Politik | 10.03.2015

Bürgerinitiative gegen Bahnlärm im Moseltal e.V.

Bürgerinitiative fordert Sanierung der Moseltalbahn

Die Detailaufnahme zeigt den Sanierungsbedarf des Winninger Viaduktes in aller Deutkichkeit. privat

Winningen. Die „Bürgerinitiative gegen Bahnlärm im Moseltal e.V.“, die am 7.Januar in Winningen gegründet wurde, fordert von Politik und der DB Netz AG, dass die Moseltalstrecke im Zuge der laufenden und geplanten Bauarbeiten eine Lärm- und Erschütterungsschutzausstattung erhält. Das ist eine von neun Forderungen, die die Bürgerinitiative aufgestellt hat. Max Op den Camp, Erster Vorsitzender: „Es ist unverantwortlich, dass im Moseltal ohne jeden Einsatz Lärm mindernder Maßnahmen ein massiver Ausbau des Güterzugverkehrs betrieben wird . Die Bahn rüstet die Strecke mit moderner Signaltechnik und einer zweiten Röhre für den Kaiser-Wilhelm-Tunnel auf, um in Zukunft mehr Güterzüge in höherem Tempo durch das Tal jagen zu können. Doch wo bleiben Tempolimits bei Ortspassagen, so bleiben lärm- und erschütterungsmindernde Gleisbetten, wo Lärmschutzweichen und Schallschutzwände. Wo bleiben Züge mit Lärm mindernden Drehgestellen und Verbundstoffbremsen? Die Technik gibt es bereits seit Jahren.“

Sie dürfen laut Op den Camp den Anrainern der Mosel nicht vorenthalten werden. Der 1. Vorsitzende findet noch drastischere Worte: „Was wir an der Moselbahn erleben, ist Frachtverkehr des 21. Jahrhunderts auf Fahrzeugen des 20. Jahrhunderts und Bauwerken des 19. Jahrhunderts.“ Tatsächlich hat die Bahn an der Mosel etwa 150 Jahre alte Betriebsrechte, die im Grunde niemals angepasst an die technische und verkehrsmäßige Entwicklung wurden. Ein Beispiel für den erbärmlichen Zustand der Bahn ist das Winninger Eisenbahnviadukt. Der Bau von 1879 ist verrottet, Rost und Risse sind unübersehbar. Thomas Naunheim, Diplom-Ingenieur und 2. Vorsitzender der Bürgerinitiative: „Grundsätzlich sind so betagte Ingenieurbauwerke wie das Brückenviadukt in Winningen, die Eisenbahnbrücken in Koblenz-Güls, Enkirch oder Bullay für die heutige Belastung rein statisch wohl noch ausreichend dimensioniert. Doch ein Nachteil des Bahnviadukts in Winningen ist, dass die sehr alten Konstruktionen die Körperschallbelastungen aus dem Brückenkörper und der Fahrbelastung eins zu eins über die Brückenpfeiler in den Baugrund übertragen (siehe Bild). Schallschutz- und erschütterungshemmende Maßnahmen waren damals noch nicht Stand der Technik. Hinzu kommen dann Erhöhungen von Geschwindigkeiten der Güterzüge von 60 auf bis zu 120 km/h, Zuglängenerhöhungen von 200m auf 750 m, Erhöhung der Transportlasten auf bis zu 4000 t je Zug und dann noch 45.000 Züge im Moseltal pro Jahr - hier findet ein Belastungsszenario statt, das nicht mehr hinnehmbar ist.“ Op den Camp sieht beim Winninger Viadukt regelrecht Gefahr in Verzug: „Auch für Gefahrguttransporte und Achslasten bis zu 22,5 Tonnen ist der Gleiskörper mit seinen Kurven und Weichen die einzige Tempobegrenzung. Das Prinzip der Formel 1. Jedoch gibt es keinerlei Schutz für die Bevölkerung.“

Was also bereits jetzt unerträglich für viele Anrainer ist, soll sich noch steigern. Wirtschaftsschädigend könnten sich die Pläne der Bahn auch für den Tourismus an der Mosel auswirken. Theo Ganser (Hotel Moselblick), nur 50 m von den Bahngleisen entfernt: „Ganz bewusst bin ich dem Beisitz der Bürgerinitiative beigetreten, weil ich mich um den gesunden Schlaf und das Wohl unserer Gäste sorge.“

Langfristig könnten also Lebens- und Kulturraum des Tals empfindlichen Schaden nehmen. Op den Camp: „Die politisch Verantwortlichen müssen endlich das Recht der Anwohner auf Unversehrtheit der Person und auf Schutz des Eigentums ernst nehmen. Wir wollen und brauchen die Bahnstrecke an der Mosel, ja. Aber wir wollen einen Bahnbetrieb im Einklang mit den Menschen, die im Moseltal wohnen!“

Pressemitteilung der BIGBIM e.V.

Die Detailaufnahme zeigt den Sanierungsbedarf des Winninger Viaduktes in aller Deutkichkeit. Foto: privat

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