Flurbereinigungsverfahren „Pommerner Martberg“ ist abgeschlossen
Bodendenkmäler für die Nachwelt geschützt
Pommern. Hoch über dem Moseltal, zwischen Pommern und Karden, liegt der Martberg, der als historische Kult- und Opferstätte weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist. Pommerns Ortsbürgermeister Paul-Josef Porten konnte nun Teilnehmer, Bürger- und Behördenvertreter in der rekonstruierten Tempelanlage begrüßen, um den Abschluss des Flurbereinigungsverfahrens, das 2009 begonnen wurde, auf dem Martberg zu feiern. In nur zehn Sitzungen hatten es die Verantwortlichen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Behörden geschafft, aus 499 Flurstücken nur noch 138 Parzellen zu machen. Steht normalerweise die Verbesserung der landwirtschaftlichen Nutzung im Vordergrund eines solchen Verfahrens, war beim Pommerner Martberg der Fokus auf die Sicherung der wertvollen Bodendenkmäler gerichtet. Kelten und Römer haben auf rund 104 Hektar (Plateau 50 Hektar) Fläche einzigartige Relikte der Frühzeit hinterlassen, die jetzt größtenteils in Gemeindebesitz sind oder von Eigentümern bewirtschaftet werden, die ein „denkmalpflegerisches Gewissen“ haben, wie es Ortschef Paul-Josef Porten bei der Präsentation im größten Gebäude der Anlage den Teilnehmern der Veranstaltung erläuterte.
Vorher war die kleine Delegation vom Förderverein Pommerner Martberg begrüßt worden. Beim Rundgang, unter anderem auch zum Aussichtspunkt hoch über dem Moseltal, erläuterte Karl Leu vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) aus Mayen die neu geordneten Flächen und ihre künftige Nutzung. Landwirtschaft darf hier nur noch in Form extensiver Grünlandbewirtschaftung betrieben werden. Besonders die Parzellen „Eisenberg“ und „Vor Jukenef“ gehören dazu, die ursprünglich „gutes Ackerland waren“, so ein anwesender Landwirt. Die Erschließung des Martbergs etwa für touristische Zwecke gestaltete sich, so Karl Leu, als schwierig. Vor allem die fehlende Zuwegung ist ein Problem, wenn auch seit dem Start des Archäologieparks ein Shuttledienst per Kleinbus organisiert ist, Führungen durch den Förderverein seit Langem möglich sind und Ferien- und Freizeit-Projekte regelmäßig auf der Anlage stattfinden. Viehwirtschaft lässt sich auf dem Plateau ebenso nicht verwirklichen, weil die nötige Wasserversorgung mit Leitungen rund 150.000 Euro kosten würde. Der geplante „Messdienerweg“ unterhalb der Fahne - quer durch schützenswertes Buchsbaumland - wurde wegen fehlender Gelder und Konzepte ebenso verworfen wie eine Anbindung an den Buchsbaumwanderweg auf der anderen Seite des Brohlbachs.
Gute Zusammenarbeit
Exakt 66.700 Euro hat die Flurbereinigung „Pommerner Martberg“ gekostet, erheblich weniger als erwartet. Überhaupt lobten Landrat Manfred Schnur, Ortsbürgermeister Paul-Josef Porten und Karl Leu vom DLR das einvernehmliche Zusammenarbeiten aller Beteiligten. „Jetzt gilt es, das touristische Potential, das der Martberg ohne Zweifel besitzt, auszubauen und noch professioneller zu nutzen“, sagte der Kreischef. „Wir müssen den Archäologiepark vorantreiben, wenn auch das Geld fehlt. Ideen haben wir noch genug“, so Porten zum Abschluss, ehe das Gelingen dieses Verfahrens gebührend gefeiert wurde.
An der Fahne hoch über der Mosel bietet sich ein toller Ausblick auf Treis, Pommern und das Flusstal.
