Politik | 12.10.2015

VG-Rat Dierdorf tagte

Jahresabschlüsse und Flüchtlingssituation

Dierdorf. In der Sitzung des Verbandsgemeinderates am 8. Oktober wurden dem Rat die Jahresabschlüsse 2014 der Werke präsentiert. Sie erhielten ein uneingeschränktes Testat durch die Wirtschaftsprüfer. Der Betriebszweig Wasserversorgung schloss mit einem Jahresgewinn von 35.945,76 Euro. Er wird dazu verwandt, um den bestehenden Verlustvortrag von rund 100.000 Euro zu mindern. Der Betriebszweig Abwasser hatte sich in 2014 ebenfalls positiv entwickelt. Der Gewinn lag mit 165.329,53 Euro höher als geplant. Beim Abwasserwerk steht ebenfalls noch ein Verlustvortrag zu Buche. Er beträgt rund 350.000 Euro, sodass hier verrechnet werden muss. Das Jahr 2015 wird voraussichtlich nicht so positiv laufen. Der Nachtragshaushalt 2015 plant mit einem leicht nach unten korrigierten Verlust von 14.300 Euro. Der Betriebszweig Wasser soll dagegen im laufenden Jahr mit einem positiven Ergebnis von 63.900 Euro abschließen. Der Rat bekam auch den ersten Nachtragshaushalt 2015 der Verbandsgemeinde vorgelegt. Er weist keine gravierenden Änderungen aus. Horst Rasbach: „Es wird keine Änderungen der aktuellen Umlage geben. Die Veränderungen entstanden aus dem laufenden Geschäftsbetrieb heraus.“ War man bei der ursprünglichen Planung noch von einem Plus ausgegangen, steht im Nachtrag ein Minus von 34.000 Euro unter dem Strich. Es sind viele kleine Veränderungen auf der Ausgabenseite, die diese um 151.000 Euro erhöhen. Der dickste Posten hierin sind die Personalkosten, die um 56.000 Euro auf 2,8 Millionen nach oben gingen. Der Rat stimmte dem Nachtrag einstimmig zu. Unter Verschiedenes informierte der Bürgermeister Horst Rasbach über die aktuelle Flüchtlingssituation in der Verbandsgemeinde Dierdorf. Derzeit ist die Verbandsgemeinde für rund 80 Flüchtlinge zuständig, die alle dezentral untergebracht sind. Das ehrenamtliche Engagement in der Verbandsgemeinde Dierdorf in der aktuellen Flüchtlingssituation ist groß. Am gleichen Abend, an dem die Sitzung war, hatte die Katholische Kirche zum Runden Tisch zu dem Thema eingeladen, denn eine Koordination hatte bis dato noch nicht stattgefunden. „Wir sind einfach bislang noch nicht dazu gekommen“, sagte Horst Rasbach, der es unglücklich fand, dass der Termin nicht abgestimmt war. Die zuständigen Mitarbeiter der Verbandsgemeinde sind an ihre Leistungsgrenzen gekommen, deshalb sollen nun zwei Teilzeitkräfte eingestellt werden. Die Aushilfskräfte werden nach Bedarf eingesetzt. Eine Kraft soll die Koordination übernehmen und die zweite Kraft soll für die Bereitmachung der Wohnungen und Einführung der Flüchtlinge in das tägliche Leben zuständig sein. Horst Rasbach konnte berichten, dass unter den jetzigen Ehrenamtlern schon einige signalisiert hätten, diese Tätigkeit antreten zu wollen. Aktuell ist die Verbandsgemeinde für rund 80 Flüchtlinge zuständig, die alle dezentral untergebracht sind. Mit weiteren 40 Personen ist bei dem jetzigen Erkenntnisstand bis Jahresende zu rechnen. Da keiner die genauen zukünftigen Zahlen kennt, können keine Voraussagen getroffen werden. Bei den schon mal prognostizierten Hochrechnungen von 1,5 Millionen Flüchtlingen in diesem Jahr hätte die Verbandsgemeinde nach dem festgelegten Schlüssel für insgesamt 195 Leute zu sorgen. „Es ist eine große Welle der Hilfsbereitschaft vorhanden. Wir hoffen, dass wir die Versorgung auch in Zukunft hinbekommen“, sagte der Verbandsbürgermeister Rasbach. Die Kosten für die Unterbringung können mit dem Kreis abrechnete werden. Bei der Verbandsgemeinde werden lediglich die Personalkosten hängen bleiben. Der Rat nahm die Ausführungen positiv zur Kenntnis.

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