Warum heißt der heutige Koblenzer Schachverein 03/25?
Zum 100-jährigen Gründungsjahr des SV 1925 Lützel
Koblenz. Bereits 1848 und 1883 waren in Ehrenbreitstein und Koblenz - aber nur kurzzeitig - Schachvereine gegründet worden. Erst 1903 erfolgte dann die Gründung des noch heute bestehenden Schachvereins 03, der 2028 125 Jahre alt werden wird.
Der damals großbürgerliche Stadtverein bekam nach dem I. Weltkrieg in der Weimarer Republik Konkurrenz durch zahlreiche Vereinsgründungen in den Vororten, die allerdings teilweise kurzlebig waren bzw. nach 1945 nicht wieder in Erscheinung traten: 1919 Arenberg, 1920 Moselweiß, 1924 Vallendar, 1925 Ehrenbreitstein, Arzheim und Lützel, 1926 Metternich und Güls (besteht heute wieder), 1927 Rübenach und Urbar.
Mitglieder dieser Vereine spielten ab 1920 die seitdem ausgetragene Koblenzer Stadtmeisterschaft aus. Die Mannschaftskämpfe in Ligen wurden seit 1927 regelmäßig im Rahmen des großen „Mittelrheinischen Schachverbandes“ ausgetragen, der 1920 vom Vorsitzenden Rudolf Nonne des Koblenzer Schachvereins 03 gegründet wurde.
Auf lokaler Ebene spielte man die Mannschaftskämpfe im „Rheinisch-Nassauischen Schachbund“, der in Konkurrenz dazu vom SV Lützel 1929 gegründet wurde. Spiellokal in Lützel war das damalige Lokal Jacob Molitor (Ecke Anna- Mariahilfstr.), später „Zwiebel“.
Dieser eher kleinbürgerlich strukturierte Vorortverein war es, der nach den Wirren der NS Zeit und den Verwüstungen des II. Weltkrieges schon im Herbst 1945 zuerst den Spielbetrieb wieder aufnehmen konnte. Denn nach Kriegsende galt zunächst ein Vereinsgründungsverbot für die Koblenzer Innenstadt, während sich die Schachspieler in der Vorstadt dem VfB 1891 Lützel als Abteilung anschließen konnten. Und so schlossen sich bald alle Koblenzer Spieler dem SV Lützel an, der Koblenz in den ersten Nachkriegsjahren als Mannschaft erfolgreich im Ligenbetrieb „vertrat“.
Als sich der Koblenzer Innenstadtverein Anfang der 1950er wieder konstituierte, die Überlebenden und Kriegsgefangenen zurückgekehrt waren, löste sich die Schachabteilung Lützel auf und man benannte den alten / neuen Verein aus Erinnerung und Dankbarkeit nun „Schachverein 03/25 Koblenz“.
Als sich der Koblenzer Innenstadtverein Anfang der 1950er wieder konstituierte, die Überlebenden und Kriegsgefangenen zurückgekehrt waren, löste sich die Schachabteilung Lützel auf und man benannte den alten / neuen Verein aus Erinnerung und Dankbarkeit nun „Schachverein 03/25 Koblenz“.
