Allgemeine Berichte | 16.05.2018

Musik aus Raum und Zeit in Löf

Zwei ausverkaufte Konzerte bei Musik-Wein-Kultur-PUR

Eine Reise durch die Melodien der Sterne

Das Orchester des Musikverein Löf entführte seine Gäste in den Sternenhimmel. EP

Löf. Sphärisch hallten die Worte in den Saal, als der Sprecher ankündigte: „Wir schreiben das Jahr 2018. Dies sind die Abenteuer des Musikverein Löf, der mit seiner rund sechzigköpfigen Besatzung seit 54 Jahren unterwegs ist, um neue musikalische Welten zu erforschen.“ Unglaublich, aber Realität: Jedes Jahr gelingt es dem Musikverein Löf e.V. mit neuen Ideen, die Gäste beim Konzert Musik-Wein-Kultur-PUR zu faszinieren und zu überraschen. Diesmal flogen sie im Raumschiff Enterprise in den Sternenhimmel.

Wie klingen Sterne?

Diese Frage beantworteten die Musiker gemeinsam mit ihrem Dirigenten Reinhard Lisecki, den Sängerinnen Svenja Braun und Hannah Liesenfeld und weiteren Interpreten. Sie entführten das Publikum in ein musikalisches Abenteuer unter dem Motto „Sternenhimmel“. Einfach „nur“ Musik, dafür steht der Musikverein Löf nicht. Das „Drumherum“ ist für ihn genauso wichtig. Passend zum Motto setzten sie eine Lichtshow und Nebelschwaden ein, mit schauspielerischen Unterbrechungen und Gesangseinlagen gaben sie dem Konzert wieder eine besondere Note. Bei seiner Begrüßung versprach der Vorsitzende Wolfgang Weber den Gästen: „Wir entführen Sie in den Sternenhimmel!“ Musik mit Worten zu erklären ist nicht einfach. Doch die Moderatorin Susi Schunk informierte auf ihre eigene, charmante Art und Weise über jedes Musikstück detailliert und humorvoll. Das Konzert im Raumschiff Enterprise startete mit symphonischer Blasmusik, es erklang „Beyond The Horizon“ von Rossano Galante. Dann kam der Saturn - der zweitgrößte Planet des Sonnensystems - in Sicht, als „Saturnalia“ von Ben Haemhouts erklang. Das Musikstück hat nichts direkt mit dem Planeten zu tun, es entführt in eine ausgelassene Feier am römischen Festtag zu Ehren des Gottes Saturn. Es ist ein anspruchsvolles Musikstück, das die Zuhörer spüren ließ, wie die Menschen im alten Rom feierten, tranken und Schabernack trieben. Bevor die Reise weiterging zum Jupiter, begeisterte Hannah Liesenfeld mit dem Lied „Lenas Song“ aus dem schwedischen Film „Wie im Himmel“. „Der Komponist Gustav Holst schuf 1914 das siebenteilige Werk „Die Planeten“, in dem er jeden Planeten des Sonnensystems einen Charakter zuordnete und diesen musikalisch darstellte“, mit diesen Worten kündigte Susi Schunk die wunderschöne „Jupiter Hymne“ an. Es folgte eine Auslese von der Musik, die in den legendären Star-Trek Fernsehserien und Filmen verwendet worden ist.

„Spielt um euer Leben!“

Dazu feuerte Reinhard Lisecki seine Musiker bei den Proben mit den Worten „Spielt um euer Leben“ an. Das taten sie dann auch bei der Präsentation vor Publikum und ließen die geballte Kraft des Universums erklingen. Nach der Pause verzauberte Svenja Braun  die Gäste mit dem Lied „Fly Me To The Moon“, das Lied, welches die Astronauten der Apollo 11 bei ihrer Mondlandung als musikalischen Gruß zur  Erde übermittelten. Weitere Musikstücke waren „Frei und schwerelos – Defying Gravity“ von Stephen Schwartz aus dem Musical „Wicked-die Hexen von Oz“, präsentiert von Svenja Braun und Hannah Liesenfeld, „A Sky Full Of Stars“ von der britischen Popgruppe Coldplay und „Moon River“ die Filmmusik aus „Frühstück bei Tiffany“. Das Konzert wurde kurz unterbrochen, um drei Musiker und eine Musikerin für ihre langjährige Mitgliedschaft zu ehren: 40 Jahre dabei sind Ruth Grieß-Dany und Jörg Künster, 20 Jahre Lukas Naunheim und Daniel Maier. Offiziell endete das Konzert unterm Sternenhimmel mit einem Marsch von John Philipp Sousa „Unter dem Sternenbanner“. Aber er wurde nicht nur gespielt, die Zuschauer erlebten auf ihrer galaktischen Reise eine Überraschung, als der Dirigent mittels Fernbedienung RLK-260875 ferngesteuert wurde. Diese humorvolle und innovative schauspielerische Einlage quittierten sie mit begeisterndem Applaus. Reinhard Lisecki ist seit 2002 als Dirigent engagiert und kreativ beim Musikverein Löf tätig und maßgeblich für dessen Erfolg verantwortlich.

