Bei „4 Zimmer, Küche, Bad“ der Melsbacher Kappesköpp gab es einen Lacher nach dem anderen
Polizei entdeckte die falsche Maklerin
Melsbach. „Lachen ist Trumpf“ hieß es wieder bei der Melsbacher Theatergruppe „Die Kappesköpp“, die damit ihrem seit Jahren erfolgreichen Stil treu blieb. Während es im vergangenen Jahr mehr um Aktion und Krawall ging, hatte die zehnköpfige Gruppe unter Waltraud Geißler diesmal ein Stück mit mehr Wortwitz ausgesucht. Die Komödie in zwei Akten „Nobi, Bubi und Schrapnell oder 4 Zimmer, Küche, Bad“ von Christiane Cavazzini brachte hunderte Zuschauer, darunter auch Landrat Reiner Kaul und Ortsbürgermeister Holger Klein, zum Lachen.
Kein Wunder, denn der Inhalt war wieder ein Verwirrspiel, das die Laienschauspieler der „Kappesköpp“ furios auf die Bühnenbretter brachten. Vor allem Joachim Hein, der die schwierige Rolle des homosexuellen Frisörs Norbert-Detlev bravourös meisterte, erhielt einen Lacher nach dem anderen.
Los ging es mit der Künstlerin Chantal Meyer (Miroslawa Huber), die sich mit der Immobilienmaklerin Pauline Braun (Rebecca Linn) eine Mietwohnung anschaute, aber sich nicht richtig entschließen konnte. Erst als die Maklerin darauf verwies, dass es noch einige Interessenten gebe, sagte die Künstlerin zu und zahlte anstandslos die Kaution von 3000 Euro, obwohl sie immer noch keinen vernünftigen Platz für die Staffelei fand. Quittung und Mietvertrag gebe es eineinhalb Tage später, versprach Pauline Braun, und von Frau zu Frau müssen sich sich ja keine Sorgen gemacht werden, „die halten zusammen“.
Mit dieser Masche kassierte die Maklerin bei dem homosexuellen Frisör Nobi und dem Muttersöhnchen Martin Martin (Matthias Tittelbach), der sich endlich von zu Hause abnabeln will, nochmals je 3000 Euro Kaution. Alle Mieter bekamen zwar den Wohnungsschlüssel, durften aber erst eineinhalb Tage später einziehen, da die Putzfrau Else Kobinsky (Doris Reinhard-Krämer) noch saubermachen und der Handwerker Fred Stein (Volker Werner) im Bad noch etwas reparieren mussten. Dabei gab es einen Knall: „Eine Verpuffung, bei der eine Muffe wegflog, also Muffensausen“, wie er danach der Putzfrau erklärte, die er nur beim Pausemachen am Tisch traf.
Die beiden erlebten dann die Nöte der einzelnen Mieter, wie sie die neue Wohnung einrichten wollten, und die persönlichen Probleme. Martin Martins Übermutter (Schrapnell) Luzy Martin (Annemarie Flohr) wollte ihren Sohn, den sie Bubi nennt, nicht allein wohnen lassen. Den Handwerker hatte wegen eines kleinen Flirts seine Verlobte verlassen.
Schließlich kam es, wie es kommen musste: Es trafen alle drei Mieter aufeinander. Keiner wollte auf die Wohnung verzichten, denn jeder hatte 3000 Euro Kaution gezahlt. Also die Maklerin Pauline Braun anrufen: „Liebelein, wenn sie nicht in fünf Minuten hier sind, erfahren sie, wie ich mit der Brennschere umgehen kann, aber eigentlich bin ich ja ein ganz Lieber“, erklärte Nobi und hatte Erfolg. Pauline Braun kam, sah aber völlig anders aus (Rebecca Linn spielte zwei Rollen) und versicherte, mit keinem der Mieter gesprochen noch 9000 Euro kassiert zu haben. Da ihr guter Ruf auf dem Spiel stand, fiel ihr Verdacht auf eine verschwundene Praktikantin. Die Maklerin benachrichtigte die Polizei.
Getroffen hatten sich so auch der Handwerker mit seiner Verlobten, die Künstlerin, die ihn verlassen hatte. Nachdem Fred Stein jeglichem Kontakt zu anderen Frauen abgeschworen hatte, wollte Chantal Meyer wieder zurück in die gemeinsame Wohnung und brauchte die vier Zimmer, Küche, Bad also nicht mehr. Blieben noch Martin und Nobi. Putzfrau Else Kobinsky hatte die Idee, dass doch beide die große Wohnung mieten könnten - und dem stimmte die Maklerin zu. „Ich bin ein Mann, und mein Zimmer ist für dich tabu“, sagte Martin zu Nobi, der das akzeptierte. Ende gut, alles gut, denn die Polizei entdeckte die falsche Maklerin mit den 9000 Euro am Flughafen. Ihre Kaution konnten sich die Mieter bei der Polizei Straßenhaus abholen.
Riesenapplaus des Publikums war der Lohn für ein gelungenes, unterhaltsames und lustiges Theaterstück, bei dem im Hintergrund noch einige Helfer mitgewirkt hatten: Regieassistenz Marianne Seuser, Maske Claudia Loose, Technik Bodo und Florian Polifka, Bühne und Bühnenbild Theatergruppe sowie Freunde und Familien, Plakat und Flyer Silberschnur Verlag Christine Lanzendörfer.
22 Mal hat die Theatergruppe seit September die Komödie im evangelischen Gemeindehaus geprobt. „Zuvor hatten wir das Stück, das wir alle gemeinsam ausgesucht hatten, in meiner Gartenhütte gelesen“, erklärte Regisseurin Waltraud Geißler und weiter: „Auf der Bühne in der Turnhalle konnten wir für die drei Aufführungen nur sechs Mal Proben, aber es hat geklappt.“ Die Komödie wurde in der Originalfassung gebracht, jedoch „tauschen die Schauspieler jedes Mal einige Worte, so dass die Aufführungen nie absolut gleich sind“, erläuterte Waltraud Geißler, die auf der Bühne allen Mitwirkenden dankt.
