Allgemeine Berichte | 17.06.2024

Koblenzer Richter wird am 22. Juni in Trier zum Diakon geweiht

Zwischen Seelsorge und Urteilsverkündung

Dr. Stefan Kranz. Foto: Bistum Trier/Axel Berger

Koblenz/Polch. Er hatte mal kurz überlegt, nach seinem Abitur Theologie zu studieren, entschied sich dann aber doch für Jura. Ein paar Jahrzehnte später kann Dr. Stefan Kranz beide Interessen vereinen: Der 50-Jährige wird am Samstag, 22. Juni von Bischof Stephan Ackermann in Trier zum „Ständigen Diakon mit Zivilberuf“ geweiht. Der Familienvater, der mit seiner Frau und den zwei gemeinsamen Kindern in Pfaffendorf lebt, ist im Hauptberuf Richter am Oberlandesgericht und wird bald neben seinem Beruf im Pastoralen Raum Koblenz seelsorglich tätig sein.

Zu den künftigen Aufgaben von Kranz gehören diakonische Dienste sowie die Feier von Gottesdiensten. Er darf das Tauf-Sakrament und die KrankenKommunion spenden, Paaren bei der Trauung assistieren und Predigtdienste sowie Beerdigungen übernehmen. Welche Bereiche er konkret ausfüllen wird, entscheidet sich in Absprache mit den hauptamtlichen Seelsorgenden vor Ort. Wobei dem Juristen besonders die Sterbebegleitung, aber auch die Begegnung von Religion, Kunst und Kultur am Herzen liegen. Schon seit seiner Jugend ist die Kirchenmusik sein Hobby. In diesem Bereich hat er auch eine Ausbildung absolviert und in seiner Heimatgemeinde Polch bereits einen Kirchenchor geleitet und Gottesdienste an der Orgel begleitet.

Die Entscheidung, Diakon zu werden, hatte sich bei Kranz vor allem durch zweierlei verfestigt: Zum einen möchte er seinen Glauben weitergeben. „Ich wünsche mir, wie alle Eltern, eine Zukunft für meine Kinder, die über den Tod hinaus geht und nie endet. Das geht eigentlich nur, wenn man gläubig ist.“ Und zum anderen beschäftigt ihn, dass die „katholische Kirche immer mehr in eine Nische gerückt wird. Da möchte ich Farbe bekennen und bewusst ein Amt übernehmen und Kirche ein Gesicht geben.“

Teil seines Lebens

Glaube und Kirche seien schon immer Teil seines Lebens gewesen. So war er ganz selbstverständlich Messdiener. Diese Tradition führen heute seine beiden Kinder Anna (14 Jahre) und Johannes (13 Jahre) im Kloster Arenberg bei den Dominikanerinnen fort. Als „religiöse Oase“ bezeichnet Kranz das Kloster. Dort hätten er und seine Familie eine geistliche Heimat gefunden.

Sein Umfeld habe sehr positiv auf seine Entscheidung reagiert. Obwohl seine Kinder ihn und seinen Weg zum Diakon als „altmodisch“ bezeichnen. „Für mich ist das ein Kompliment. Denn der Begriff steht für mich für Beständigkeit, weil Glaube und das Diakonat Zeiten überdauern, über den Zeitgeist hinaus.“ Hier ist Kranz durchaus kritisch: Er vernehme einen starken Einzug von Weltlichem in die katholische Kirche, die teils dem Zeitgeist hinterherlaufe. „Wir sollten als Kirche einen Gegenentwurf zur Schnelllebigkeit darstellen, Menschen einen Spiegel vorhalten und zum Nachdenken anregen, ohne uns dabei aber von der Welt abzukoppeln.“ Als Ständiger Diakon stehe er mitten im Berufs- und Familienleben und in der Liturgie – dieses Profil sei wichtig. „Dadurch werden wir Diakone noch einmal anders wahrgenommen, da wir andere Kompetenzen haben als Priester.“ Genau das möchte er künftig positiv nutzen.

Die Weihe von insgesamt drei neuen Ständigen Diakonen (neben Stefan Kranz noch Christoph Berger aus Trier und Michael Schuh aus Orscholz) findet am Samstag, 22. Juni um 10 Uhr im Trierer Dom statt.

Informationen zum Beruf des Diakones gibt es bei Axel Berger unter Tel. (06 51) 71 05 -130 oder im Internet unter www.wirglaubenandich.de/seelsorgeberufe/diakon/.

Was sind Diakone?

Diakone gab es bereits im frühen Christentum. Im Laufe der Zeit wurde das Diakonat zur Durchgangsstation auf dem Weg zur Priesterweihe. Erst nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–65) wurde das Ständige Diakonat wiederbelebt.

Zu den beruflichen Voraussetzungen gehören neben einer abgeschlossenen Berufsausbildung und mehrjähriger Bewährung in einem Beruf unter anderem der erfolgreiche Abschluss des theologischen Studiums. Dieses absolvieren die Teilnehmer während ihrer Ausbildung zum Diakon.

Derzeit gibt es im Bistum Trier 187 Diakone, von denen 118 im aktiven Dienst sind und 28 das Amt haupt- und 90 nebenberuflich ausüben (Stand Mai 2024). Die Mehrzahl ist verheiratet und hat Kinder, einige haben den Zölibat als ehelose Lebensform gewählt.

