Politik | 04.02.2015

Neujahrsempfang der Cochem-Zeller CDU

Die Entwicklung im Internetbereich nicht verschlafen

IT-Experte Jarzombek warnt vor angezogener Datenschutzschraube

Die Führung der Kreis-CDU hatte den Bundestagsabgeordneten Thomas Jarzombek (3.v.l.) als Ehrengast zum Neujahrsempfang eingeladen.TE

Cochem. Der Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek (41), CDU-Sprecher im Bundestagsausschuss „Digitale Agenda“, sprach zum Neujahrsempfang der Kreis-CDU als Ehrengast zu den rund 300 Anwesenden. Gleich zu Beginn seiner Ausführungen im Kapuzinerkloster, konnte er mit einem dicken Kompliment für den Landkreis aufwarten: „In der Bundeshauptstadt sorgt Ihre Breitbandinitiative für große Aufmerksamkeit. Sie sind die Ersten und Einzigen, die das in Deutschland flächendeckend machen!“ Diese Aussage war natürlich Balsam für die Seele von Landrat Manfred Schnur, der diese Aussage des MdB freundlich lächelnd zur Kenntnis nahm.

In Deutschland besteht noch dringender Handlungsbedarf

So soll bereits im Juni die flächendeckende Versorgung aller 89 Gemeinden mit Breitband abgeschlossen sein. Und nicht nur Thomas Jarzombek weiß, dass das Internet in den kommenden Jahren immer mehr den Alltag bestimmen wird. Angefangen von der täglichen Kommunikation, der Steuerung von Prozessen, bis hin zur Mobilität. Hier sieht der IT-Experte in Deutschland noch dringenden Handlungsbedarf und verlangt mehr Flexibilität. Darin bindet er auch die überzogene Anwendung des Datenschutzes mit ein. Vorausschauend sieht Thomas Jarzombek für Deutschland allerdings die Gefahr, die große Entwicklung im Internetbereich zu verschlafen. Damit würde man die wichtige Teilnahme am Zukunftsmarkt verpassen.

„... der Datenschutz darf hier nichts kaputtmachen“

Die fünf größten Internetfirmen in den USA verdienen aktuell das meiste Geld und dies auch mit dem Verkauf von persönlichen Daten: „Diese Firmen krempeln die Welt um!“ Keinesfalls will der Bundestagsabgeordnete den Datenschutz infrage stellen. Vielmehr warnt er davor, dessen Schraube noch enger zu drehen, da dies für erfolgreiche Markttransaktionen sehr abträglich sei. „Wir befinden uns hier ganz am Anfang einer Entwicklung, müssen aber mitspielen, damit Deutschland in den nächsten zehn bis 20 Jahren dahin gehend nicht abgehängt wird - und der Datenschutz darf hier nichts kaputtmachen“, so der IT-Experte. Bei einem Blick in die nahe Zukunft bezüglich der Entwicklungen im Alltag sprach Thomas Jarzombek von Neuerungen, die nicht aufzuhalten sind: „In nicht mal zehn Jahren fahren die Autos von selbst, oder Heizungen regulieren sich selbst, nachdem sie den Bedarf ihrer Besitzer analysiert haben. Auch im ländlichen Bereich funktioniert Mobilität dann ganz anders: „Mit nur einem Klick kann man beispielsweise ein Fahrzeug für eine Fahrt bspw. zum Arzt bestellen. Dieses wird dann von einer Privatperson geführt, die zufällig den gleichen Weg hat“. Der Gründermentalität im Land stellt Thomas Jarzombek ein schlechtes Zeugnis aus.

Im Softwarebereich lässt sich gut Geld verdienen

Hier vermisst er ein Klima, in welchem die Bereitschaft zu einer Firmengründung gedeiht. Dies beginne laut dem MdB schon in der Schule. Schon hier ginge die „Experimentierfreude“ verloren. Im Gegensatz dazu lasse sich doch gerade im Softwarebereich heute und auch auf absehbare Zeit gutes Geld verdienen. Als Anschauungsbeispiel dafür nannte er ein junges Berliner Pizza-Unternehmen, das ohne eine einzige Pizza verkauft zu haben erfolgreich ist. Denn eine Pizza-Software kommt aus dem Markt eben hervorragend an. Analog dazu appellierte Thomas Jarzombek an die Kommunen und den Kreis, jungen Existenzgründern bei Vergaben eine echte Chance zu geben. Und noch mal sprach der Ehrengast das Beispiel Berlin an. Hier schafft man derzeit die Voraussetzung für eine breite Daten-Infrastruktur, die sogenannte „digitale Straße“. Damit lassen sich künftig Autos und Ampeln besser vernetzen und eine „grüne Welle“ ist der daraus resultierende Erfolg. Weltweit lasse sich so viel Kohlendioxid einsparen. Einmal mehr sei die USA auch hier Vorreiter. Sie investieren diesbezüglich in 90.000 „smarte Ampelanlagen“.

Kein Gott riefe zum Töten auf

Als „irregeleitete Geister“, bezeichnete CDU-Kreisvorsitzende Anke Beilstein jene Leute, die die Religionen missbrauchen, um Menschen zu töten. Es träfe für Gott wie für Allah zu, kein Gott riefe zum Töten auf.

Sie appellierte an das friedliche Zusammenleben von Kulturen und Religionen, aktuell mit Rückblick auf die Anschläge von Paris. Jene fehlgeleiteten Personen und ihre Ansichten müsse man gemeinsam bekämpfen.

CDU-Kreisvorsitzende und MdL Anke Beilstein begrüßte die Gäste und sprach über das friedliche Zusammenleben von Religionen und Kulturen.Foto: TE

Landrat Manfred Schnur sprach den demografischen Wandel und die damit verbundenen Probleme und Lösungen für die Zukunft an.Foto: TE

Der IT-Experte sprach im Cochemer Kapuzinerkloster über die Entwicklung und Wichtigkeit des Internets.Foto: TE

Die Entwicklung im Internetbereich nicht verschlafen

Die Entwicklung im Internetbereich nicht verschlafen

Die Entwicklung im Internetbereich nicht verschlafen

Die Führung der Kreis-CDU hatte den Bundestagsabgeordneten Thomas Jarzombek (3.v.l.) als Ehrengast zum Neujahrsempfang eingeladen.Foto: TE

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag
Dauerauftrag 2025
Holz Loth-Entsorgung
Innovatives rund um Andernach
PR-Anzeige
Imageanzeige - Ostern
Empfohlene Artikel
Wie bereiten sich die Abgeordneten auf ihre politische Arbeit vor?  Foto:pixabay.com
234

Region. Nach einem intensiven Wahlkampf ist die Landtagswahl entschieden; doch für die gewählten Abgeordneten beginnt die eigentliche Arbeit jetzt erst so richtig. Ein Blick auf die Stunden und Tage nach dem Wahlergebnis zeigt: Zwischen Feiern, Verarbeiten und ersten politischen Schritten liegt ein enger Zeitplan.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2267

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Kreishandwerkerschaft
Kleinanzeigen
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Ostergruß
Osterangebot
Tag der offenen Tür
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Innovatives rund um Andernach
Rund ums Haus
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Angebotsanzeige (April)
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Stellenanzeige Kita