Wohnprojekt für Senioren entsteht in Rengsdorf
Alt werden und am Heimatort bleiben
Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler informierte sich im Rahmen ihrer Sommertour vor Ort
Rengsdorf. Die Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz Sabine Bätzing-Lichtenthäler war auf Sommertour und schaute am vergangenen Freitag auch in Rengsdorf vorbei. Dort entsteht mit Unterstützung des Projekts „Wohnpunkt Rheinland-Pfalz“ und der Orts- und Verbandsgemeinde Rengsdorf ein Wohndomizil für Senioren. Zwei Familien haben eine leerstehende Hotelimmobilie erworben und abreißen lassen. Derzeit stehen nur noch Reste der Grundmauern, der Bauantrag läuft, und alles steht in den Startlöchern. Die Ortsgemeinde wird noch ein angrenzendes Grundstück an die Investoren verkaufen, damit das Grundstück arrondiert wird. Es grenzt dann unmittelbar an den Spielplatz an, und so kann ein Zusammenleben zwischen Jung und Alt stattfinden. Ortsbürgermeister Christian Robenek meinte: „Wir sind dankbar, dass wir bei dem Modellprojekt des Landes Rheinland-Pfalz mitmachen dürfen. Die älteren Leute möchten gerne im Dorf bleiben, wenn sie schon ihre Wohnung verlassen müssen, die nicht seniorengerecht ist.“ Die Lage des neuen Wohnhauses ist ideal, es entsteht unmittelbar in der Ortsmitte am Platz „Place St. Pierre le moutier“.
Bätzing-Lichtenthäler: „Ein Leuchtturmprojekt“
Sabine Bätzing-Lichtenthäler sage bei der Vorstellung des Projekts: „Ich bin von der Idee und dem Projekt überzeugt. Wir können uns auf den Wandel, der vor uns liegt, einstellen und ihn auch bewältigen. Es gibt viele bunte Wohnverhältnisse. Mit dem Projekt Wohnpunkt sind wir bewusst in kleine Gemeinden gegangen.“ Die Ministerin sieht es als Leuchtturmprojekt, dem weitere folgen werden. Dies konnte Verbandsbürgermeister Hans-Werner Breithausen bestätigen. In Anhausen hat die Gemeinde ein Grundstück aufgekauft und die Aufbauten abgerissen. Dort ist ebenfalls ein Seniorenheim in Planung. Auf vier Etagen wird das „Wohndomizil Rheinland“ Wohnraum bieten. Herzstück ist die Wohngruppe, in der sieben Personen Platz finden. Darüber hinaus gibt es abgeschlossene Wohnungen in unterschiedlichen Größen. Ein ambulanter Pflegedienst und eine Tagespflegeeinrichtung werden mit einziehen. Die geschaffenen Veranstaltungsräume können auch angemietet werden.
Das Projekt „Wohnpunkt Rheinland-Pfalz“
Pro Jahr begleitet Wohnpunkt RLP bis zu zehn Ortschaften bis 3000 Einwohner in Rheinland-Pfalz. Die Koordinierungsstelle Wohnpunkt RLP organisiert den Ablauf der Projektbegleitung. Die Kommune benennt einen kommunalen Projektverantwortlichen, der mit der Wohnpunkt-Ansprechpartnerin ein Projekttandem bildet. Ziel ist es, sämtliche Schritte zur Verwirklichung gemeinsam zu bewältigen. Aufgabe von Wohnpunkt RLP ist außerdem die Beratung der Gemeinde, die Schulung der Akteure, die Information über gute Beispiele und die Bereitstellung von Kontakten zu den erforderlichen Disziplinen wie Bauen, Architektur, Bank- und Finanzwesen, Unternehmensberatung, Verwaltungsfach und Sozialwesen. Wohnpunkt RLP begleitet von der Idee bis zur Schlüsselübergabe. Betreute Wohngruppen oder selbstorganisierte Wohngemeinschaften passen gut zu den kleinteiligen Strukturen im ländlichen Raum. Sie können sich zum Mittelpunkt einer sorgenden Gemeinschaft im Dorf entwickeln. Deshalb unterstützt Wohnpunkt RLP gezielt kleine Gemeinden bei der Entwicklung solcher Wohnalternativen. Die Koordinierungsstelle Wohnpunkt RLP kann pro Verbandsgemeinde in maximal einer Gemeinde aktiv werden.
