Politik | 10.06.2015

Manfred Schnur - Landratskandidat für Cochem-Zell - Wahlen am Sonntag, 21. Juni

„Ich möchte meine erfolgreiche Arbeit fortsetzen“

Manfred Schnur ist der einzige Landratskandidat für den Landkreis Cochem-Zell. TE

Kreisgebiet. Die Landratswahlen stehen am Sonntag, 21. Juni an. Einziger Kandidat für den Landkreis Cochem-Zell ist auch der aktuelle Landrat Manfred Schnur, der dieses Amt vor acht Jahren übernommen hat. Eine Amtszeit, in der sich im Kreis Cochem-Zell in jeder Hinsicht so einiges getan hat. Blick aktuell sprach im Cochemer Kreishaus mit dem amtierenden Landrat und neuen Kandidaten.

Blick aktuell: Herr Schnur, wie sehen Sie die Bilanz der letzten Jahre, besonders im Hinblick auf die durchgeführten Verbandsgemeindefusionen?

Manfred Schnur: Bevor ich zum Thema „Fusionen“ komme, lassen Sie mich erst einmal eine allgemeine Bilanz der letzten Jahre ziehen. Ich glaube, es konnte vieles angestoßen und erreicht werden. Die Breitbandversorgung für alle Städte und Ortsgemeinden im Landkreis wird in den nächsten Wochen abgeschlossen - mit etwa 18 Millionen Euro eines der größten Infrastrukturprojekte, die jemals im Landkreis verwirklicht wurden. Die Schullandschaft im Landkreis ist zukunftsfähig strukturiert. An drei Standorten (Cochem, Zell und Kaisersesch) kann das Abitur oder die Fachhochschulreife erworben werden. Die Schulstandorte Treis-Karden und Ulmen sind gesichert und bleiben erhalten. Auch, was die Betreuung der Kleinkinder betrifft - im Landkreis Cochem-Zell gibt es ausreichende Plätze in den Kindertagesstätten - der Klageweg muss von den hier lebenden Eltern nicht beschritten werden. Die Projekte und Aktivitäten rund um das Thema „Klimaschutz und Energie“ laufen sehr gut. Die Teilhabeplanung für Menschen mit Behinderungen, die Pflegestrukturplanungen in unseren Dörfern und Städten oder die Willkommenskultur stehen für soziale und gesellschaftliche Verantwortung, der sich der Landkreis gestellt hat. Ich denke, dass sich die Bilanz nach acht Jahren Landrat durchaus sehen lassen kann. Der Landkreis Cochem-Zell steht nicht nur für Rheinland-Pfalz, sondern bundesweit für Innovation, Projekte mit Pilotcharakter und einer zukunftsweisenden Ausrichtung. Mir persönlich bereitet die Arbeit hierfür immer sehr viel Freude. Was die Verwaltungsgliederung anbelangt, so haben wir mit den Verbandsgemeinden vier Demografie feste Verwaltungseinheiten, die ihre Aufgaben wirtschaftlich und bürgernah erfüllen. Natürlich hat es geschmerzt, dass drei Ortsgemeinden mit etwa 1.100 Menschen unseren Kreis verlassen haben. Dies wurde so entschieden! Trotz allem - die kommunale Familie steht fest zusammen und wir werden für unsere Städte und Gemeinden unser Bestes geben!

Blick aktuell: Cochem-Zell - der Null-Emissions-Landkreis. Welche Erfolge gibt es zu vermelden? Gibt es noch Probleme zu lösen und wie sind die Aussichten und Absichten für die Zukunft?

Manfred Schnur: Mit den Verbandsgemeinden und weiteren Akteuren haben wir uns als Landkreis 2008 auf den Weg gemacht, Null-Emissions-Landkreis zu werden, einen Beitrag zum Schutze unseres Klimas zu leisten, was ja gerade aktuell beim G7-Gipfel in Elmau wieder neu eingefordert wurde. Es ist aber auch ein Beitrag zur Wertschöpfung in unserer Heimat, für unsere Firmen, für jeden einzelnen von uns! Effizienzpumpen in Heizungen, neue Heizungsanlagen, Nahwärmenetze, über 4000 private Solaranlagen, Windkraft und jetzt 14 Energiedörfer, da kommt schon etwas zusammen. Am anschaulichsten wird es, wenn man sich den Beitrag zur kommunalen Wertschöpfung ansieht. Steuereinnahmen, Erträge usw. in Höhe von 8,4 Millionen Euro im Jahr 2014; das ist schon beachtlich und entspricht etwa 100 Arbeitsplätzen. Die eingesparte CO2-Menge beträgt jetzt schon 285.000 Tonnen. Ich bin der festen Auffassung, dass wir in Sachen Klima und Energie den eingeschlagenen Weg fortsetzen müssen. Denn damit ist nicht nur der Schutz unserer Umwelt verbunden. Vielmehr liegen hier viele Chancen für unsere Region, die wir nutzen müssen. Insbesondere im Wärmebereich gibt es noch große Potenziale für den Klimaschutz und den Erfolg der Energiewende im Landkreis. Dieser Herausforderung will ich mich im Amt des Landrates stellen. Einen Ansatz stellt für mich hier das Projekt „Cochem-Zeller Energiedorf“ dar!

Blick aktuell: Thema Abfallwirtschaft: Wie sieht es mit der Entwicklung der Müllgebühren aus? Gibt es noch Verbesserungen und/oder Alternativen für die Zukunft? Stimmt es, dass demnächst die Gebühren erhöht werden?

