Ausstellung in der Galerie im Uhrturm in Dierdorf eröffnet
Uwe Langnickel und seine Malerfreunde zeigen ihre Werke
Ein Querschnitt durch vier Jahrzehnte künstlerischen Schaffens - Schau ist bis zum 4. Oktober zu sehen
Dierdorf. Die Galerie im Uhrturm Dierdorf konnte am vergangenen Sonntag eine besondere Vernissage durchführen, denn Mitbegründer und „Türmer“-Urgestein Uwe Langnickel hatte anlässlich seines 70. Geburtstags Malerfreunde und Weggefährten aus 40 Schaffensjahren eingeladen.
Als Sprecher der Galerie versprach Wolff-Achim Hassel den zahlreichen Besuchern, unter ihnen der gebürtige Dierdorfer und jetzige Puderbacher Verbandsbürgermeister Volker Mendel, eine Begegnung mit vielseitiger Kunst.
Kultur als wichtiger Standortfaktor
In Vertretung für Verbandsbürgermeister Horst Rasbach würdigte Martina Jungbluth die Kulturarbeit, weil Kultur ein wichtiger Standortfaktor sei. Sie gratulierte Langnickel und freute sich, dass der Künstler seine Verbundenheit mit Dierdorf durch die Gestaltung eines Plakats mit schönen Dierdorfer Motiven anlässlich seines Jubiläums bewies. Dierdorf habe eine schöne und alte Bausubstanz aufzuweisen, die man wertschätzen müsse.
Stadtbürgermeister Thomas Vis dankte ebenfalls dem Maler für die jahrzehntelange Arbeit in seiner Heimat Dierdorf-Elgert und dafür, dass er den Uhrturm in seinem Jubiläumsjahr stark miteinbezogen habe. Denn auch Vis hält Kunst und Kultur für einen entscheidenden Standortfaktor, der aber auch viel Arbeit und Engagement erfordere. Dass trotzdem mehrmals im Jahr Ausstellungen in dem mittelalterlichen Turm stattfinden, wusste der Bürgermeister zu schätzen.
Wolff-Achim Hassel stellte die ausstellenden Künstler und ihre Werke kurz vor. Am Anfang der Uhrturm-Galerie-Zeit verband Langnickel eine Freundschaft mit Otto Buhr, daher ist ein Werk des Verstorbenen von 1998 in der Ausstellung zu finden.
In den Anfangstagen entstand auch die Freundschaft zu Christel Hermann und ihrer Kunst. Ihre Werke kennzeichnet ein ungewöhnlicher Materialeinsatz. Die Arbeiten sind von sensibler Zartheit, Kunstharzschichten stehen für die Veränderlichkeit der Zeit. Die monochromen Arbeiten spiegeln die Suche nach dem Ich wider. Ihren Zyklus „frei wie ein Vogel frei“, der zurück zum Ursprung führt, verbindet sie mit einem Gedicht Hermann Hesses.
Zu den Begründern der Galerie gehört Gerhard Wienss aus Thalhausen. Seine Aquarelle und Grafiken sind von ungeheuerlicher technischer Qualität. Wienss besitzt eine gute Beobachtungsgabe. Bewusstes Sehen ist Arbeit, braucht Zeit und schafft Erkenntnis. Für Wienss ist Malen gleichbedeutend mit Nachdenken über die Schöpfung. Gemeinsam mit Bert Britz war Wienss in der Künstlergruppe 93 in Neuwied aktiv. Der 2003 verstorbene Bert Britz verewigte Uwe Langnickel sehr realistisch mit surrealem Hintergrund in seinem Acrylgemälde „Bert und Freunde“, das in der Hexenkammer ausgestellt ist neben der Skulptur „Uwe“ von Professor Karl Bobek. Ursel Bobek, die Ehefrau von Uwe Langnickels Düsseldorfer Lehrer Karl Bobek, hat eine besondere Beziehung zu Langnickel. Sie stellt Stillleben in abgetönten Pastellfarben aus.
Eine lange Freundschaft verbindet die beiden Kunsterzieher am Martin-Butzer-Gymnasium Dierdorf und Uhrtum-Galeristen Uwe Langnickel und Ulrich Christian. Christian stellt ein Acrylgemälde und mehrere Farbradierungen aus verschiedenen Phasen seines Schaffens aus. Seine Genauigkeit wird in der Exaktheit der Labyrinthe bewusst. Auch die Schnecken zeigen deutlich den Künstler und Mathematiker, der die Windungen von der Zahl Pi ableitet.
Langnickels Schüler Jörg Holubitschka, den er einst als „schüchternen Jungen aus dem Westerwald“ kennzeichnete, hat es zu einem anerkannten Künstler und Dozenten gebracht, worauf der Lehrer sehr stolz ist. Holubitschka ist vor allem mit Bildern vertreten, die durch den kräftigen Einsatz von Ölfarben brillieren. Sie bieten eine Entdeckungsreise in die Farben der Landschaft. Holubitschka malt, was ist. Er ist ein Könner, der beim Malen überlegt, reflektiert und überzeugt.
Jubiläums-Plakat mit Dierdorfer Motiven
Uwe Langnickel selbst hält die Stille und Einsamkeit in der Weite in „Winterlandschaften“ fest. Natürlich fehlen auch nicht seine berühmten Kühe. Ihre fast lebensgroßen Porträts begegnen dem Betrachter gleich im Untergeschoss. Die Dynamik, mit der Langnickel die Kühe malt, erkennt man an dem angefangenen Werk mit dem dynamischen Pinselstrich gleich im Eingangsbereich. Sehr zart und sensibel wirkt dagegen das Jubiläums-Plakat mit den Dierdorfer Motiven, das in kleinem und großem Format erhältlich ist.
Die Ausstellung „Uwe Langnickel und seine Malerfreunde“ ist bis zum 4. Oktober jeweils samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr sowie am Markttag, 27. September, von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Uhrturm befindet sich in der Ortsmitte gegenüber Nummer 28 in der Hauptstraße.
Uwe Langnickel (2. v. r.) mit den ausstellenden Malern.
