Hoffnung als Drahtseilakt: Bewegender Vortrag in Andernach
Zwischen Krise und Zuversicht
Andernach/Pellenz. Der Förderverein Hospizbewegung Andernach-Pellenz lud zum ersten Vortrag des Jahres 2026 in den großen Saal des St. Nikolaus Stiftshospitals in Andernach ein. Der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Thomas Dyong, begrüßte eine große Zahl interessierter Zuhörer. Thema des Vortrags lautete „Hoffnung – ein Drahtseilakt“.
Als Referent sprach Klaus Aurnhammer, der als Seelsorger auf einer Palliativstation tätig war und heute gemeinsam mit seiner Frau Anette in Bonn das Haus Giersberg, ein Bildungs- und Tagungszentrum, leitet. Hoffnung ist ein in jedem Menschen angelegter wesentlicher Bestandteil seines Seins. Unter günstigen Umständen kann sie sich im Leben gut entwickeln und so den Weg in die eigene Zukunft weisen. Doch was geschieht, wenn das Leben einen Riss erfährt? Wie entwickelt sich Hoffnung, wie zeigt sie sich, was geschieht mit ihr und ihrer Kraft?
Der Referent, der selbst eine Reanimation und anschließend einen längeren Krankheitsverlauf erlebte, beschrieb aus dieser Erfahrung, in welchen kleinen Schritten sich Hoffnung entwickeln kann, welche Umstände dazu erforderlich sind und was den Prozess fördert oder auch bremst. Aufgrund seiner Erfahrungen während der Genesung bestehen diese kleinen Schritte aus insgesamt neun Akten beziehungsweise Abschnitten der Hoffnung – angefangen mit der unterbrochenen Hoffnung über die zweifelnde und keimende Hoffnung bis hin zur großen Hoffnung. Kann ein Mensch sich neu erfinden, der zwischen den beiden Polen Zweifel und Hoffnung schwankt? Hoffnung keimt nur dort, wo ihr Raum gegeben wird. Außenstehende können Menschen in einer Krise nur durch Begleitung zurück zur Normalität führen.
Diese sehr persönlichen Schilderungen des Referenten hinterließen starke Emotionen bei den Zuhörern. Es war kein Vortrag über die Hoffnung, sondern ein Vortrag aus der Hoffnung heraus.BA