Dirigent Lisecki lebt für die Musik

Er schwingt nicht nur das „Stöckchen“, er singt auch und zeigt sein schauspielerisches Talent. Was macht die Arbeit eines Dirigenten aus, der die meiste Zeit dem Publikum den Rücken zudreht, während sich alle anderen den Gästen zuwenden? Er leitet konzentriert mit präzisen, gleichzeitig dynamischen Hand- und Taktstockbewegungen das Konzert. Ohne ihn gäbe es bei einer Vorführung anstatt eines harmonischen Klangteppichs ein chaotisches Durcheinander. Der Dirigent ist nicht nur Koordinator, sondern auch musikalischer Leiter des Orchesters, gibt für alle Musiker den Takt vor und bestimmt somit auch das gemeinsame Tempo. Er bringt das Werk zur musikalischen Entfaltung und beendet es. Neben dem Leiten einer Aufführung leistet der Dirigent auch eine sorgfältige Vorarbeit. Reinhard Lisecki lebt die Musik, legt auch privat Nachtschichten ein, um Ideen um zu setzen, Noten um zu schreiben, Arbeitsteams zu bilden für Deko, Bühne, Technik, Catering und Presse. Seine Aufgabe als Dirigent ist es, den Musikern ein Werk zu vermitteln, seine Gestalt, seine Form und seinen Inhalt. Daraus resultierend ergibt sich dann eine gemeinsame Vorstellung, wie das jeweilige Werk gespielt wird. Auch hier wird Teamwork bei den Löfern Musikern groß geschrieben, wenn es um das jährliche Konzert Musik-Wein-Kultur-PUR geht. Mit Marvin Blasius hat der Dirigent einen Vertreter aus den eigenen Reihen gefunden. Er konnte sich bei Konzerten schon erfolgreich beweisen. Bevor die Gäste und das Orchester gemeinsam den Sternenhimmel besangen, entzückte ein kleines Sternchen die Gäste. Die zehnjährige Svenna Lotte Seifarth ließ mit zarter Stimme, ganz ohne Lampenfieber „Weißt Du wie viel Sternlein stehen“ erklingen. Die Musik, der Gesang und das Schauspiel bei Musik-Wein-Kultur-PUR machten die Veranstaltung wieder zu einem Konzert der Superlative, die neugierig auf das nächste in 2019 macht. Noch in diesem Jahr widmet sich der Musikverein Löf dem Projekt „Musikverein Löf hilft“. Am 14. September  gibt er ein Benefiz-Konzert im Herz-Jesu-Haus  Kühr, bei dem sie die Menschen mit Behinderung musikalisch einbinden. Zwischenzeitlich übt Orchestermitglied Lorena Schunk mit den Bewohnern. Mit dem Konzert wollen die Verantwortlichen zum einen den eigenen Musikern Inklusion näher bringen, zum anderen die Einrichtung finanziell unterstützen. Infos rund um den Musikverein Löf e.V. unter www.musikverein-loef.de

  EP

Gemeinsam begeisterten die Sängerinnen Svenja Braun und Hannah Liesenfeld die Gäste beim Konzert Musik-Wein-Kultur-PUR.

Gemeinsam begeisterten die Sängerinnen Svenja Braun und Hannah Liesenfeld die Gäste beim Konzert Musik-Wein-Kultur-PUR.

Der Dirigent Reinhard Lisecke lebt die Musik und ist maßgeblich am Erfolg des Musikvereins beteiligt.

Der Dirigent Reinhard Lisecke lebt die Musik und ist maßgeblich am Erfolg des Musikvereins beteiligt.

Das Orchester des Musikverein Löf entführte seine Gäste in den Sternenhimmel. Fotos: EP

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