Neuwied: GSG modernisiert und schafft bezahlbaren Wohnraum
Bündnisfraktionen: Landesregierung muss Förderung verbessern und Bürokratie abbauen
aus Neuwied
Neuwied. 47 Wohnungen, rund 4,5 Millionen Euro Investition und eine umfassende Modernisierung: Die GSG hat ihre Wohnhäuser in der Langendorfer Straße 39 bis 45 grundlegend saniert. Vertreter des Neuwieder Bündnisses aus CDU, Bündnis 90/Die Grünen, BSW, FWG und FDP haben sich gemeinsam mit GSG-Geschäftsführer David Meurer ein Bild von den abgeschlossenen Arbeiten gemacht.
Die Häuser aus den 1950er-Jahren wurden energetisch umfassend modernisiert. Die Gebäudehülle wurde gedämmt, Fenster und Rollläden wurden erneuert, Kellerdecke und oberste Geschossdecke gedämmt. Die Wohnungen erhielten unter anderem neue Leitungen, Böden und Türen sowie modernisierte Bäder. Auf der Rückseite wurden neue Balkone angebaut. Die Wärmeversorgung erfolgt bereits seit 2021 über Fernwärme der Stadtwerke Neuwied. Die Gebäude erreichen nach Angaben der GSG den Effizienzhausstandard EH55.
„Das Wohnraumversorgungskonzept der Stadt Neuwied hat deutlich gemacht, dass günstiger Wohnraum benötigt wird“, sagte GSG-Geschäftsführer David Meurer. In der Langendorfer Straße konnten nun Wohnungen mit zwei Zimmern, Küche, Bad, aber auch solche mit Wohnküche, einem Zimmer und Bad vermietet werden. Mieter zahlen hier 6,90 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter; ein Wohnberechtigungsschein ist notwendig. Die durchschnittliche Kaltmiete bei der GSG beträgt rund 6 Euro, in der gesamten Stadt Neuwied liegen die Mieten im Schnitt bei etwa 9 Euro. „Gerade zum 100-jährigen Bestehen der GSG freuen wir uns“, so David Meurer, „dass wir hier hervorragend sanierten Wohnraum für kleine und mittlere Einkommen anbieten können.“
Besonders wichtig ist dem Bündnis, dass die Wohnungen auch nach der Modernisierung bezahlbar bleiben. Für die geförderten Wohnungen gilt eine Nettokaltmiete von 6,90 Euro je Quadratmeter. Rund 40 Prozent der Investition konnten über Fördermittel der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) und des Bundes unterstützt werden.
Förderung muss mehr möglich machen
Gerade an diesem Projekt werde zugleich deutlich, dass die derzeitigen Rahmenbedingungen der Wohnraumförderung nicht ausreichen, betonen die fünf Fraktionsvorsitzenden Martin Hahn (CDU), Regine Wilke (Bündnis 90/Die Grünen), Tobias Härtling (BSW), Lars Ebert (FWG) und Dr. Dietrich Rühle (FDP).
„Wir begrüßen ausdrücklich, dass die ISB solche Projekte unterstützt. Aber die Förderung muss sich auch stärker an der tatsächlichen Situation vor Ort orientieren. Neuwied ist die siebtgrößte Stadt in Rheinland-Pfalz und hat einen entsprechenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum. Wenn wir die Wohnraumsituation nachhaltig und Schritt für Schritt verbessern wollen, brauchen wir dafür auch eine Förderstruktur, die diesen Anforderungen gerecht wird“, so die gemeinsame Einschätzung des Bündnisses.
Die Landesförderung dürfe dabei nicht zum Hemmschuh für genau die Ziele werden, die Land und Kommunen gemeinsam verfolgen: mehr bezahlbarer Wohnraum, energetische Modernisierung und eine nachhaltige Stadtentwicklung.
„Wir brauchen keine Förderung, die gerade ausreicht, um einzelne Projekte irgendwie möglich zu machen. Wir brauchen eine verlässliche und bedarfsgerechte Förderung, mit der kommunale Wohnungsunternehmen dauerhaft investieren können. Gerade bei den Fördermietenstufen muss das Land genauer hinschauen und die tatsächlichen Rahmenbedingungen in Städten wie Neuwied berücksichtigen.“
Weniger Bürokratie, schnellere Entscheidungen
Dabei geht es dem Bündnis nicht nur um die Höhe der Förderung. Auch die Verfahren müssten deutlich einfacher und schneller werden. „Wir wollen vor Ort handeln. Wir haben mit der GSG einen starken kommunalen Partner, konkrete Projekte und den politischen Willen, Wohnraum zu schaffen und bestehenden Wohnraum zu erhalten. Was wir nicht brauchen, sind langwierige Verfahren und immer neue bürokratische Hürden“, so das Bündnis.
Die Forderung an das Land sei deshalb klar: Förderprogramme müssten besser auf die tatsächlichen Herausforderungen größerer kreisangehöriger Städte zugeschnitten werden. Fördermittel müssten auskömmlicher sein, Verfahren verschlankt und Förderentscheidungen schneller getroffen werden.
„Wir können und wollen selbst ins Handeln kommen. Dafür brauchen wir vom Land verlässliche Rahmenbedingungen, eine angemessene Förderung und schnellere Verfahren. Bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht durch Ankündigungen, sondern durch konkrete Projekte.“
GSG als starker Partner der Stadtentwicklung Die GSG ist für das Bündnis ein wichtiger Baustein der Neuwieder Stadtentwicklungsstrategie. Neben der Modernisierung des Bestands entstehen neue Wohnungen, unter anderem am Heddesdorfer Berg. Gleichzeitig entwickelt die GSG bestehende Quartiere weiter und trägt damit dazu bei, Wohnraum langfristig in Neuwied zu sichern.
Dabei habe sich die GSG in den vergangenen Jahren strategisch deutlich weiterentwickelt. Geschäftsführer David Meurer habe die Gesellschaft nachhaltig und zukunftsorientiert aufgestellt und damit wichtige Voraussetzungen für die heutige Investitions- und Modernisierungstätigkeit geschaffen, betont das Bündnis.
David Meurer erklärt: „Unser Anspruch ist, unseren Wohnungsbestand langfristig zu sichern und gleichzeitig zeitgemäßen, bezahlbaren Wohnraum anzubieten. Dazu gehören energetische Sanierungen genauso wie ein zeitgemäßer Wohnstandard und die Weiterentwicklung unserer Quartiere. Das Projekt in der Langendorfer Straße zeigt sehr gut, dass wir auch ältere Bestände umfassend modernisieren und damit für viele weitere Jahre zukunftsfähig machen können.“
Die fünf Fraktionsvorsitzenden sehen in der Entwicklung der GSG einen wichtigen Beitrag zur Stadtentwicklung: „Die GSG ist heute ein verlässlicher und leistungsfähiger Partner der Stadt. Sie investiert in den Bestand, schafft neuen Wohnraum und entwickelt ganze Quartiere. Diese Arbeit wollen wir gemeinsam weiter unterstützen. Gleichzeitig erwarten wir vom Land, dass es die dafür notwendigen Rahmenbedingungen schafft und Kommunen wie Neuwied beim Thema bezahlbarer Wohnraum nicht ausbremst.“
Martin Hahn
Gelungene Sanierung: GSG saniert Altbestand: 45 attraktive, bezahlbare Wohnungen sind in der Langendorfer Str. entstanden. Die Fraktionen von CDU, Bündnis 90/die Grünen, BSW, FWG und FDP fordern vom Land mehr Power und weniger Bürokratie Foto: Jörg Niebergall