Pressemitteilung des

Bistums Trier

Dr. Stefan Kranz. Foto: Bistum Trier/Axel Berger

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
17.06.202413:59 Uhr
Christiane Beck

Ich freue mich für Dr.Stefan Kranz.Auch ich komme ursprünglich aus Polch.Stefan ist mit unserer Tochter in Polch eingeschult worden. Er war auch ein sehr guter Organist.
Alles Gute und Gottes Segen wünscht Familie Christiane Beck aus Wittlich

Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
  • Mirko Walden: Es ging doch darum, dass nicht gewarnt wurde und die Lage nicht erkannt wurde. Ebenfalls wurden keine Maßnahmen umgesetzt. Was ist hierzu passiert? Was bringen neue Sirenen, wenn nicht evakuiert wird?...
  • Dieter Borrmann: Der landschaftlich großartige Weg unterhalb Brauselay über den Conder Kreuzweg nach Cond ist teils unbefestigt, teils sehr glatt, teils steil. Sehr gutes, rutschfestes Schuhwerk (Profilsohle) wird unbedingt angeraten.
Dauerauftrag 2026
Suchen Auslieferungsfahrer
Anzeige KW 16
Ausverkauf
Maibaumstellen Heimersheim
Kirmes Polch
Empfohlene Artikel
Die aktuelle und die kommende Brunnenkönigin.
132

Bad Breisig. Während noch einige Gäste der Römerthermen ein Kaltgetränk genossen, fanden sich nach und nach Repräsentanten und bekannte Gesichter der Stadt Bad Breisig im Römer-Bistro ein, eine aufmerksame Spannung machte sich breit. Bürgermeister Marcel Caspers begrüßte die Anwesenden, darunter Vertreter der Kommunalpolitik, Sponsoren des Brunnenfestes, Mitglieder der Karnevalsgesellschaft und weitere...

Weiterlesen

Bereits jetzt freut sich Landrat Marko Boos, den MYK-Pokal zum ersten Mal an eine Gemeinde oder Stadt im Landkreis Mayen-Koblenz überreichen zu können. Wie der neue Preis genau aussieht, bleibt bis zur Verleihung allerdings noch ein gut gehütetes Geheimnis. Foto: Foto: Kreisverwaltung MYK/teilweise KI-generiert
37

Kreis MYK. Der Landkreis Mayen-Koblenz setzt ein starkes Zeichen für bürgerschaftliches Engagement: Erstmals wird im Jahr 2026 der MYK-Pokal verliehen. Mit dieser neuen Auszeichnung sollen Ortsgemeinden und Städte gewürdigt werden, die sich in besonderem Maße für das Gemeinwohl einsetzen und mit ihren Projekten eine nachhaltige Wirkung über die eigene Kommune hinaus entfalten.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Helfermannschaft mit dem neuen Spielhaus auf dem Hof der KiTa Immendorf. Foto: SCH
106

Verein Abenteuer Helfen e.V. erledigte einige Renovierungsarbeiten im Kindergarten St. Christophorus Immendorf und baute für die Kinder eine neue Spielhütte auf

Freizeit ist Helferzeit

Koblenz-Immendorf. Der Verein Abenteuer Helfen e.V. hat sich zur Aufgabe gestellt, mit kleinen und großen Aktionen zum Beispiel Kindertagesstätten, Jugendzentren, Tierheimen und Gnadenbrothöfen praktische Hilfe zu leisten. Hierbei ist das Ziel, organisatorische und handwerkliche Probleme für soziale Einrichtungen zu lösen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
70

Nach mehreren Fällen von getöteten, verletzten oder verschwundenen Tieren liefert DNA-Untersuchung Klarheit

Kreis Altenkirchen/Kreis Neuwied: Mehrere Wolfsangriffe bestätigt

Kreis Altenkirchen/Kreis Neuwied. Am Mittwoch, dem 18.03.26 wurden im Rahmen eines Schadensfalls mit 3 toten, 2 verletzten und 1 verschwundenen Schafen aus dem Gemeindegebiet Mammelzen, Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld (Kreis Altenkirchen) DNA-Abstriche genommen und an das Senckenberg Institut zur Analyse überstellt. Bei der Untersuchung der Proben wurde als Ergebnis „Wolf“ mit dem Haplotyp HW01 - daher zugehörig zur Mitteleuropäischen Flachlandpopulation - nachgewiesen.

Weiterlesen

Das Feuer in einer Kleingartenanlage konnte von den Wehrleuten schnell gelöscht werden. Foto: Freiwillige Feuerwehr Königswinter
32

Rauchsäule wies den Feuerwehrleuten den Weg zum Einsatzort

17.04.: Feuer in Kleingartenanlage: Hütte stand in Vollbrand

Königswinter. Eine Rauchsäule wies den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Königswinter am Freitagabend den Weg zu einer brennenden Gartenhütte in Oberdollendorf. Das Feuer in einer Kleingartenanlage am Reihbäumer Weg konnte von den Wehrleuten schnell gelöscht und eine Ausdehnung auf Vegetation und andere Hütten in der Umgebung verhindert werden.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2025
Dauerauftrag Imageanzeige
Holz Loth-Entsorgung
Imageanzeige Werbeplan 2026
Kleinanzeigen
Anlagenmechaniker
Kirmes Polch 2026
Kirmes Polch
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Heizölanzeige
Lava Grill Buffet
Handwerkerhaus
Anzeige Uhren Vintage
Brunchanzeige
Kirmes Löhndorf
Werbeplan 2026
Anzeige Reinigungskraft
Maibaumstellen in Heimersheim
Kooperationsgeschäft