sowie Vertretern der Wachtberger Schulen bestand, die Stärkung der Hans-Dietrich-Genscher-Schule anstelle einer neuen Gesamtschule. Eine gemeinschaftliche Unterstützung der Hans-Dietrich-Genscher-Schule durch alle Fraktionen wäre somit die sinnvollste Maßnahme zur Sicherung des Schulstandorts Wachtberg.
BA
