Allgemeine Berichte | 30.03.2021, 10:50 Uhr

Runder Tisch mit Landwirten und Radfahrern

Zwei Interessen – gemeinsame Lösungen

Wachtberg. Der Frühling kommt, da zieht es viele hinaus ins Grüne. Was für Spaziergänger und Radfahrer eine freudige Auszeit an frischer Luft bedeutet, stellt insbesondere für Landwirte zuweilen eine Herausforderung dar.

Nicht nur, dass diese dann besonders achtsam sein müssen, nicht selten werden sie auch in ihrer Arbeit behindert. Andererseits wünschen sich auch die Radfahrer oftmals mehr Verständnis für ihre Belange und Rücksichtnahme.

Interessenskonflikte sind vorprogrammiert.

Bereits im November 2020 hatte Beigeordneter Swen Christian deshalb den Vorsitzenden der Ortslandwirte (LW), Michael Hüllen, dessen Vertreter Lukas Schimmel sowie seitens des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Andreas Stümer, Jörg Landmann und Erwin Schweisshelm zu einem gemeinsamen Treffen gebeten.

An diesem Gespräch nahmen auch Bürgermeister Jörg Schmidt und Christian Pohl, Fachbereichsleiter Infrastruktur, teil. Schnell wurde deutlich, dass es einige Schnittmengen zwischen Landwirtschaft und ADFC gibt und dass sich die Herausforderungen nur gemeinsam und partnerschaftlich lösen lassen.

Wirtschaftswege werden immer mehr genutzt

Die Wege in Feld und Flur werden neben den Landwirten zunehmend von Spaziergängern und Freizeit-Radlern genutzt. Ursprünglich sind diese Wege jedoch nur zur landwirtschaftlichen Nutzung angelegt worden. Deshalb sind sie teilweise sehr schmal und damit nicht für Begegnungsverkehr geeignet. „Und auch der häufige „Schleichverkehr“ durch PKWs führt immer wieder zu Behinderungen oder gar gefährlichen Situationen für den Radverkehr und die Landwirte“ so Andreas Stümer. Hier sind zumindest häufigere Kontrollen angebracht.

Zu viel und zu schnell

Michael Hüllen bemängelte, dass oftmals Ausweichbuchten fehlen und die Landwirte mit schwerem Gerät nicht immer die Möglichkeit haben, genügend auszuweichen. Auch hier wird um die Mithilfe von Fußgängern und Radfahrern gebeten. Beide Seiten waren sich darin einig, dass zu viel zu schnell gefahren werde und das unerlaubte Parken auf Wirtschaftswegen ein Durchkommen für landwirtschaftliche Fahrzeuge oftmals unmöglich macht. Ein verstärktes Vorgehen gegen derlei illegales Parken ist daher im gemeinsamen Interesse. Schilder, zum Beispiel „Wachtberger Landwirte für Sie im Einsatz“, könnten hier ein erstes Zeichen setzen und auf landwirtschaftlichen Kfz-Verkehr, was nicht einzig nur Traktoren bedeutet, aufmerksam machen. Mehr Wanderparkplätze würden ebenfalls helfen.

Besser, direkt, gemeinsam

Auch der Zustand der Wirtschafts- bzw. Fahrradwege war Thema. Sowohl die Landwirte wie auch die Radfahrer äußerten den Wunsch von Asphalt-Deckschichten auf allen ausgewiesenen Radstrecken, auch im Interesse der Sauberkeit. Im gemeinsamen Gespräch mit der Gemeindeverwaltung konnten auch Kontakte genannt werden, sodass künftig Meldungen bezüglich Ordnungswidrigkeiten, von Schäden an Wegen oder von überhängendem Grün direkt an die zuständigen Mitarbeiter*innen im Rathaus übermittelt werden können. Und nicht zuletzt wurde eine verstärkte, gemeinsam abgestimmte Öffentlichkeitsarbeit in den Blick genommen, um die jeweiligen Perspektiven von Landwirten und Radfahrern deutlich zu machen. Fazit: Alle Beteiligten begrüßten diesen ersten Gedankenaustausch sehr und vereinbarten, den Dialog fortzusetzen. Vorgesehen sind solche Treffen zunächst zwei Mal im Jahr… die nächste Zusammenkunft ist im Frühling geplant. Pressemitteilung

Gemeinde Wachtberg

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