Manfred Schnur: Vorneweg: Es werden keine Gebühren erhöht! Im Gegenteil - wir schlagen dem Kreistag vor, die Gebühren zu senken! Der Landkreis musste zum 1. Januar die Biotonne einführen. Dies war der letzte Termin, den der Gesetzgeber verpflichtend den Kommunen gegeben hat. Natürlich war es für mich und meine Mitarbeiter in der Abfallwirtschaft Neuland mit sehr vielen Unsicherheitsfaktoren. Die Bilanz der ersten fünf Monate ist aber äußerst positiv. An dieser Stelle ein großes Kompliment an die Bürgerinnen und Bürger. Die abgelieferten Mengen an Bioabfällen und die entsprechende Trennung zwischen Rest- und Bioabfall übertreffen bei Weitem unsere Erwartungen. Die tatsächliche Bioabfallmenge wird unsere kalkulierte Menge um 50 Prozent übersteigen. Dieses erfreuliche Ergebnis wirkt sich auch positiv in der Kasse aus. Deshalb wollen wir dies und ein Teil der Sicherheitsrücklage sofort an die Bürgerinnen und Bürger zurückgeben und schlagen den Kreisgremien vor, die Gebühren doch beachtlich zu senken. Damit können wir gerade Zusatzbelastungen für diejenigen, die durch die Windelproblematik häufiger Restmülltonnen leeren müssen, reduzieren - um durchschnittlich 40 Prozent. Dies trifft insbesondere Familien und ältere bzw. pflegebedürftige Menschen.

Blick aktuell: Bildungssystem und Kinderbetreuung: Wie kinderfreundlich ist der Landkreis Cochem-Zell?

Manfred Schnur: Kinder liegen mir sehr am Herzen. Kinder sind unsere Zukunft! Leider kommen zu wenige auf die Welt. Ausgaben für Kitas oder die Schulen - auch die Kreismusikschule und die Kreisvolkshochschule - sind für mich daher Investitionen in unsere Zukunft. Deshalb hat der Landkreis auch die großen Anstrengungen der Gemeinden und freien Träger unterstützt, die für rund zwölf Millionen Euro in neue Angebote, gerade für Kinder unter drei Jahren oder in die Ganztagsbetreuung, investiert haben. Rund 2,5 Millionen Euro hat der Landkreis dazu beigetragen. Zu den Personalkosten gibt der Landkreis mehr als 13 Millionen jährlich! Eine gleich hohe Verantwortung haben wir bei unseren Schulen. Auch hier investiert der Landkreis erheblich. Die Schwerpunkte liegen da bei der Sicherheit, der Ausstattung der Fachräume und natürlich auch in der energetischen Sanierung. In den letzten fünf Jahren haben wir acht Millionen Euro in bauliche Maßnahmen an Schulen gesteckt. Vor uns liegt noch die Realisierung von zahlreichen weiteren Maßnahmen. Da werden wir als Landkreis jährlich etwa drei bis vier Millionen Euro reinstecken.

Blick aktuell: Betreffend Wirtschaft und Tourismus: Was bringt die regionale Zukunft unter Ihrer Leitung?

Manfred Schnur: Die Diskussion um das Mittelrhein-Tal zeigt uns, was geschieht, wenn man die Zeit verpasst, trotz Weltkulturerbe und hohen Förderungen. Daher gilt es auch für diese Bereiche die demografischen Herausforderungen frühzeitig anzugehen und wirkungsvolle Lösungsansätze zu entwickeln. Es müssen rechtzeitig die notwendigen Schritte angegangen werden, wie die Regelung der Betriebs-Nachfolge, Fachkräfte-Sicherung für unsere Betriebe, Modernisierungs-Investitionen, Inwertsetzung des Moselsteigs, Erhalt der Kulturlandschaft mit einem Qualitätsweinbau, auch Weltkulturerbe Moseltal. Dies sind nur einige Beispiele, die wir gemeinsam im Landkreis angehen sollten. Der Tourismus mit dem Weinbau ist der größte Wertschöpfungszweig im Landkreis. Jeder 3. Arbeitsplatz hängt davon ab. Fast 80 Millionen Euro Wertschöpfung - dies gilt es zu sichern und weiter auszubauen. Dazu wäre auch die „Marina Zell“ ein wichtiger und für den Bereich Zell notwendiger Teil.

Blick aktuell: Wie begegnen Sie der anstehenden Kreisreform des Landes im Hinblick auf den Landkreis Cochem-Zell?

Manfred Schnur: Wie aus Mainz zu hören ist, soll die Kreisreform nach der Landtagswahl 2016 kommen. Gemessen an den Einwohnerzahlen sind wir ein kleiner Landkreis. Daher muss man sich positionieren und für den Erhalt kämpfen. Wir positionieren uns, in dem wir versuchen, unsere Aufgaben bestmöglich zu erfüllen. Aber auch, in dem wir innovativ die Herausforderungen und Veränderungen angehen. Dies haben wir bislang mehrfach bewiesen. In manchen Bereichen sind wir sogar bundesweit ganz vorne. Ich bin mir sicher, wer die Aufgaben effizient und gut erfüllt und die Bürgerinnen und Bürger davon partizipieren, der hat eine realistische Chance, bestehen zu bleiben. Falls mir die Bürgerinnen und Bürger am 21. Juni ihr Vertrauen erneut schenken, wird meine Amtszeit am 31. Oktober 2023 enden. Und wenn ich, so Gott will, gesund bleiben darf, werde ich mit voller Kraft meine ganze Amtszeit ausfüllen.

Manfred Schnur ist der einzige Landratskandidat für den Landkreis Cochem-Zell. TE

Manfred Schnur ist der einzige Landratskandidat für den Landkreis Cochem-Zell. Foto: TE

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