Allgemeine Berichte | 10.06.2025

Sprachabenteuer und Kulturerlebnisse: Marienschule feiert 15 Jahre Austausch mit der Bretagne

Zwischen Korsaren, Klippen und Klassenzimmern

Auf dem Weg in die Bretagne erfolgte der Umstieg in Paris: Von Gare du Nord ging es mit der Metro über 14 Stationen bis zum Gare de Paris-Montparnasse. Foto: privat

Vallendar. Bereits zum 15. Mal fand der deutsch-französische Schüleraustausch zwischen der Marienschule Schönstatt in Vallendar und dem Collège Saint Stanislas in Plouër sur Rance statt. Seit 2010 organisiert die Französischlehrerin Karine Hannuschke diese Fahrt für Schülerinnen der achten Klassen. Als gebürtige Bretonin bringt sie umfangreiche Kenntnisse über die Region mit und versteht es, das Interesse der Lernenden für Sprache und Kultur zu wecken. In diesem Jahr nahmen 19 Schülerinnen der Marienschule an dem Austausch teil.

Am späten Nachmittag erreichte die Gruppe ihr Ziel in der Bretagne. Die französischen Austauschpartnerinnen und -partner empfingen die Gäste mit großer Herzlichkeit. Der erste Abend in den Gastfamilien war wie immer von Nervosität, Neugier und Vorfreude geprägt.

Bereits der erste Tag führte ans Meer. In Saint-Malo stand am Vormittag zunächst eine Strandreinigung auf dem Programm – ein gemeinsamer Beitrag zum Umweltschutz. Die Schülerinnen fanden trotz der sauberen Gesamtwirkung des Strandes verschiedene Abfälle wie Glasscherben, Plastik und Aluminiumreste. Eine französische Lehrerin des Collège erläuterte im Anschluss eindrucksvoll die Verrottungszeiten der Fundstücke: Glasflaschen 4000 Jahre, Plastikflaschen 1000 Jahre, Sardinenbüchsen 500 Jahre, Plastiktüten 400 Jahre, Cola-Dosen 200 Jahre, Zigarettenstummel 2 Jahre – Zahlen, die bei vielen für sichtliches Erstaunen sorgten.

Nach einer Pause begann die Fotorallye durch Saint-Malo. Am Nachmittag besuchte die Gruppe die „Demeure de Corsaire“, ein historisches Gebäude mit jahrhundertealter Geschichte. Eine Führung vermittelte Einblicke in die Zeit der Korsaren und die bewegte Vergangenheit der Region.

Ein besonderes Erlebnis wartete am folgenden Tag im Kletterpark „Corsaire Aventure“ in Saint-Père. Mehr als ein Dutzend Parcours boten sportliche Herausforderungen und Nervenkitzel. Besonders die langen Seilbahnstrecken sorgten für Begeisterung. Viele der Teilnehmenden wuchsen in der Höhe über sich hinaus.

Nach Tagen intensiven Sprachgebrauchs bot der Ausflug nach Dinan eine willkommene Abwechslung. Die deutsche Gruppe besuchte am 22. Mai die mittelalterliche Stadt an der Rance, erkundete Ober- und Unterstadt, probierte bretonische Spezialitäten auf dem Wochenmarkt und besichtigte das restaurierte Château de Dinan. Nachmittags folgte ein sportlicher Teil mit Paddelbooten und Kajaks auf dem Fluss.

Am 23. Mai wurde der Schulalltag der französischen Gastgeber erkundet. In kleinen Gruppen nahmen die Schülerinnen am Unterricht im Collège Saint Stanislas teil – darunter Fächer wie Französisch, Spanisch und Naturwissenschaften. Der Nachmittag stand im Zeichen moderner Freizeitgestaltung: In Rennes versuchten sich die deutschen und französischen Jugendlichen gemeinsam an einem Escape-Game, bevor der Tag mit einer Show im Stadttheater endete. Akrobatik, Gesang und Tanz auf Rollschuhen begeisterten das Publikum – die Darbietung erhielt Standing Ovations.

Nach einem gemeinsamen Wochenende in den Gastfamilien folgte der traditionelle Höhepunkt der Austauschfahrt: der Pilgermarsch zum Mont-Saint-Michel, dem „Wunder“ der Normandie. Die Gruppe picknickte in einem Felsengarten der Klosteranlage und reiste anschließend weiter nach Cancale. Dort wanderte sie entlang der Côte d’Émeraude zur Pointe du Grouin. Die steil abfallenden Klippen aus Plutonitgestein erreichten Höhen von bis zu 50 Metern.

Bevor die Heimreise angetreten wurde, verabschiedeten sich die Schülerinnen am Abend von ihren Gastfamilien. Die Rückfahrt wurde durch einen Zwischenstopp in Paris unterbrochen. Ein gemeinsames Fotoshooting vor dem Palais du Trocadéro mit Blick auf den Eiffelturm bildete den gelungenen Abschluss der Reise.

Auch bei dieser Fahrt unterstützte das Erasmus-Programm wesentlich. Die Teilnehmenden profitierten von vielfältigen Lernangeboten, kulturellem Austausch sowie Impulsen für Nachhaltigkeit und Persönlichkeitsentwicklung.BA

Auf dem Weg in die Bretagne erfolgte der Umstieg in Paris: Von Gare du Nord ging es mit der Metro über 14 Stationen bis zum Gare de Paris-Montparnasse. Foto: privat

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