Politik | 26.01.2015

Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Gemeinsam für eine freie demokratische Zivilgesellschaft

Abgeordnete Katharina Raue nahm an der Mahnwache teil

Die Abgeordneten Katharina Raue, Ruth Ratter und Anna NeuhofPrivat

Neuwied. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Ditib warb Katharina Raue, Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für Justiz, Polizei und Verfassungsschutz, vergangene Woche bei der Mahnwache für Pressefreiheit und friedliches Miteinander. Der Islamismus macht auch den Musliminnen und Muslimen Angst, und sie stehen vor der Frage, wie sie ihren Nachbarn erklären sollen, dass der Islam eigentlich eine Friedensreligion ist und dass sie mit Islamisten und ihrem Terror nichts zu tun haben. „Genau dies ist der Weg, den wir gehen müssen: friedliches gesamtgesellschaftliches Engagement, Aufstehen und Einstehen für Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit.“ erläutert Katharina Raue. Das Versammlungsrecht ist ein hohes, verfassungsrechtlich geschütztes Gut in unserer demokratischen Gesellschaft. Es ist eine Möglichkeit für Bürgerinnen und Bürger, gemeinsam mit anderen ihre Meinung zu äußern und damit auch Einfluss auf politische und gesellschaftliche Prozesse zu nehmen. Es darf nur unter ganz besonderen Umständen eingeschränkt werden. Ein Verbot, wie unlängst in Dresden ausgesprochen, ist die höchste Form einer solchen Einschränkung. „Ich gehe davon aus, dass die Sicherheitsbehörden die widerstreitenden Aspekte sorgsam abgewogen haben. Ein Verbot von Demonstrationen muss aber der absolute Einzelfall bleiben. Wenn eine Drohung von Kriminellen bereits ausreicht, um die Ausübung eines Grundrechts zu verbieten, haben die dem islamistischen Terroristen schon gewonnen.“ ergänzt Raue. Mehr Eingriffsbefugnisse für die Behörden, mehr Überwachung, mehr und höhere Strafbarkeit, all dies wurde in der Öffentlichkeit gefordert - all dies bedeutet aber mehr und intensivere Eingriffe in die Grundrechte aller Bürgerinnen und Bürger, in die Freiheitsrechte. Mehr Eingriffsbefugnisse bedeuten eine Veränderung unseres demokratischen Rechtsstaates mit freiheitlicher Grundordnung hin zu einem Staat der Angst und der Überwachung. Sie bedeutet Kapitulation vor dem Terror. Mehr Sicherheit bedeuten diese Befugnisse nicht. Die Terroristen von Frankreich - sie waren den Behörden bekannt. Es hat nicht geholfen. Das Geschäft - es wurde videoüberwacht. Das hat die Geiselnahme nicht verhindert. „Ich teile die Ansicht des Bundesinnenministers: Ein solcher Anschlag ist auch bei uns in Deutschland nicht auszuschließen.“ so Raue weiter. Die Terroristen sind kaum organisiert, ihre Verbrechen führen sie schnell aus und brauchen dafür kaum Vorbereitungszeit. Davor wird uns alle Überwachung nicht schützen. Sie wird uns aber schaden: der Freiheitlichkeit, dem öffentlichen Meinungsaustausch, der Selbstverständlichkeit, mit der wir unseren Glauben ausüben und unsere Gottesdienste besuchen. Mit einer Schweigeminute für die Opfer der Anschläge in Paris begann auch die zweitägige Jahresauftaktklausur der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Die Karikaturen an den Wänden des Sitzungssaales verdeutlichten die Solidarität mit den mutigen Karikaturisten ( Foto v.l.n.r.: die Abgeordneten Katharina Raue, Ruth Ratter und Anna Neuhof). „Die Terroranschläge in Paris haben wir mit Schrecken mitverfolgt. Ein Angriff auf die Redaktion von Charlie Hebdo, der zwölf Menschen das Leben gekostet hat. Und zwei weitere Terrorakte, mit sechs weiteren Toten - vier Geiseln und die beiden Attentäter kamen ums Leben.

Diese Untaten, verübt von einer kleinen Gruppe radikalisierter Männer, waren ein Angriff auf unseren freiheitlichen europäischen Wertekanon. Ein Angriff auf die Meinungsfreiheit, auf die Pressefreiheit, auf die Freiheit der Religionsausübung. Die Anschläge versetzen diejenigen, auf die sie gezielt haben, in Angst und Schrecken - sie sind der pure Terror.“ Die Karikaturen von Charlie Hebdo könne man für geschmacklos halten, so Raue weiter. Sie mögen geeignet sein, religiöse Gefühle von Muslimen zu verletzen. Niemals aber dürften sie Anlass geben für Gewalt, für Töten. Die Täter waren Muslime, die Opfer Journalisten, Karikaturisten und Menschen jüdischen Glaubens. Raue abschließend: „Wir dürfen uns dem Terror nicht beugen, sondern wir müssen für eine freie demokratische Zivilgesellschaft stehen und den Mut haben, auch weiterhin von den grundrechtlich geschützten Gütern Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und Freiheit der Religionsausübung Gebrauch zu machen.“ Pressemiteilung

Katharina Raue MdL,

Regionalbüro Bendorf,

Die Abgeordneten Katharina Raue, Ruth Ratter und Anna NeuhofFoto: Privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"

Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang

  • Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
  • Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
  • Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Monatliche Anzeige
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag
Daueranzeige
Koblenz blüht 2026
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Osterangebot
fit für`s Alter?
SB Standesamt
Anzeige Lange Samstage
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild.
9

Ergebnisoffene Sondierungsgespräche der Sparkasse Westerwald-Sieg und Sparkasse Neuwied für eine Fusion werden nicht weiterverfolgt

Fokus der Sparkassen liegt auf eigenständiger Weiterentwicklung

Region. Nach intensiver und ergebnisoffener Prüfung haben die beteiligten Häuser (Sparkasse Westerwald-Sieg und Sparkasse Neuwied) entschieden, die Gespräche über eine mögliche Fusion nicht weiterzuführen.

Weiterlesen

Die Erwachsenengruppe ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.  Foto: privat
8

Die Magic Dancers Remagen stellen sich vor:

Ein traditionsreicher Verein mit Herz und Leidenschaft

Remagen. Die Magic Dancers Remagen sind ein traditionsreicher Verein mit Herz, Leidenschaft und einer besonderen Geschichte. Gegründet im Jahr 1993, gingen sie ursprünglich aus einer Aerobic-Gruppe hervor. Über die Jahre entwickelten sie sich stetig weiter und sind seit 2025 als eigenständiger Verein organisiert. Heute stehen die Magic Dancers für Gemeinschaft, Kreativität und tänzerische Vielfalt – und das generationenübergreifend.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Holz Loth-Entsorgung
Rund ums Haus
Oster-Anzeige
Schulze Klima -Image
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Anlagenmechaniker
Ostergruß
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Innovatives rund um Andernach
Dauerauftrag 2026
Titelanzeige
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Stellenanzeige